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Die Zukunft des Reisens - Blitzschnell oder Virtuell?

Um die Welt reisen und fremde Länder sehen: Vor allem Fliegen ist durch Lowcost-Airlines so günstig wie noch nie. Dank Breitband-Satelliten-Internet sind wir selbst in zehntausend Metern Höhe voll vernetzt und können im Flugzeug unsere liebsten Serien streamen. Moderne Technik hat die Art des Reisens in den letzten Jahren dramatisch verändert. Wie mag das erst in 30 Jahren aussehen? Werden Flüge noch günstiger oder deutlich schneller? Müssen wir dann noch fliegen oder können wir ebenso schnell fahren? Und ist es dann überhaupt noch nötig, unsere eigenen vier Wände zu verlassen, oder können wir die schönsten Orte dieser Welt auch von zu Hause aus hautnah erleben? Wir werfen einen Blick in die Kristallkugel, wie das Reisen von Morgen aussehen könnte.

Wie und vor allem wo machen Menschen in Zukunft eigentlich Urlaub? Bis wir ausschließlich virtuell am Computer verreisen, dürfte noch sehr viel Zeit vergehen, wenn es denn überhaupt je ein wirklich halbwegs adäquater Ersatz zum echten Urlaub wird. Doch wie reisen wir in 30 Jahren? Unsere Art der Fortbewegung wird sich dramatisch verändern. Ein Tagesausflug über den Atlantik könnte in absehbarer Zeit keine Träumerei mehr sein und obendrein sogar bezahlbar.

Wer hätte sich 1988 träumen lassen, für 20 Euro (oder weniger) quer durch Europa fliegen zu können? Dank hartem Konkurrenzkampf der Billigflieger ist dies heute Realität. Doch durch modernere und sparsamere Jets dürften künftig auch die Kosten für Langstreckenflüge noch weiter sinken. So werden dann auch Urlaubsreisen in ferne Länder wie Thailand, die Dominikanische Republik oder Südafrika für deutlich mehr Menschen erschwinglich. Doch während die niedrigen preise häufig mit weniger Platz und eingeschränkten Annehmlichkeiten an Bord verbunden ist, wird auf der anderen Seite das Angebot an Wohlfühl-Extras zunehmen, natürlich gegen Bezahlung.

© Etihad Airways
Im Airbus A380 von Abu Dhabi nach London, New York, Paris, Sidney und Melbourne hat Etihad eine 3-Zimmer-Suite im Angebot.

Bereits heute gibt es die Möglichkeit, im 5-Sterne-Luxus-Appartment den Atlantik oder Pazifik zu überqueren. So können Passagiere von Etihad Airways im Airbus A380 auf den Routen von Abu Dhabi nach London, New York, Paris, Sidney und Melbourne eine komplette Suite, mit Wohn- und Schlafzimmer sowie eigenem Bad für sich buchen. Zu der "The Resident" genannten Buchungsklasse oberhalb der First Class zählt auch ein VIP-Concierge-Service. Dieser organisiert unter anderem eine Limousine, die Gäste zu Hause abholt und um Flughafen bringt. Das Ganze hat allerdings seinen Preis: Rund 20.000 Euro pro Flug. Sowohl die extrem günstigen Flugpreise als auch der opulente Luxus hätte sich vor 30 Jahren wohl kaum jemand vorstellen können.

Ganz ähnlich wird es Menschen im Jahr 2048 gehen, wenn sie an das unbequeme und umständliche Reisen 2018 denken. Das fängt bereits bei der Auswahl des Ziels an. Statt im Internet langwierig Hotelbewertungen zu studieren, sich in Foren über die schönsten Sehenswürdigkeiten zu informieren oder – Gott bewahre – einen Reisekatalog zu wälzen, weiß in 30 Jahren euer digitaler Assistent (egal ob von Amazon, Apple, Google oder sonst wem), was ihr wollt und wie viel es kosten soll. Alternativ könnt ihr auch selbst tätig werden und das Wunschhotel vorab virtuell begehen oder Städte sowie Sehenswürdigkeiten erkunden (lassen). Letzteres hat der australische Bundesstaat Victoria bereits 2013 erfolgreich getestet. Vier mit Kameras ausgestattete Reiseführer besuchten fünf Tage lang Sehenswürdigkeiten, Restaurants und andere Ort in Melbourne, zu denen sie Leute aus der ganzen Welt per Facebook und Twitter schickten.

© T-Systems
Mit dem Smartphone kann man die „Bag2Go“ automatisch einchecken und während der Reise in Echtzeit verfolgen.

Ist das Wunschziel gefunden, ladet ihr eure Reisedokumente auf euer Smartphone und checkt auch das Gepäck bereits online ein. Danach geht es bequem mit dem selbstfahrenden Auto oder Taxi zum Flughafen. Die gigantischen Parkhäuser, wie sie 2018 an großen Airports üblich waren, sind längst überflüssig. Der computergesteuerte Wagen setzt euch direkt an der Sicherheitsschleuse ab und fährt selbstständig wieder nah Hause. Einen Check-in-Schalter gibt es ebenfalls nicht mehr, denn das Gepäck wiegt sich mittlerweile selbst. Auch in welchen Flieger euer Koffer muss, teilt dieser dem Gepäcksystem des Flughafens automatisch mit. Nach Abgabe könnt ihr ihn zudem per Smartphone in Echtzeit weiter verfolgen, etwa ob er bereits in den Flieger verladen wurde.

Am Sicherheitscheck gehören die altmodischen "Nacktscanner" von anno 2018 zum Glück der Vergangenheit an. Molekularscanner durchleuchten Personen und Handgepäck im Vorbeigehen. Das auf dem Smartphone gespeicherte Flugticket müsst ihr 2048 nicht mal mehr vorzeigen. Per Near Field Communication (NFC) überträgt das Handy eure Daten automatisch an die Sicherheitsschleuse, die per Gesichts- und Netzhautscan binnen Sekunden prüft, ob die Person zum Ticket passt. Im Gegenzug erhält euer Smartphone vom Airport-Computer Informationen zum Flugstatus und den schnellsten Weg zum Gate.

© Changi International Airport
Heute schon ein Highlight: Der Singapore Changi International Airport

Wobei, eilig haben es 2048 nur noch die wenigsten an den großen Flughäfen, haben sich die großen Luftfahrtdrehkreuze doch in den letzten 30 Jahren fast zu einer Mischung aus Einkaufsmeile, Freizeitpark und Wellnesstempel entwickelt. Während ihr auf euren Flug wartet, könnt ihr also ruhig noch eine Runde durch die Indoor-Parkanlagen des Flughafens schlendern, entspannt einkaufen gehen, oder – wenn es doch mal länger dauert – im obligatorischen Airport-Kino den aktuellen Blockbuster anschauen.

Überschallreisen im Zug? Der Hyperloop kann in seinen Vakuumröhren bis zu 1.200 km/h erreichen. Kurz- und Mittelstreckenflüge währen damit überflüssig.


Im Flieger bleibt dafür nämlich häufig kaum noch Zeit. Seit Züge in Vakuumröhren mit Überschallgeschwindigkeit reisen, und eine Fahrt von Berlin nach München nur noch 24 Minuten dauert, oder ihr in nur 1,5 Stunden von Köln nach Lissabon gefahren seid, wird fast nur noch auf der Lang- und Ultralangstrecke geflogen. Doch auch im Flugverkehr hat sich viel getan.

© Oscar Viñals
Die Zukunft der Luftfahrt ist groß. Der dreistöckige "Progress Eagle“ hätte Platz für 800 Passagiere und wird umweltfreundlich mit Wasserstoff und Solarzellen angetrieben.

Während dreistöckige Unterschallflugzeuge mit Platz für 800 Personen im Lowcost-Segment die Ticketpreise dramatisch reduziert haben – ein sechsstündiger Unterschallflug nach New York ist 2045 bereits ab 80 Euro zu haben – setzen die Airlines 2048 auch vermehrt auf Überschallflüge. Während die Lowcost-Flieger auch 2045 in einer Höhe von zehn bis 15 Kilometer verkehren, steigen die Strato-Jets bis auf 35 Kilometer und beschleunigen dort auf Mach 4,5 (5.513 km/h). Ein Flug von Düsseldorf nach New York dauert so nur noch 60 Minuten und selbst der 2048 längste zivile Nonstopflug von Sidney nach New York (fast 16.000 Kilometer) dauert nur noch drei Stunden. Zum Vergleich: 2018 dauerte der längste Flug der Welt von Doha nach Auckland (14.535 Kilometer) noch 16 Stunden 30 Minuten.

© Aerion
Nach dem Aus der Concorde 2003 wollen Firmen wie Aerion in den kommenden Jahren wieder Überschalljets auf den Markt bringen.

Durch die rasante Art des Reisens hat sich auch das Urlaubsverhalten der Menschen verändert. Kurztrips wie Wochenendshopping oder sogar Tagesausflüge von Frankfurt nach New York oder Los Angeles stehen hoch im Kurs, bei langen Aufenthalten entschleunigt die hohe Reisegeschwindigkeit das Reiseerlebnis am Ziel hingegen ungemein. Endlich bietet der 14-tägige Jahresurlaub in der Karibik auch wirklich 14 Tage Entspannung. Die Mietwagen Rundreise durch die USA darf ebenfalls gerne drei Wochen dauern. New York liegt schließlich nur eine Stunde entfernt und von San Francisco nach Hause sind es nur 30 Minuten mehr.

Reisen in ferne Länder hatten einst etwas Abenteuerliches, Informationen über Städte, Regionen oder Hotels waren kaum zu bekommen. Auch die berühmten Urlaubsfotos und Diavorträge kamen (einigermaßen) gut bei Freunden und Familie an. In Zeiten von Google Street View, YouTube oder Hotelbewertungsportalen könnt ihr euch mittlerweile am PC, Tablet oder Smartphone über Reiseziele erkundigen, als wärt ihr schon selbst dort gewesen. Wie sieht das Ganze wohl erst in 30 Jahren aus? Verreisen wir 2048 nur noch virtuell und können all die schönen Erfahrungen von Zuhause aus erleben, ohne Reisestress und zu einem Bruchteil des Preises?

Wo gibt es die schönsten Strände, die besten Hotels, die günstigsten Flüge und welche Restaurants haben das schmackhafteste Essen? All das lässt sich mit nur wenigen Klicks im Internet in Erfahrung bringen. Das funktioniert so gut, dass eine Kunststudentin aus Holland 2014 ihrem persönlichen Umfeld via Facebook erfolgreich eine Asienreise vortäuschte. Fotos, Postkarten und (Solarium) Bräune inklusive. Doch kann die Technik bald auch uns selbst einen Traumurlaub vorgaukeln?

© Tropical Islands

Bereits heute können wir in Freizeitparks wie dem „Tropical Islands“ auch im brandenburgischen Winter Karibikfeeling genießen. Vom Sandstrand aus bietet sich den Besuchern in der kalten Jahreszeit häufig der bizarre Blick auf eine verschneite Außenwelt. Künftig könnten jedoch statt Fenstern verbaute transparente Bildschirme auch außerhalb der Halle eine tropische Landschaft simulieren. Entsprechende Displays hat Samsung bereits 2015 präsentiert. Eine seichte Meeresbrise aus einer speziellen Klimaanlage und tropische Fische im Schwimmbecken könnten das Fernreise-Erlebnis um die Ecke abrunden.

Noch einen Schritt weiter geht die Technologie der virtuellen Realität (VR), in den letzten Jahren den Durchbruch zur Massentauglichkeit geschafft hat. Egal, ob für das Smartphone, die Spielekonsole oder den PC, für alle Plattformen gibt es mittlerweile VR-Brillen und die zunächst hohen Preise fallen immer weiter. Zeitgleich entwickelt sich auch der angebotene VR-Conten rasant. Vorreiter sind hier die Videospiele, wo unter anderem Sony bereits 2016 eine erste VR-Brille auf den Markt brachte, für die es mittlerweile Dutzende unterschiedliche Games gibt. So könnt ihr in The Elder Scrolls V: Skyrim VR aus der Ich-Perspektive auf Drachenjagd gehen, in Farpoint fremde Planeten erkunden oder im Dschungel von Robinson: The Journey auf Tuchfühlung mit Dinosauriern gehen.


Abenteuerurlaub mit Dinosauriern? Kein Problem, im Virtual-Reality-Spiel Robinson: The Journey.

Doch auch die Travel-Industrie erwärmt sich langsam für die Technologie. So verwenden verschiedenen Anbieter und Reisebüros die Brillen mittlerweile dazu, den Kunden einen ersten Eindruck vom Reiseland, den Attraktionen oder dem potenziellen zu vermitteln. Die Lufthansa zeigte 2017 auf der ITB in Berlin Projekt, bei dem Passagiere mittels VR-Brille frei aus dem Flugzeug schauen können. Die App VR Moving Map zeigte dabei in Echtzeit die aktuelle Position des Flugzeugs sowie die Landschaft darunter an. Ähnlich wie bei Google-Maps werden Sehenswürdigkeiten angezeigt und mit passenden Fotos und Videos verknüpft, die im Vorbeiflug besichtigt werden können. Und auch Youtube bietet immer häufiger Videos in 360-Grad an.

Wer schon immer eine Toskana-Rundreise machen wollte, dafür aber bisher keine Zeit hatte, kann mit der App „Tuscany Drive“ zumindest einen kleinen, virtuellen Abstecher nach Mittelitalien machen. In der kostenlosen Demoversion könnt ihr ein Ferienhaus in der Toskana mit 360-Grad-Rundumblick erkunden. Oder wie wäre es, live bei der ersten Mondlandung dabei zu sein? Kein Problem, mit der App „Apollo 15 Moon Landing VR“. Der Fernsehsender arte experimentiert zudem mit ersten 360-Grad-Dokus, die ihr per App auf euer (Android) Smartphone holt.

Das Erlebnis hat jedoch bisher sehr enge Grenzen. Benutzer einer VR-Brille bewegen sich nach wie vor nur per Tastendruck durch virtuelle Welten, zudem fehlen die wichtigsten Sinneseindrücke. Auf einer virtuellen Reise über einen orientalischen Basar in Oman könnten Sie also weder all die fremden Gerüche und Gewürze erschnuppern, noch feine Seidentücher erfühlen oder das köstliche Essen probieren. Beim simulierten Tauchgang an den schönsten Spots der Welt fehlt das Gefühl des warmen Ozeans, beim Auftauchen das Prickeln der Sonne auf der Haut. Doch wer weiß, vielleicht können wir in 30 Jahren dank VR-Ganzkörperanzüge mit elektronischer Muskelstimulation und Geruchsgeneratoren vollends in den virtuellen Urlaub abtauchen. Passende Souvenirs aus dem 3D-Drucker, und retuschierte Urlaubsfotos inklusive. Oder unser Urlaub findet nur noch im Kopf statt und Firmen bieten nur noch die Erinnerung an einen perfekten Urlaub an, die wie im Film „Total Recall“ direkt ins Gehirn implantiert wird.

Die Vorteile des virtuellen Reisens sind nicht von der Hand zu weisen. Selbst waghalsiger Aktivurlaub, wie ein Tauchgang mit Haien, der Seiltanz über den Grand Canyon oder eine halsbrecherische Spritztour mit dem Mietwagen von Porsche stellen keine echte Gefahr für Leib, Leben und Geldbeutel mehr da. Außerdem könnten auch körperlich eingeschränkte Personen jede nur erdenkliche Urlaubserfahrung ermöglichen. Doch egal wie perfekt Urlaub virtuell simuliert wird, wir können ihn – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt mit anderen teilen. Zudem bleibt vor lauter Abenteuer und Reizüberflutung die Entspannung auf der Strecke, die gerade in Zeiten sich häufenden Burn-outs und chronischer Überlastung durch die Arbeit besonders wichtig ist, um die inneren Akkus wieder aufzuladen.


Über den Autor

Holger Zehden

Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge verantwortlich, schreibe aber auch Texte rund um die Themen Flug und Hotel. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.