Lieblingsziele

Kein Strand, keine Palmen und trotzdem steckt Bhutan randvoll mit Sehenswürdigkeiten und ist noch dazu eines der glücklichsten Länder der Welt? Kaum vorstellbar! Doch das oberste Ziel der Politik des kleinen Landes mitten im Himalaya ist das Glück der Bevölkerung. Statt dem Bruttonationaleinkommen ermitteln die Bhutaner ihr Bruttonationalglück, das den Lebensstandard daran misst, ob die Wirtschaft gerecht ist und Kultur sowie die Umwelt geschützt werden. Aber von vorn. Ihr fragt euch sicher: Bhutan - Wo liegt das überhaupt?!
Gerade einmal halb so groß wie Bayern, versteckt sich das buddhistisch geprägte Land zwischen Tibet im Norden und dem nordöstlichen Zipfel von Indien im Süden mitten in Asien. Das kleine Königreich ist so ungewöhnlich, so überraschend und hält so viele unglaubliche Sehenswürdigkeiten bereit, dass ihr es einmal in eurem Leben bereist haben solltet: Wir entführen euch zu Dzongs, Chortens und anderen geheimnisvollen Orten des glücklichsten Landes der Welt!
Tiger gibt es hier zwar nicht, dennoch ist Tiger’s Nest die bekannteste und fotogenste Sehenswürdigkeit in Bhutan. In der Landessprache heißt die religiöse Stätte Taktshang Goemba: Bhutaner sollten das heilige Tigernest bei Paro mindestens einmal im Leben besuchen. Der Legende nach flog Guru Rinpoche auf dem Rücken einer Tigerin zu der vertikal an eine Felswand gebauten Stätte, besiegte dort einen Dämon und meditierte anschließend drei Monate lang. Da ihr vermutlich nicht auf magischen Tigern fliegen könnt, bleibt euch nur der Fußmarsch nach oben: Etwa zwei Stunden wandert ihr zum Taktshang Goemba. Aber keine Sorge: Auf halber Strecke zum Wahrzeichen lädt ein Café zur Pause ein.
Reisende finden sich nun bekanntlich eher wenige in Bhutan, zumindest verglichen mit Nachbarländern wie Indien und Tibet. Dennoch zeichnet sich eine beliebte Touristenroute entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab – der ihr im Haa-Tal entkommen könnt! Hier könnt ihr charmante, authentische Dörfer, alte Tempel und waghalsig in die Felsen gebaute Mönchsklausen bewundern und bei herrlichen Wanderungen die Landschaft auf etwa 2.600 Metern Höhe genießen.
Mit 3.810 Metern Höhe befindet ihr euch hier auf dem höchsten Straßenpass Bhutans. Hier gilt es, alle Eindrücke in euch aufzusaugen: Von den bunten, kleinen Gebetsflaggen über weiße, senkrecht stehende Fahnen bis hin zum grandiosen Bergpanorama. An einem klaren Tag könnt ihr hier den Gipfel des 7.326 Meter hohen Jhumolhari sehen, der bereits zu Tibet gehört.
Nehmt euch die Zeit, eine Weile zwischen den Gebetsfahnen umherzuwandern. So trefft ihr auf Mönche, die eine Zeremonie durchführen oder genießt Blicke auf die verschneiten Bergspitzen, die eine Sehenswürdigkeit für sich sind. Vorsicht: In dieser Höhe weht ein frischer Wind, zieht euch also warm an!
Was bekommt ihr so zum Geburtstag? Blumen, Gutscheine? Nun, als König Bhutans bekommt man zum 60. schon mal eine vergoldete Buddha-Statue von gigantischen Ausmaßen geschenkt! Gewidmet ist der Buddha Dordenma dem vierten König Jigme Singye Wangchuk. Er thront seit Herbst 2010 über der bhutanischen Hauptstadt Thimphu und ist somit eine relativ neue Sehenswürdigkeit. Besucher umrunden den Buddha übrigens traditionsgemäß im Uhrzeigersinn, alles andere bringt Unglück. Reiht euch also zwischen Gebete murmelnden Mönchen mit ihren Gebetsmühlen und Touristen ein und genießt das Spektakel.
Da haben wir es schon wieder, das bhutanische Glück. Der Punakha Dzong ist auch bekannt als Pungtang-Dechen-Photrang-Dzong, was übersetzt so viel bedeutet wie „überaus ehrfurchtgebietender Dzong Palast der Glückseligkeit“. Allen, denen das hier gerade chinesisch vorkommt, möchten wir gern helfen: Der Dzong ist in Bhutan allgegenwärtig, viele gelten wegen ihres besonderen Baustils und der Verzierungen als Sehenswürdigkeiten. Die buddhistischen Klosterburgen dienen in den jeweiligen Distrikten des Gebirgsstaats einerseits als Verwaltungssitz und andererseits als Kloster. So entsteht im Dzong eine Harmonie zwischen Religion und Politik.
Doch zurück zum Punakha Dzong, denn der ist etwas Besonderes unter den Bhutan-Sehenswürdigkeiten: Vor der Verlegung der Hauptstadt nach Thimphu war Punakha Regierungssitz des Landes. Außerdem finden hier die Krönungszeremonien der Könige der Wangchuk-Dynastie statt, die den klangvollen Beinamen „Drachenkönige“ tragen.
Wir haben es tatsächlich bis zu Punkt sechs unserer Top-Sehenswürdigkeiten in Bhutan geschafft, ohne zu erwähnen, dass in dem Land alles voller Phallus-Symbole ist! Sie prangen riesig auf Hauswänden, schmücken Dächer und den einen oder anderen Dzong und Chorten oder weisen sogar als Schilder den Weg. Nur Touristen verbinden die kunstvollen Zeichnungen mit Sex. Für die Bhutaner bringt das Symbol nämlich Glück und hält böse Geister fern. Die Symbolik stammt von dem tibetischen Yogi Drugpa Kunley, der im 15. Jahrhundert lebte und den die Bhutaner auch liebevoll "Heiliger Verrückter" nennen. Er lehrte, dass Spiritualität und menschliche Lust kein Widerspruch sein sollten. Einer Sage zufolge besiegte er sogar einen Dämon mit der Macht seines Penis.
Im Tempel Chimi Lhakhang in Punakha befindet sich der Original-Phallus aus Holz, den der verrückte Heilige aus Tibet mitbrachte. Pilger, vor allem kinderlose Frauen und Paare, die den Fruchtbarkeitstempel besuchen, sollen dadurch mit Nachwuchs gesegnet werden.
Unweit des Phobjikha-Tals und zwischen den majestätischen Klöstern Gangtey und Punakha liegt die östlichste Stadt von Westbhutan, Wangdue Phodrang – auch schlicht als Wangdue bekannt. Typisch bhutanisch locken hier malerische Häuschen wie aus dem Bilderbuch sowie ein lebhafter Markt. Berühmt wurde der Ort jedoch auf tragische Weise: Im Jahr 2012 fiel der lokale Dzong einem Brand zum Opfer, woraufhin ganz Bhutan um die historische Stätte trauerte.
Das Phobjikha Tal, wegen des gleichnamigen, beeindruckenden Klosters auch als Gangtey-Tal bezeichnet, ist die Heimat der Schwarzhalskraniche. Die seltenen Vögel überwintern hier in Bhutan. Wenn sie Ende Oktober aus Tibet ankommen, umkreisen sie aus bisher unerklärten Gründen dreimal das Kloster und wiederholen dies vor ihrer Rückreise in die Hochplateaus erneut. Neben den Kranichen leben in der traumhaften Landschaft 13 weitere, vom Aussterben bedrohte Arten – darunter sogar Bären und Leoparden. Neben der reichen Flora und Fauna ist das Tal vor allem ein beliebtes Wandergebiet mit mehrtägigen Routen wie dem Phubja Valley Trek oder den Gangtey-Treks.
Trongsa Dzong ist der größte und gleichzeitig einer der beeindruckendsten Dzongs in Bhutan. Das liegt zum einen an der Größe selbst, zum anderen an der Lage hoch oben auf einer Klippe über dem Canyon, durch den sich der Fluss Mangde Chu schlängelt. Trongsa ist eine bedeutende Stätte der Wangchuk-Könige: Die ersten beiden Könige regierten von hier aus. Vor seiner Krönung hat auch heute noch jeder Monarch den Titel des Gouverneurs von Trongsa inne. Vom Restaurant Yangkhil habt ihr eine grandiose Aussicht auf die Sehenswürdigkeit, während ihr bhutanische Köstlichkeiten wie das Chili-Käse-Gericht Ema Datsi probiert.
Die bhutanische Kultur mit ihrer Exotik entführt Besucher bei den Festivals in eine andere, geheimnisvolle Welt. Bei den Tsechus handelt es sich um mehrtägige, religiöse Klosterfeste mit Maskentänzen, die in verschiedenen Klöstern, Dzongs und anderen religiösen Sehenswürdigkeiten in Bhutan abgehalten werden. Die Feste finden über das ganze Jahr verteilt statt und die Termine werden immer nach dem buddhistischen Mondkalender berechnet. Die Chancen sind groß, dass ihr während eurer Bhutan-Reise an einem dieser unvergesslichen Spektakel im Dzong teilnehmen könnt: Im Jahr finden über 30 Tsechus statt!
Auf den ersten Blick erscheinen die grimmigen Masken mit den scharfen Zähnen brutal und böse. Dennoch spiegeln sie Sagen und Legenden rund um das Leben des Guru Rinpoche im 8. Jahrhundert wieder, der den Buddhismus nach Bhutan brachte und allerhand Mythisches erlebte. Bei der Veranstaltung gilt: Wenn irgendwo getanzt wird, hat man mitzutanzen! Die farbenfrohen Kostüme und die fröhliche Stimmung im Dzong sind geradezu ansteckend!
Im ganzen Land ist das Dorf Khoma in Ostbhutan bekannt für seine Webkunst. Der bunte Stoff ist von komplizierten Mustern durchzogen und kann hier viel günstiger erworben werden als andernorts. Auf dem Weg in das Dorf durchquert ihr den Ort Mongar mit den beeindruckenden religiösen Stätten Dramitse Lhakhang und Aja Ney. Auch der Weg selbst ist eine Sehenswürdigkeit: Durch die grünen Täler und Schluchten und mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund ist es eine der landschaftlich schönsten Straßen in Bhutan.
Der ganze Distrikt Mongar im Osten des Landes ist eine Bhutan-Sehenswürdigkeit für sich. Die Region bietet die spektakulärsten Landschaften voller Fichtenwälder, Rhododendronparks und Panoramen auf den gewaltigen Himalaya. Der gleichnamige Ort im Zentrum des Distrikts beherbergt einen typischen Dzong und eine zauberhafte, von Fachwerkhäuschen gesäumte Flanierstraße.
Die Highlights liegen jedoch in den entlegensten Ecken des Mongar Distrikts. Ganz im Osten von Bhutan locken die vier fantastischen Tempel Pangthang, Riphu, Lingkhar sowie Kadam Goempa. Im Norden hingegen beginnen die Ausläufer des Bomdeling Naturparks, in dem sich das gleichnamige Tal sowie zerklüftete Bergketten, tiefblaue, alpine Seen und eine vielseitige Flora und Fauna befinden.
Flüge nach Bhutan bucht ihr unabhängig von der Reiseagentur, denn die ist nur für den Aufenthalt im Land selbst zuständig. Am besten reist ihr ab der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu ein. Anstatt in die Hauptstadt Bhutans, Thimphu, gehen Flüge in die Kleinstadt Paro und dauern nur eine Stunde. Alternativ könnt ihr über Indien oder die thailändische Hauptstadt Bangkok einreisen.
Die beste Reisezeit, um Sehenswürdigkeiten in Bhutan zu bestaunen, ist von März bis Mai sowie von Mitte September bis Mitte November. Dann ist es trocken, die durchschnittlichen Höchstwerte liegen zwischen 15 und 25 Grad und bei bis zu sieben Sonnenstunden am Tag herrscht die beste Sicht auf die Himalaya-Bergmassive. Wer wandern geht, sollte sich immer warm einpacken, denn im Hochgebirge pfeift häufig ein eisiger Wind.