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Brexit – Welche Änderungen sind im Großbritannien-Urlaub ab 2019 zu beachten?

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Im Referendum am 23. Juni 2016 stimmte eine knappe Mehrheit (51,89 Prozent) der Briten für den Austritt des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union. Was sich für Urlauber in England, Schottland, Wales und Nordirland mit dem „British Exit“ – kurz Brexit – ändert und was es zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Überblick

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Brexit-Optionen: Drei mögliche Szenarien

Obwohl der Brexit nach dem Referendum eigentlich beschlossene Sache sein müsste, herrscht sowohl politisch, als auch hinsichtlich des Reiseverkehrs große Unsicherheit. Grund hierfür ist das Rahmenabkommen für den Austritt, das vom Unterhaus des britischen Parlaments abgelehnt wurde. Daraufhin wurden Nachverhandlungen mit der Europäischen Union gefordert. Der ursprüngliche Austrittstermin am 29. März 2019 wurde für unbestimmte Zeit aufgeschoben. Drei Szenarien könnten sich nach dem Brexit zutragen:


Geordneter BrexitHarter BrexitNeuverhandlungen
Mit einem Austrittsabkommen wird ab dem Austrittstag eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 eingeleitet, welche die Auswirkungen des Brexits abfedert. Es gelten weiterhin alle EU-Regelungen, Großbritannien ist jedoch nicht in Institutionen vertreten.Mit einem harten Brexit ohne Abkommen (ungeregelter Brexit) endet die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens automatisch am Austrittstag. Ab diesem Zeitpunkt gilt das EU-Recht nicht mehr und für Reisende treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft.Es besteht noch immer die Möglichkeit, dass es zu Nachverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU kommt. Daraus könnte eine Verschiebung des Austritts oder sogar ein erneutes Votum durch die Bevölkerung resultieren.

Fakten

Das müssen Reisende in jedem Fall wissen

  • Bis mindestens zum 31. Dezember 2020 ist der Personalausweis bei der Einreise weiterhin ausreichend.
  • Für Reisen ab 2021 könnte ein Reisepass erforderlich werden.
  • Die Einführung eines Visums für Aufenthalte bis zu drei Monaten ist nicht vorgesehen.
  • Die Zollfreimengen reduzieren sich.
  • Eine Wiedereinführung der Roaminggebühren ist unwahrscheinlich.
  • Da die gesetzliche Krankenkassenkarte möglicherweise nicht mehr akzeptiert wird, empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung.
  • Ein vorübergehender Stillstand des Flugverkehrs im Fall eines harten Brexit ist möglich, aber unwahrscheinlich.
  • Die EU-Fluggastrechte bleiben weiterhin gültig.
  • Der deutsche Führerschein wird weiterhin akzeptiert.
  • Der Bahn- und Fährverkehr soll weitestgehend wie gewohnt weiterlaufen.

Details

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Infos und Änderungen

01

Einreisebestimmungen

Personalausweis oder Reisepass?

Selbst im Fall eines harten Brexits können EU-Bürger weiterhin mit dem Personalausweis nach Großbritannien einreisen. Diese Regelung bleibt bis mindestens zum 31. Dezember 2020 bestehen. Danach könnte ein Reisepass erforderlich werden. Die Einführung einer Visumsfrist für Aufenthalte von bis zu drei Monaten ist bislang nicht vorgesehen. Denkbar ist die Einführung sogenannter Landing Cards, die Touristen bei der Einreise ausfüllen müssen.

  • Bei der Einreise wurde schon bislang genauer kontrolliert, da das Vereinigte Königreich nicht zu den Mitgliedern des Schengener Abkommens gehört. Dieses internationale Übereinkommen schafft schrittweise die Grenzkontrollen in der EU ab.
  • Die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland soll – zumindest in der Übergangsphase – offenbleiben. Was sich nach 2022 ändert, wird noch verhandelt.
02

Zoll

Ein- und Ausfuhrbestimmungen

Wie überall in der EU gelten bei Reisen von und nach Großbritannien großzügige Zollfreimengen. Mit hoher Wahrscheinlich ändern sich diese nach dem Brexit. Dann gelten die Nicht-EU-Richtlinien, die lediglich einen Liter Spirituosen, vier Liter Wein, 200 Zigaretten sowie insgesamt Waren im Wert von 390 Pfund erlauben.

03

Preise

Wird der Urlaub teurer?

Bereits jetzt hat das britische Pfund Sterling an Wert verloren. Das hat für deutsche Touristen positive Wirkung auf den Wechselkurs: Die Nebenkosten in Großbritannien sinken demnach. Der Urlaub wird günstiger.

04

Roaming

Teurere Handygebühren?

Roaminggebühren zur Nutzung des Handys im Ausland wurden EU-weit abgeschafft. Mit dem Brexit könnten diese wiedereingeführt werden. Die EU-Tarife sind jedoch zumindest in der Übergangszeit weiterhin gegeben. Auch danach besteht die Möglichkeit, für das Vereinigte Königreich eine Ausnahme einzurichten. Schon jetzt sind einige Staaten vom Roaming befreit, die nicht Teil der EU sind.

05

Krankenversicherung

Versicherungsschutz in Großbritannien

Bisher werden gesetzlich Versicherte aus Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedsstaat mit ihrer Krankenkassenkarte weiterbehandelt. Bei einem harten Brexit wäre dies nicht mehr der Fall. Es wird daher der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung empfohlen.

06

Flüge

Infos für Flugreisen

Nach aktuellem Stand dürfen britische Airlines nach dem Brexit weder in der EU landen noch Flüge zwischen einzelnen EU-Staaten anbieten. Dazu fehlt ein entsprechendes Abkommen. Das würde bedeuten, dass zum Beispiel Easyjet keinen Flug mehr von Deutschland nach Spanien anbieten dürfte. Aus diesem Grund haben insbesondere die Billigflieger ihre Verbindungen zwischen der EU und Großbritannien bereits deutlich reduziert. Die Fluggesellschaften haben zudem Tochtergesellschaften in der EU gegründet, um dieses Problem zu umgehen.

Die EU hat die Weichen dafür gestellt, dass Airlines in britischer Hand auch im Fall eines harten Brexits ohne Abkommen vorerst weiterfliegen können. Kommt es nicht dazu, könnte der Flugverkehr zwischen der EU und Großbritannien für eine Weile zum Erliegen kommen. Davon wären auch Urlauber mit einem Langstreckenflug inklusive Umstieg in London betroffen. Ein von der EU ausgearbeiteter Notfallplan würde in diesem Härtefall lediglich grundlegende Verkehrsverbindungen gewährleisten.


Wichtig
Die EU-Fluggastrechte gelten für Reisen, die innerhalb der EU begonnen werden sowie für Flüge von EU-Airlines, die einen Flughafen innerhalb des Bündnisses zum Ziel haben. Sie sind also auch nach dem Brexit gültig.
07

Straßenverkehr

Mietwagenfahrer aufgepasst

Der deutsche Führerschein wird bei Mietwagenbuchungen in Großbritannien oder bei der Einreise mit dem eigenen Auto weiterhin anerkannt.

Hintergründe

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Das ist passiert

Im Juni 2016 stimmten die Briten darüber ab, ob das Vereinigte Königreich in der Europäischen Union verbleiben soll oder nicht. Sowohl in Schottland als auch in Nordirland wählte die Mehrheit den Verbleib in der EU. Dennoch überwiegten insgesamt mit knapp 52 Prozent die Stimmen für den Austritt, wodurch auch die Teilgebiete Nordirland und Schottland sich dem Brexit beugen müssen. Seither haben sich die Unabhängigkeitsbestrebungen Schottlands vom Vereinigten Königreich verstärkt.

Das Referendum war nur der Auftakt. Seither verhandeln die EU und Großbritannien über die Rahmenbedingungen eines geordneten Austritts des Königreichs. Über diesen sogenannten Brexit-Deal wurde im November 2018 zunächst eine Einigung erzielt – bevor er vom britischen Unterhaus Anfang 2019 abgelehnt wurde. Im Wesentlichen enthält er drei Punkte:

  • Großbritannien muss für bereits eingegangene Verpflichtungen in der EU rund 43 Milliarden Euro zahlen.
  • Die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien sowie jene von Briten in der EU bleiben unverändert.
  • Sollte es keine Einigung über die Grenze zwischen Großbritannien und dem EU-Mitglied Irland geben, bleibt das Vereinigte Königreich so lange in der Zollunion der EU, bis eine Lösung erzielt werden kann.

Wichtig
Mit der Ablehnung durch das britische Unterhaus steht eine Aufschiebung des EU-Austritts zur Debatte. Nach einer zweiten Abstimmung am 23. Februar 2019 ist Premierministerin Theresa May bereit, den Brexit notfalls zu verschieben. Somit ist die Wahrscheinlichkeit eines Chaos-Brexit unwahrscheinlich.

Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig und nach bestem Wissen ausgesucht und zusammengestellt. Sie dienen als Inspiration für unsere Leser und stellen Empfehlungen der Redaktion dar.

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Über den Autor

Lisa Volkmann

Gletscherklettern in Alaska, Dschungelspaziergang in Peru, Roadtrip durch Deutschland oder auch mal süßes Nichtstun an so ziemlich jedem Ozean: Ich durfte bereits viele spannende Orte dieser Welt entdecken. Als Online-Redakteurin im Reisebereich von CHECK24 kann ich mein Hobby zum Beruf machen. Meine Blogartikel, Reisevorschläge und News rund ums Reisen stecken voller Begeisterung für ferne Länder und Kulturen. Diese Leidenschaft möchte ich weitergeben und zum Reisen und Entdecken inspirieren.