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Die Zukunft des Reisens - Blitzschnell oder virtuell?

Reisen der Zukunft: Vater - Sohn - VR

Um die Welt reisen und fremde Länder sehen: Vor allem Fliegen ist durch Lowcost-Airlines so günstig wie noch nie. Dank Breitband-Satelliten-Internet sind wir selbst in zehntausend Metern Höhe voll vernetzt und können im Flugzeug unsere liebsten Serien streamen. Moderne Technik hat die Art des Reisens in den letzten Jahren dramatisch verändert. Wie mag das erst in 30 Jahren aussehen? Werden Flüge noch günstiger oder deutlich schneller? Müssen wir dann noch fliegen oder können wir ebenso schnell fahren? Und ist es dann überhaupt noch nötig, unsere eigenen vier Wände zu verlassen, oder können wir die schönsten Orte dieser Welt auch von zu Hause aus hautnah erleben? Wir werfen einen Blick in die Kristallkugel, wie das Reisen von Morgen aussehen könnte.

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Fliegen - günstiger und bequemer

Spottbillig oder hyperluxuriös in die Ferne
Zukunft des Reisens: Etihad the residence© Etihad Airways

Wer hätte sich vor 30 Jahren träumen lassen, für 20 Euro (oder weniger) quer durch Europa fliegen zu können? Dank hartem Konkurrenzkampf der Billigflieger ist dies heute Realität. Doch durch modernere und sparsamere Jets dürften künftig auch die Kosten für Langstreckenflüge noch weiter sinken. So werden dann auch Urlaubsreisen in ferne Länder wie Thailand, die Dominikanische Republik oder Südafrika für deutlich mehr Menschen erschwinglich. Doch während die niedrigen Preise häufig mit weniger Platz und eingeschränkten Annehmlichkeiten an Bord verbunden ist, wird auf der anderen Seite das Angebot an Wohlfühl-Extras zunehmen, natürlich gegen Bezahlung.

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Digitale Assistenz

Hotel und Ziel von Zuhause erkunden
Bewertung+Handy+Hotel+virtuell+1027499300

Im Jahr 2050 werden sich Reisende kaum noch vorstellen können, wie vergleichsweise umständlich das Urlaubmachen 30 Jahre zuvor war. Das fängt bereits bei der Auswahl des Ziels an. Statt im Internet langwierig Hotelbewertungen zu studieren, sich in Foren über die schönsten Sehenswürdigkeiten zu informieren oder – Gott bewahre – einen Reisekatalog zu wälzen, weiß in 30 Jahren euer digitaler Assistent, was ihr wollt und wie viel es kosten soll. Alternativ könnt ihr auch selbst tätig werden und das Wunschhotel vorab virtuell begehen oder Städte sowie Sehenswürdigkeiten erkunden (lassen). Letzteres hat der australische Bundesstaat Victoria bereits 2013 erfolgreich getestet. Vier mit Kameras ausgestattete Reiseführer besuchten fünf Tage lang Sehenswürdigkeiten, Restaurants und andere Ort in Melbourne, zu denen sie Menschen aus der ganzen Welt per Facebook und Twitter schickten.

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Einchecken im Vorbeigehen

Reisen ohne Warten
Zukunft des Reisens: Rimowa Bag 2 Go Smartphone© T-Systems

Ist das Wunschziel gefunden, ladet ihr eure Reisedokumente auf euer Smartphone und checkt auch das Gepäck bereits online ein. Danach geht es bequem mit dem selbstfahrenden Auto oder Taxi zum Flughafen. Der computergesteuerte Wagen setzt euch direkt an der Sicherheitsschleuse ab und fährt selbstständig wieder nach Hause. Einen Check-in-Schalter gibt es nicht mehr, denn das Gepäck wiegt sich mittlerweile selbst. Am Sicherheitscheck gehören die altmodischen "Nacktscanner" der Vergangenheit an. Molekularscanner durchleuchten Personen und Handgepäck im Vorbeigehen. Das auf dem Smartphone gespeicherte Flugticket müsst ihr dann nicht mal mehr vorzeigen. Per Near Field Communication (NFC) überträgt das Handy eure Daten automatisch an die Sicherheitsschleuse, die per Gesichts- und Netzhautscan binnen Sekunden prüft, ob die Person zum Ticket passt. Im Gegenzug erhält euer Smartphone vom Airport-Computer Informationen zum Flugstatus und den schnellsten Weg zum Gate.

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Erlebniswelt Airport

Der Flughafen als erste Attraktion
Reisen der Zukunft: Parkanlage - Flughafen Singapur - Terminal 3© Changi International Airport

Eilig haben es in der Zukunft wohl nur noch die Wenigsten an den großen Flughäfen. Schließlich werden sich die großen Luftfahrtdrehkreuze in den nächsten 30 Jahren wahrscheinlich zu einer Mischung aus Einkaufsmeile, Freizeitpark und Wellnesstempel entwickeln. Während ihr auf euren Flug wartet, könnt ihr also ruhig noch eine Runde durch die Indoor-Parkanlagen des Flughafens schlendern, entspannt einkaufen gehen, oder – wenn es doch mal länger dauert – im obligatorischen Airport-Kino den aktuellen Blockbuster anschauen.

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Zug statt Flug

Extrem schnell oder sehr billig

Überschallreisen im Zug? Der Hyperloop kann in seinen Vakuumröhren bis zu 1.200 km/h erreichen. Kurz- und Mittelstreckenflüge währen damit überflüssig.


Im Flieger bleibt wahrscheinlich kaum noch Zeit, um Filme zu schauen. Seit Züge in Vakuumröhren mit Überschallgeschwindigkeit reisen und eine Fahrt von Berlin nach München nur noch 24 Minuten dauert (oder ihr in nur 1,5 Stunden von Köln nach Lissabon gefahren seid), wird fast nur noch auf der Lang- und Ultralangstrecke geflogen. Doch auch im Flugverkehr wird sich viel tun, so könnte ein Flug von Düsseldorf nach New York dank Strato-Jets nur noch 60 Minuten dauern. Durch die rasante Art des Reisens hat sich auch das Urlaubsverhalten der Menschen verändert. Kurztrips wie Wochenendshopping oder sogar Tagesausflüge von Frankfurt nach New York oder Los Angeles stehen hoch im Kurs, bei langen Aufenthalten entschleunigt die hohe Reisegeschwindigkeit das Reiseerlebnis am Ziel hingegen ungemein. Endlich bietet der 14-tägige Jahresurlaub in der Karibik auch wirklich 14 Tage Entspannung. Die Mietwagen-Rundreise durch die USA darf ebenfalls gerne drei Wochen dauern. New York liegt schließlich nur eine Stunde entfernt und von San Francisco nach Hause sind es nur 30 Minuten mehr.

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Virtuelles Reisen

Von Zuhause die Welt erkunden

Wo gibt es die schönsten Strände, die besten Hotels, die günstigsten Flüge und welche Restaurants haben das schmackhafteste Essen? All das lässt sich mit nur wenigen Klicks im Internet in Erfahrung bringen. Das funktioniert so gut, dass eine Kunststudentin aus Holland 2014 ihrem persönlichen Umfeld via Facebook erfolgreich eine Asienreise vortäuschte. Fotos, Postkarten und (Solarium-) Bräune inklusive. Doch kann die Technik bald auch uns selbst einen Traumurlaub vorgaukeln?

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Indoor-Urlaub

Die Tropen unter der Kuppel
Freizeitpark: Tropical Islands© Tropical Islands

Bereits heute können wir in Freizeitparks wie dem „Tropical Islands“ auch im brandenburgischen Winter Karibikfeeling genießen. Vom Sandstrand aus bietet sich den Besuchern in der kalten Jahreszeit häufig der bizarre Blick auf eine verschneite Außenwelt. Künftig könnten jedoch statt Fenstern verbaute transparente Bildschirme auch außerhalb der Halle eine tropische Landschaft simulieren. Entsprechende Displays hat Samsung bereits 2015 präsentiert. Eine seichte Meeresbrise aus einer speziellen Klimaanlage und tropische Fische im Schwimmbecken könnten das Fernreise-Erlebnis um die Ecke abrunden.

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Fremde Welten mit VR-Brille

Aus dem Sessel in die Welt

Abenteuerurlaub mit Dinosauriern? Kein Problem, im Virtual-Reality-Spiel Robinson: The Journey.

Noch einen Schritt weiter geht die Technologie der virtuellen Realität (VR), welche in den letzten Jahren den Durchbruch zur Massentauglichkeit geschafft hat. Egal, ob für das Smartphone, die Spielekonsole oder den PC, für alle Plattformen gibt es mittlerweile VR-Brillen und die zunächst hohen Preise fallen immer weiter. Zeitgleich entwickelt sich auch der angebotene VR-Content rasant. Vorreiter sind hier die Videospiele, wo unter anderem Sony bereits 2016 eine erste VR-Brille auf den Markt brachte, für die es mittlerweile Dutzende unterschiedliche Games gibt. So könnt ihr in The Elder Scrolls V: Skyrim VR aus der Ich-Perspektive auf Drachenjagd gehen, in Farpoint fremde Planeten erkunden oder im Dschungel von Robinson: The Journey auf Tuchfühlung mit Dinosauriern gehen.

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Urlaub in der virtuellen Realität

Erste virtuelle Reiseerlebnisse
VR_Brille+virtuelle_Realität

Auch die Travel-Industrie erwärmt sich langsam für die VR-Technologie. So verwenden verschiedene Anbieter und Reisebüros die Brillen mittlerweile dazu, den Kunden einen ersten Eindruck vom Reiseland, den Attraktionen oder dem potenziellen Hotel zu vermitteln. Die Lufthansa zeigte 2017 auf der ITB in Berlin ein Projekt, bei dem Passagiere mittels VR-Brille frei aus dem Flugzeug schauen können. Die App "VR Moving Map" zeigte dabei in Echtzeit die aktuelle Position des Flugzeugs sowie die Landschaft darunter an. Ähnlich wie bei Google Maps werden Sehenswürdigkeiten angezeigt und mit passenden Fotos und Videos verknüpft, die im Vorbeiflug besichtigt werden können. Wer schon immer eine Toskana-Rundreise unternehmen wollte, dafür aber bisher keine Zeit hatte, kann mit der App „Tuscany Drive“ zumindest einen kleinen, virtuellen Abstecher nach Mittelitalien machen. In der kostenlosen Demoversion könnt ihr ein Ferienhaus in der Toskana mit 360-Grad-Rundumblick erkunden. 

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Ein erster Schritt

Große Erlebnisse mit etwas Nachholbedarf
Kuba: Isla de la Juventud - Tauchen

Die Vorteile des virtuellen Reisens sind nicht von der Hand zu weisen. Selbst waghalsiger Aktivurlaub, wie ein Tauchgang mit Haien, der Seiltanz über den Grand Canyon oder eine halsbrecherische Spritztour mit dem Mietwagen von Porsche stellen keine echte Gefahr für Leib, Leben und Geldbeutel dar. Außerdem könnten sie auch körperlich eingeschränkten Personen jede nur erdenkliche Urlaubserfahrung ermöglichen. Doch egal wie perfekt Urlaub virtuell simuliert wird, wir können ihn – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt mit anderen teilen. Zudem fehlen wichtige Sinneseindrücke: Auf einer virtuellen Reise über einen orientalischen Basar in Oman könnt ihr also weder all die fremden Gerüche und Gewürze erschnuppern, noch feine Seidentücher erfühlen oder das köstliche Essen probieren. Das virtuelle Reisen kann das echte deshalb noch lange nicht ersetzen - aber definitiv einen spannenden Ausblick in die Zukunft geben!

Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig und nach bestem Wissen ausgesucht und zusammengestellt. Sie dienen als Inspiration für unsere Leser und stellen Empfehlungen der Redaktion dar.

Über den Autor

Holger Zehden

Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge rund um die Themen Mietwagen, Urlaub, Flug und Hotel verantwortlich. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.