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10 Gründe für eine Reise zur Lutherstadt Wittenberg im Reformationssommer

Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Emotion I

Die Stadt, in der alles begann. Nun, vielleicht nicht alles, aber zumindest die Reformation. 95 Thesen gegen den damaligen Ablasshandel, bei dem sich Sündiger durch Geldspenden „freikaufen“ konnten, soll Martin Luther 1517 an die Tür der Wittenberger Kirche geschlagen haben. 2017 jährt sich das Ereignis nun zum 500. Mal und neben vielen weiteren deutschen Städten steht besonders Wittenberg mehr als je zuvor im Zeichen Luthers und seiner Weggefährten. Wer noch nicht hier war – nun wäre ein guter Zeitpunkt für einen Besuch. Wer bereits in der Stadt in Sachsen-Anhalt war – im „Lutherjahr 2017“ hat die Stadt einiges zu bieten, was Urlauber vorher bestimmt noch nicht gesehen haben. Wir haben zehn sehenswerte Orte zusammengestellt, die bei einer Reise nicht verpasst werden sollten.

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Luthers Wittenberg im Rundumblick

360° Panorama Ausstellung von Yadegar Asisi
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Asisi© Tom Schulze © asisi

Weltberühmt sind die von Yadegar Asisi geschaffenen Panoramen und anlässlich des 500. Reformationsjubiläums hat der berühmte Künstler die Stadt Wittenberg um 1517 in einem riesigen Bild verewigt. Auf einer Höhe von 15 Metern und mit einem Umfang von 75 Metern entdecken Gäste Luther, seinen Wegbegleiter Melanchthon, den Künstler Lucas Cranach und weitere zeitgenössische Personen. Ob vom Boden aus oder weiter oben auf der mittig platzierten Plattform: Die verschiedenen Blickwinkel ermöglichen den Besuchern selbst Teil der Szenerie zu werden und verschaffen ein Gesamterlebnis für alle Sinne.

  • Für das Panorama wurde extra eine Rotunde erbaut
  • Bis 10. September täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet
  • Das Panorama soll für etwa fünf Jahre zu sehen sein
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Durch sieben Tore einmal um die Altstadt

Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Karte Torräume© ALEKS & SHANTU GmbH, r2017.org

Ob das begehbare Buch am Torraum Welcome, spiegelnde Stege auf dem Bunkerberg, hängende Gärten im Paradiesgarten oder der Torraum Kultur: Rund um die Altstadt treffen Besucher auf sieben Torräume, die verschiedene Themenbereiche präsentieren. Kirchen, Organisationen und viele Gruppen bieten während verschiedener Themenwochen Diskussionen, Ausstellungen und Konzerte an. Nachmittags gegen 14 Uhr oder 15 Uhr finden etwa zwanzigminütige Torraumführungen statt, zusätzlich gibt es jeweils um 13 Uhr Führungen mit Bezug auf die jeweilige Themenwoche. Wir wünschen viel Spaß!

  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag von 10 Uhr bis 18Uhr
  • Ticket berechtigt außerdem unter anderem zum Eintritt in das asisi Panorama, die Kunstausstellung „Luther und die Avantgarde“, zu Konzerten, Veranstaltungen und Führungen sowie auf den Aussichtsturm der Bibel
  • Programmübersicht: Gibt es hier!
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Die wohl bedeutendste Tür in Wittenberg

Schlosskirche Wittenberg
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Thesen

Ob es nun stimmt oder doch nur eine Legende ist – bekannt ist die Geschichte von Luthers Thesenanschlag auf jeden Fall. Am 31. Oktober 1517 soll der Theologie 95 Thesen gegen den Ablasshandel an das Portal der Schlosskirche geschlagen und damit die Reformation ausgelöst haben. Die Originaltür ging zwar im Siebenjährigen Krieg verloren, eine Thesentür an der nördlichen Außenseite erinnert aber an das historische Ereignis. Sowohl Martin Luther als auch Philipp Melanchthon wurden in der prachtvollen Kirche begraben. Seit 1997 zählt das Renaissanceschloss auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

  • Gut sichtbar markiert der 88 Meter hohe Kirchturm das westliche Ende der Altstadt
  • Bis 31.10.2017 täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, Sonntag ab 11:30 Uhr
  • Eintritt für Erwachsene 4,00 €
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Mutterkirche der Reformation

Stadtkirche St. Marien und Taufbecken
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Cranachaltar in Stadtkirche© Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg und dem WittenbergKultur e.V.

Erstmals erwähnt wurde die Pfarrkirche St. Marien 1187 und gilt damit als das älteste Gebäude der Stadt. Hier predigte Luther und hier wurde erstmals die Heilige Messe in deutscher Sprache gefeiert. Der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere und sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere gestalteten den sogenannten Reformationsaltar. Außerdem zeichneten beide einige prachtvolle Tafelbilder, auf denen unter anderem Luther und seine Frau, Melanchthon und Johannes Bugenhagen zu sehen sind. Das älteste Kunstwerk der Kirche ist jedoch das gekonnt verzierte Taufbecken von Hermann Vischer.

  • Um 14 Uhr tägliche öffentliche Kirchenführungen
  • Ostern bis Oktober von 10 Uhr bis 18 Uhr, November bis Ostern von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet; sonntags erst ab 11:30 Uhr
  • Jeden Sonntag 10 Uhr Gottesdienst; von Mai bis Oktober immer samstags 17 Uhr englischer Gottesdienst
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Das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt

Lutherhaus
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Lutherhaus© Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg und dem WittenbergKultur e.V.

Das heutige Lutherhaus wurde 1504 als Augustinerkloster erbaut, in dem Martin Luther seit 1508 lebte. Als infolge der Reformation das Kloster aufgelöst wurde, bekam Luther das Haus 1532 übertragen und wohnte bis zu seinem Tod mit seiner Frau Katharina von Bora darin. Heute ist in dem Gebäude ein riesiges Museum untergebracht. Besonders die Lutherstube, welche weitestgehend im Original erhalten ist, übt eine ganz besondere Anziehung auf Besucher aus. In den anderen Räumen informieren sich Gäste über Leben, Werk, Wirkung und auch den familiären Alltag des berühmten Mannes.

  • Früher war das das Gebäude auch als „Schwarzes Kloster“ wegen der schwarzen Kutten der Mönche bekannt
  • Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr; November bis März von Dienstag bis Sonntag in der Zeit zwischen 10 Uhr und 17 Uhr
  • Kombitickets mit dem Melanchthonhaus verfügbar
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Ein architektonisches Kleinod

Melanchthonhaus
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Melanchthonhaus© Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg und dem WittenbergKultur e.V.

Philipp Melanchthon gilt als wichtigster Wegbegleiter Martin Luthers, war aber auch selbst Professor an der Universität Wittenberg. Kurfürst Johann Friedrich ließ ihm 1536 ein Haus errichten, um den Gelehrten in der Stadt zu halten. Das Renaissancegebäude gilt heute als eines der schönsten erhaltenen Bürgerhäuser Wittenbergs und wurde kaum umgestaltet. In der darin befindlichen Ausstellung informieren sich Besucher über den beeindruckenden Reformator. Vor allem der Kräutergarten lädt zu einem Besuch ein. Interaktive Ausstellungen faszinieren auch Kinder und erzählen spielerisch und einfach die komplizierten Umstände der Zeit.

  • Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr; November bis März von Dienstag bis Sonntag in der Zeit zwischen 10 Uhr und 17 Uhr
  • Thematische Führungen am 16. Februar und 19. April (Geburts- und Todestag), sonst für Gruppen ganzjährig nach Anmeldung
  • Besichtigung weitestgehend barrierefrei
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Mit Pinsel und Farbe zu einem der bedeutendsten deutschen Maler der Renaissance

Die Cranach-Höfe
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Cranachdenkmal© Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg und dem WittenbergKultur e.V.

Der Kurfürst Johann Friedrich holte Lucas Cranach d. Ä. 1505 nach Wittenberg. Dort blieb der Künstler für 40 Jahre. Im Laufe der Zeit erwarb er die Anwesen am Markt 3 und 4, wo er seine Malwerkstatt und später eine Druckerei unterbrachte. Hier wurde unter anderem auch die Bibelübersetzung von Luther vervielfältigt. Danach kaufte und baute Cranach den damals größten Hof in Wittenberg in der Schlossstraße 1 um. Am Markt 4 gibt es heutzutage eine Ausstellung über den Künstler zu sehen, in der Schlossstraße befindet sich noch die ehemalige Druckerstube.

  • Öffnungszeiten Cranach-Hof Markt 4: Montag bis Samstag von 10 Uhr bis 17 Uhr, Sonntag von 13 Uhr bis 17 Uhr; November bis März montags geschlossen
  • Öffnungszeiten Cranach-Hof Schlossstraße 1: Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr und 13 Uhr bis 17 Uhr, Samstag von 10 Uhr bis 13:30 Uhr, Sonntag geschlossen
  • Die Besichtigung der Druckerstube ist kostenlos, die Ausstellung „Cranachs Welt“ kostet Erwachsene 5,00 €
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Kunst im Gefängnis

Kunstausstellung: Luther und die Avantgarde
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Luther Avantgarde© Ai Weiwei, Foto: Daniel Biskup

Sicher eine der ungewöhnlichsten Orte für eine Auseinandersetzung mit Luther ist das ehemalige Gefängnis in der Stadt. Es wurde eigens für die Ausstellung in Stand gesetzt und ist damit erstmals öffentlich zugänglich gemacht. In ehemaligen Zellen, Fluren und Gemeinschaftsräumen drücken 66 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt ihre Gedanken zum Reformator Martin Luther als Ideengeber und Avantgardist aus. Die Arbeiten reichen von Skulpturen über Wandmalereien, Fotografien und Zeichnungen bis hin zu filmischen Inszenierungen.

  • Vom 19. Mai bis 17. September 2017 täglich zwischen 10 Uhr und 19 Uhr geöffnet
  • Eintritt mit Kombiticket oder Einzelkarte (Preis für Erwachsene: 7,00 €)
  • Kostenlose App und Audioguide in Deutsch und Englisch
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Buntes Lernen in der Lutherstadt

Hundertwasserschule
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Hundertwasserschule© Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg und dem WittenbergKultur e.V.

Namensgeber der Schule waren Luther und Melanchthon, mit deren Gestaltung und dem Grund, warum sich ein Besuch lohnt, hat jedoch ein Anderer zu tun. Das Luther-Melanchthon-Gymnasium in Wittenberg besteht aus zwei Häusern. Lange war das Haus Hundertwasser ein grauer Plattenbau, wurde im Verlauf einer Sanierung aber nach den bunten Konzepten des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser um 1999 fertiggestellt. Im Inneren der Schule finden Gäste einen Informationsraum, Führungen durch den Komplex werden auf Anfrage durchgeführt.

  • Adresse: Schillerstraße 22a, 06886 Lutherstadt Wittenberg
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Moderne trifft Geschichte

Grafitti und Stadtraumgalerie
Deutschland: Lutherstadt Wittenberg - Graffiti© CHECK24/ Brakopp

Da scheiden sich die Geister – Kunst oder Sachbeschädigung? Weil aber Wohnungsbaugesellschaften und private Vermieter ihre Wände zur Verfügung gestellt haben, sind diese Grafitti kein Gesetzesbruch. Auf je etwa 200 Quadratmetern sind im Rahmen des Kunstprojektes KURA vom Verein wbmotion zahlreiche Wandbilder entstanden – einige mit Bezug zu Luther, einzelne beinhalten politische Statements, manche erscheinen als reine Fantasiegebilde, wieder andere nahmen Fotos als Vorlage. Zu bewundern sind die Bilder in verschiedensten Straßen in der Stadt. So prangt beispielsweise in der Coswiger Straße 28 das Bild des bekannten Künstlers Tasso.

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Über den Autor

Antonia Schütz

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ In diesem Sinne schreibe ich Hotelbeschreibungen, Rundreisevorschläge und Blogartikel und mache hoffentlich Lust auf neue Urlaubsziele. Ob Städtetrip oder Inselbesuch – jeder Ort hält seine eigenen Schätze für Reisende bereit, man muss sie nur entdecken. Dabei möchte ich mit meinen Texten gern behilflich sein.