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10 kuriose Oktoberfest-Fakten

Sonstiges: Oktoberfest II

Bald ist es wieder so weit: Am 22. September 2018 schallt es laut „O'zapft is“ durch den Schottenhammel auf der Theresienwiese und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnet das 185. Oktoberfest. Für zwei Wochen steht dann ganz München wieder voll im Zeichen von Bier, Brezn und Blasmusik. In diesem Jahr geht die Wiesn bis zum Sonntag, 7. Oktober. Wir haben für euch zehn weitere lustige, interessante und kuriose Oktoberfest-Fakten, die ihr vermutlich noch nicht kennt.

Sonstiges: Junge Einstein

Kaum zu glauben aber wahr: Der Nobelpreisträger und wohl einer der klügsten Köpfe in der Geschichte half in seiner Jugend beim Zeltaufbau auf dem Oktoberfest mit. Lange, bevor er 1905 durch die Veröffentlichung seiner Theorie über die Struktur von Raum und Zeit sowie dem Wesen der Gravitation weltberühmt wurde, arbeitete der junge Albert als Lehrling in der Elektrofirma seines Vaters.

Diese half 1896 unter anderem bei der Installation der Beleuchtung im Schottenhammel auf dem 82. Oktoberfest. Als wäre das nicht kurios genug, erhielt Albert Einstein sein Abiturzeugnis am 3. Oktober 1896 mit Bestnoten – außer in Französisch – und das obwohl er statt zu Büffeln auf dem Oktoberfest Glühbirnen in Fassungen geschraubt hatte.

Sonstiges: Oktoberfest Anstoßen

Es ist wohl das bekannteste Lied des Oktoberfests und trägt ordentlich zum jährlichen Bierkonsum auf der Wiesn von rund sechs Millionen Litern bei: das bekannte „Prosit der Gemütlichkeit“. Seit 1912 erschallt das Lied regelmäßig in den Bierzelten auf dem Oktoberfest und animiert die Leute mit seinem zünftigen „oans, zwoa, gsuffa“ zum Schunkeln und Trinken. Doch wer nun meint, das Lied sei extra für oder gar auf der Wiesn entstanden, der liegt weit daneben, 386 Kilometer um genau zu sein.

Geschrieben wurde es nämlich bereits Jahre zuvor von Bernhard Dittrich in Chemnitz. Vom Durchbruch seiner Schöpfung bekam der 1840 geborene Komponist aber nichts mehr mit. Er starb bereits 1902 im Alter von 62, also 10 Jahre bevor sein Lied zu dem Wiesn-Hit schlechthin wurde.

Sonstiges: Oktoberfest Fässer Schmuck

Das Bier fließt in Strömen, heftiges Flirten und die eine oder andere handfeste Keilerei: Das Oktoberfest ist nicht unbedingt der Ort, an dem man die spirituelle Erleuchtung sucht. Doch bereits seit 1956 treffen sich die gläubigen Schausteller, Wirte und Marktleute am Donnerstag der ersten Wiesnwoche um zusammen zu beten, ihre Kinder taufen zu lassen, oder deren Erstkommunion oder Firmung zu feiern.

Natürlich sind auch alle Gäste eingeladen, die den Tag auf der Wiesn ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes andächtig beginnen oder einfach nur dem einzigartigen Gottesdienst beiwohnen wollen. Der nächste Gottesdienst findet am Donnerstag, 27. September um 10 Uhr im Festzelt statt, wo er seit drei Jahren zelebriert wird. Davor wurde er stets im Hippodrom abgehalten.

Sonstiges: Verbotsschild Frau

Ja, Modedesignerin, Fotomodell, Schauspielerin und Sängerin Paris Hilton wurde tatsächlich 2006 des Oktoberfests verwiesen. Jedoch nicht, weil sie sich betrunken oder daneben benommen hätte. Stattdessen missfiel der Wiesnleitung, dass Hilton ihren Besuch in München und auf dem Oktoberfest für eine Promotion-Tour nutzen wollte. Kaum in der bayerischen Landeshauptstadt angekommen präsentierte sich die junge Dame im goldenen Glitzerdirndl, stets mit einer edelsteinbesetzten Dose ihres neuen Proseccos.

Obwohl die Werbung für ihr Produkt auf der Wiesn ausdrücklich untersagt wurde, tauchte Hilton wenig später mit einem Haarband auf, auf dem deutlich der Name des Produkts zu sehen war. Da auch immer mehr andere Prominente das Volksfest für Werbeveranstaltungen nutzten, sprach die Oktoberfestleitung ein generelles Verbot für jegliche Art von Werbe- oder Lobby-Veranstaltungen aus. Doch Paris Hilton wurde im folgenden Jahr ausdrücklich zur „Persona non grata“ erklärt. Sie ist auf der Wiesn unerwünscht, erklärte die damalige Chefin von „München Tourismus“ Dr. Gabriele Weishäupl.

Sonstiges: Maßkrüge tragen

Auch wenn es kein Kriterium für die Einstellung ist: Je mehr Maßkrüge eine Bedienung auf dem Oktoberfest auf einmal an die Tische schleppen kann, desto mehr Geld verdient sie pro Runde. Genau deswegen entpuppen sich einige Damen als wahre Leistungssportler. Den Rekord der Frauen hält Anita Schwartz die 19 Mass Bier mit einem Gewicht von rund 45 Kilogramm ganze 40 Meter weit durch ein Bierzelt trug, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Noch einen drauf setzte der Niederbayer Oliver Strümpfel, der im September den offiziellen Weltrekord aufstellte und 25 volle Maßkrüge über die gleiche Distanz trug. Gewicht: 57,15 Kilogramm. Auf dem Abensberg Volksfest Gillamoos hatte Strümpfel gar 27 volle Krüge gestemmt, doch ohne Notar blieb der Rekord inoffiziell.

Sonstiges: Kanada Flagge Gebäude

Auch wenn es häufig so wirkt, als würden zum Oktoberfest vor allem Besucher aus dem Ausland auf die Theresienwiese strömen: Laut offiziellen Angaben sind nur 19 Prozent der Gäste nicht aus Deutschland, ein Großteil kommt sogar aus Bayern und dem Großraum München. Ein Grund dürfte sein, dass sich das Prinzip Oktoberfest offenbar auch bestens in anderen Ländern verkauft. Egal ob in der Schweiz, China, Japan, den USA oder sogar in Brasilien, Indien und Namibia: Überall auf dem Globus feiern die Menschen mehr oder weniger gelungene Kopien der Münchner Wiesn.

Die mit Abstand größte findet bereits seit 1969 im kanadischen Kitchener-Waterloo statt. Mittlerweile zieht das dortige Oktoberfest jährlich zwischen 700.000 und einer Million Gäste in die kanadische Provinz Ontario, wobei die nordamerikanische Version stets erst nach Ende der offiziellen Wiesn beginnt und nur etwa halb so lang dauert. In diesem Jahr feiern die Twin Cities ihr Oktoberfest vom 7. bis zum 15. Oktober.

Sonstiges: Bierfass Anstich

Der Anstich des ersten Fasses auf dem Oktoberfest gebührt seit vielen Jahren dem amtierenden Oberbürgermeister und vielen Münchnern ist dessen Schlagkraft offenbar wichtiger als sein politisches Handeln. Denn Jahr um Jahr wird mit Argusaugen beobachtet, mit wie wenig Schlägen der Zapfhahn im Fass steckt. Als Meister dieses Fachs hatte sich der langjährige Oberbürgermeister Christian Ude hervorgetan, denn während seiner Amtszeit von 1993 bis 2014 schaffte er siebenmal das Bestergebnis von nur zwei Schlägen. Doch auch sein Nachfolger Dieter Reiter machte am Fass eine gute Figur: Nach vier Schlägen bei seinem ersten Anstich, floss 2015 das Bier bereits nach zwei Hieben mit dem Hammer.

Weniger glücklich sah hingegen der Begründer der Tradition aus. Im Jahr 1950 sollte dem amtierenden Oberhaupt der Stadt Thomas Wimmer erstmals die Ehre zu Teil werden, das Oktoberfest offiziell zu eröffnen. Je nach Quelle benötigte Wimmer jedoch 17 bzw. 19 Schläge, bis er endlich verkünden konnte: „O'zapft is!“

Sonstiges: Oktoberfest Grüße

Das Oktoberfest ist in allen Belangen eine Veranstaltung der Superlative. Auf einer Fläche von 31 Hektar finden in 16 großen und 21 kleineren Bierzelten rund 120.000 Menschen gleichzeitig einen Sitzplatz. In 14 Tagen bewirtet das Oktoberfest rund sechs Millionen Besucher, von denen viele gern Grüße an die Daheimgebliebenen schicken wollen. Aus diesem Grund hat die Deutsche Post am Haupteingang zur Theresienwiese eine eigene Zweigstelle eingerichtet. Neben Postkarten können von hier auch Souvenirs wie zum Beispiel Bierkrüge problemlos in alle Welt geschickt werden. Im Jahr 2012 wurden hier rekordverdächtige 130.000 Sendungen in alle Herren Länder versendet.

Sonstiges: Richtung Toilette

Das Münchner Oktoberfest ist eine logistische Meisterleistung. 85 ganze Kälber, 116 Ochsen, 59.000 Schweins- Haxen, 120.000 Paar Schweinswürste und 510.000 ganze Hendel (Grill-Hähnchen) werden während 14 Tagen Oktoberfest verspeist. Da bei so einem Mega-Event natürlich auch jede Menge Abfall entsteht, muss dieser entsprechend entsorgt werden. Zwar arbeiten die Veranstalter kontinuierlich daran, die Müllmassen zu verringern – so gibt es auf der Wiesn schon länger keine Wegwerf-Becher und Teller mehr und der anfallende Müll wird säuberlich getrennt. 2015 mussten rund 120 Tonnen Abfall entsorgt werden, 2014 waren es jedoch noch 230 Tonnen.

Doch auch anderweitig muss auf der Wiesn die Entsorgung gewährleistet sein, damit möglichst wenig Besucher zu ungeliebten „Wildbieslern“ werden. Da es sich bei diesen vor allem um männliche Besucher handelt, stellen die Wiesnwirte in den Zelten sage und schreibe 878 Meter „Stehplätze“ an den Pissoirs zur Verfügung. Hinzu kommen annähernd 1.000 Sitzplätze, die sich Männlein und Weiblein teilen.

Sonstiges: Oktoberfest Bierzelt

Der Durst der Wiesn-Gäste kennt offenbar keine Grenzen. Denn obwohl die Besucherzahlen in den letzten Jahren stetig zurückgegangen sind, stieg der Bierkonsum sogar an. Tranken im Jahr 2011 noch 6,9 Millionen Gäste 7,5 Millionen Liter Festbier, stellten 2014 nur noch 6,3 Millionen Besucher den absoluten Wiesn-Rekord von 7,7 Millionen Litern auf. Um diesem Verlangen Herr zu werden, hat das Hackerzelt für das Oktoberfest 2012 für die Zukunft investiert. Für einen mittleren sechsstelligen Bereich ließ sich der Festwirt eine Bierpipeline installieren.

Die 250 Meter lange Rohrleitung unter der Theresienwiese sorgt dafür, dass die rund 10.000 Gäste des Hackerzelts seit dem schneller an ihr Bier kommen, das meist auch noch kühler an den Tisch gelangt als bisher. Denn vorher mussten die insgesamt fünf Schänken jeweils von eigenen Tankwagen beliefert werden, die für die Anfahrt durch die Touristenmassen und das Umpumpen von 30 bis 50 Hektolitern stolze neun Stunden benötigten. Die neue Anlage beliefert hingegen alle fünf Stationen von einem 1.000 Hektoliter großen Zentraltank mit vier grad kaltem Bier. Na dann: Prosit!

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Über den Autor

Holger Zehden

Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge rund um die Themen Mietwagen, Urlaub, Flug und Hotel verantwortlich. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.