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6 Varianten, wie ihr euren Weihnachtsbaum nach Hause transportieren könnt

Weihnachten - Emotion IV

Alle Jahre wieder stellen sich Millionen Menschen auf der Welt einen Weihnachtsbaum ins Haus. Doch bis das Nadelgehölz in seinem festlichen Gewand erstrahlt und für leuchtende Kinderaugen sorgt, muss er erst einmal nach Hause kommen. Ein Großteil der Deutschen setzt beim Transport auf das Auto, doch manche Bäume finden auch auf andere – teilweise kuriose – Art und Weise ihren Weg an ihr Ziel.

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Mit dem Auto: Der Klassiker

Ob drinnen oder draußen, Hauptsache sicher
Sonstiges: Weihnachtsbaum - Auto

Wenig überraschend landen die meisten Weihnachtsbäume zunächst im oder auf dem Auto, bevor sie in die heimische Wohnstube gelangen. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten, damit die Tanne oder Fichte unfallfrei und in einem Stück zuhause ankommt. Das A und O ist dabei eine ausreichende Sicherung, denn selbst kleine Bäume können sonst zu lebensgefährlichen Geschossen werden. Bei einem Crash mit 50 km/h entwickelt ein davonfliegender Baum eine Wucht, die dem 25-Fachen seines Eigengewichts entspricht. So kommt selbst eine kleine Tanne auf rund 400 Kilogramm!

Wollen ihr den Baum im Innenraum transportiert, achtet darauf, dass er die Sicht zu den Seiten nicht blockiert und gut gegen Verrutschen gesichert ist. Legt unbedingt eine Decke unter. Diese fängt nicht nur abfallende Nadeln auf, sondern schützt den Wagen zusätzlich vor Harz, das vor allem am Stamm geschlagener Bäume austritt. Doch auch abgeknickte Äste sondern die klebrige Flüssigkeit ab, die sich nur schwer wieder aus Polstern entfernen lässt. Dies ist besonders wichtig, wenn ihr für den Transport einen Leasing- oder Mietwagen benutzen. Die Baumspitze darf übrigens maximal 1,5 Meter aus dem offenen Kofferraum herausragen. Ab einem Meter Überlänge muss sie jedoch durch eine mindestens 30 mal 30 Zentimeter große rote Fahne gekennzeichnet werden. Bei Dunkelheit ist laut ADAC sogar eine rote Lampe vorgeschrieben.

Weitaus weniger problematisch ist der Transport auf dem Dach, sofern das Fahrzeug über ein Trägersystem wie eine Dachreling oder einen Grundträger verfügt. Achtet hier besonders darauf, dass der Baum eng zusammengeschnürt ist und der Stamm nach vorne zeigt. So kann sich der Fahrtwind nicht in den Zweigen verfangen und die Tanne vom Wagen reißen. Auch hier gilt: Nach hinten darf der Baum bis zu 1,50 Meter überstehen. Nach vorne sollte jedoch auf Höhe der Windschutzscheibe Schluss sein. Zum Verschnüren dürfen nur Spanngurte verwendet werden, die dann jeweils einmal um den Baum und einmal um die Baumspitze geschlungen sowie anschließend am Trägersystem verzurrt werden. Die häufig verwendeten Gummi-Expander sind hingegen verboten, da sie den Baum im Notfall nicht an Ort und Stelle halten können.

  • Der Baum muss grundsätzlich gut gesichert werden
  • Im Innenraum den Stamm direkt an eine Rückenlehne legen
  • Den Baum am Kofferraumboden festzurren
  • Schützt die Polster mit Decken oder Planen vor Nadeln und Harz
  • Dachtransport nur mit Trägersystem
  • Nur Spanngurte zum Verzurren benutzen
  • Stamm nach vorne, das bietet weniger Angriffsfläche für Fahrtwind
  • Ab einem Meter Überlänge die rote Fahne nicht vergessen

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Flugzeug: Wenn es mal weiter weg gehen soll

Auch im Urlaub mit Weihnachtsbaum feiern
Sonstiges: Weihnachtsbaum - Flugzeug© Condor

Egal ob ihr auf Mallorca überwintertdas Weihnachtsfest im Urlaub in der Karibik verbringt oder euch einfach bis kurz vor Heiligabend nicht in den eigenen Wänden aufhaltet: Auf eure Tanne müsst ihr nicht verzichten. Ein besonders großes Herz für weihnachtliche Bräuche zeigen auch in diesem Jahr wieder Condor und Tuifly. Beide Fluggesellschaften gestatten ihren Gästen in der Adventszeit kostenlos die Mitnahme eines Tannenbaums auf allen Routen. Während bei Condor Bäume bis einen Meter ohne Gebühr mitfliegen, erlaubt Tuifly sogar Tannen bis zu zwei Meter. Weitere Voraussetzung: Der Baum muss in ein Netz verpackt sein und vor Abflug angemeldet werden.

Für größere Bäume berechnen beide Airlines die üblichen Übergepäckgebühren für Sperrgut. Ob andere Airlines euren Weihnachtsbaum mit an Bord nehmen, hängt von deren Gepäck- sowie generell den Einfuhrbestimmungen des Ziellandes ab. Denn nicht in allen Staaten der Welt dürft ihr einfach einen Tannenbaum mitbringen. Kenia verbietet die Einfuhr der dort fremden Gewächse komplett, Ägypten oder Thailand erlauben nur ganz besonders behandelte Pflanzen. In vielen anderen Ländern wird hingegen ein Gesundheitszeugnis vom Pflanzenschutzdienst des Gesundheitsamtes verlangt.

  • Einige Airlines nehmen Bäume in der Weihnachtszeit kostenlos mit
  • Andere behandeln sie wie normales Gepäck oder Sperrgut
  • Überprüft vorher die Einfuhrbestimmungen des Ziellandes
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Mit dem Fahrrad: Ein Balanceakt

Anhänger ist Pflicht
Sonstiges: Weihnachtsbaum - Fahrrad

Damit der Baum in die heimischen vier Wände kommt, überlegen sich einige die abenteuerlichsten Transportmöglichkeiten. Kaum zu glauben: Laut einer Umfrage von 2010 nutzen rund vier Prozent dafür das Fahrrad. Dabei solltet ihr jedoch unbedingt beachten, dass falsch gesicherte Ladung auch auf dem Drahtesel zu Bußgeldern führen kann. Der Gepäckträger ist daher nur für Bonsai-Bäume geeignet. Notdürftig mit Seilen und Gurten festgezurrte Tannen auf dem Rad werden von der Polizei hingegen genauso geahndet wie auf dem Auto oder Motorrad. Ausnahme: Ihr schiebt den schwer bepackten Drahtesel. Bei größeren Christbäumen solltet ihr lieber auf einen Fahrradhänger oder etwas Vergleichbares zurückgreifen, wobei auch hier die Vorgaben für Überlänge und Markierung durch ein rotes Fähnchen gelten.

  • Ladung auch auf dem Fahrrad sichern
  • Andernfalls drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg
  • Am besten einen Fahrradwagen nutzen
  • Hängt der Baum über, die rote Fahne nicht vergessen
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Öffentlicher Nahverkehr: Rücksicht ist besser als Nachsicht

Der Tannenbaum; ein stacheliger Sitznachbar
Sonstiges: Weihnachtsbaum - Zug

Neben den wahnwitzigen Varianten des Baumtransports auf der Straße versetzt es im vorweihnachtlichen Berlin oder in anderen Großstädten schon lange niemanden mehr in Erstaunen, sich Bus oder Bahn mit dem ein oder anderen Nadelgehölz teilen zu müssen. Gern gesehen wird das allerdings nicht unbedingt. Während vor allem im Berufsverkehr der Platz in den überfüllten Straßen- oder U-Bahnen ohnehin knapp wird, wollen die wenigstens diesen auch noch mit einer stacheligen Silbertanne teilen.

Die (meisten) Verkehrsbetriebe dulden den Transport zwar, bei allzu großer Verschmutzung durch Nadeln und vor allem Harz könnte euch aber hier ebenfalls die Reinigung in Rechnung gestellt werden. Außerdem erheben einige Unternehmen bei derart großen „Gepäckstücken“ eine Extragebühr, wie etwa auch für Fahrräder oder Hunde. Wenn ihr euren Christbaum also tatsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause bringen möchtet, tut euch und euren Mitmenschen also einen Gefallen und meidet die Hauptverkehrszeiten. Der Baum und eure Nerven könnten dabei sonst unnötig Schaden nehmen.

  • Weihnachtsbäume in Bussen und Bahnen werden meist nur geduldet
  • Ggf. müsst ihr für die Nadelgewächse ein extra Ticket lösen
  • Bei zu großer Verschmutzung kann euch das Verkehrsunternehmen die Reinigung berechnen
  • Meidet für den Transport die Stoßzeiten im Berufsverkehr
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Zu Fuß: Dem Weihnachtsspeck vorbeugen

Ein Hoch auf gute Freunde
Sonstiges: Weihnachtsbaum - Zu Fuß

Die vermeintlich einfachste Art den Weihnachtsbaum vom Händler oder Baumarkt nach Hause zu schaffen ist natürlich auf Schusters Rappen. So könnt ihr auch gleich noch ein paar Pfunde abtrainieren, die über Weihnachten ohnehin auf den Hüften landen. Doch was so einfach klingt, wird bei größeren Bäumen und engen Treppenhäusern schnell zum Problem und Abenteuer. Während kleinere Tannen im Transportnetz kein Problem darstellen, solltet ihr für größere Bäume Freunde oder Familie um Hilfe bitten. Diese können dann nicht nur das Gewicht mit schultern, sondern auch darauf achtgeben, dass ihr mit dem langen Baum nicht ausversehen an Autos hängen bleibt oder anderen Passanten die Zweige um die Ohren haut. Ist der Baum übrigens zu groß fürs Treppenhaus, könnt ihr ihn auch per Seil durchs Fenster herein holen. Achtet dabei auf feste Knoten, ein stabiles Seil und dass ihr beim Hochziehen keine Fenster beschädigt. Sicherheitshalber sollte jemand den Bereich unter dem Baum für Fußgänger kurzzeitig sperren. Sicher ist sicher.

  • Achtet beim Tragen auf den „ausschwenkenden“ Teil des Baums hinter euch
  • Fragt am besten Freunde oder Familie um Hilfe
  • Ist das Treppenhaus zu klein, geht es auch mit Seil durchs Fenster
  • Sichert dann jedoch den Gehweg darunter, solange der Baum in der Luft ist
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Lieferdienste: Die entspannte Alternative

Bringen lassen oder online shoppen
Sonstiges: Weihnachtsbaum - Lieferdienst

Habt ihr kein passendes Auto und öffentliche Verkehrsmittel kommen ebenfalls nicht infrage, könnt ihr euch neben dem Mietwagen auch um einen Lieferdienst bemühen. Während einige stationäre Baumverkäufer einen entsprechenden Service für rund 20 Euro gleich mit anbieten, gibt es auch immer mehr Onlinehändler, die den Weihnachtsbaum direkt frei Haus liefern. Laut einer Umfrage von Bitkom Research planten 2016 bereits fünf Prozent der deutschen ihren Baum online zu shoppen. Vom Rest können sich immerhin neun Prozent vorstellen, dies künftig ebenfalls zu tun.

Auch einige Baumärkte liefern ihre Tannen bei Onlinebestellung – gegen Gebühr – per Spedition bis an die Wohnungstür. Der Vorteil: Ihr müsst nicht mal das Haus verlassen, um einen Weihnachtsbaum in der gewünschten Größe zu bekommen. Aber Vorsicht: Ihr wisst nie genau, wie der Baum letztendlich aussieht, den der Internet-Händler für euch aussucht. Denn während Transportschäden – etwa (zu viele) abgeknickte Äste – auch beim Baum reklamiert werden können, gibt es bei einer intakten Krüppelkiefer leider kein Umtauschrecht. Außerdem sind Onlinehändler bei Christbäumen nur selten billiger als traditionelle Verkäufer, zudem kommt häufig noch eine Liefergebühr oben drauf.

  • Praktisch: Weihnachtsbaum kaufen, ohne das Haus zu verlassen
  • Vorsicht: Keine Garantie auf einen perfekten Baum
  • Transportschäden können auch bei Weihnachtsbäumen reklamiert werden

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Über den Autor

Holger Zehden

Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge rund um die Themen Mietwagen, Urlaub, Flug und Hotel verantwortlich. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.