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Trotzdem fortfahren

Dorf Corenno Plinio in Italien verlangt künftig Eintritt

Der Kampf gegen den Massentourismus erreicht die Ufer des beliebten Comer Sees in Oberitalien. Wer künftig den kleinen Ort Corenno Plinio am nördlichen Ostufer besuchen möchte, muss fünf Euro Eintrittsgeld bezahlen. Die Gebühr wird nach übereinstimmenden Medienberichten ab März 2020 fällig.
Mit den so eingenommenen zusätzlichen Geldern soll die Instandhaltung des mittelalterlichen Ortes finanziert werden. Corenno Plinio ist für seine im 14. Jahrhundert erbaute Festungsanlage sowie die Kirche mit Fresken aus dem 14. bis 16. Jahrhundert bekannt. Es trägt den Beinamen „Dorf der tausend Stufen“, von denen knapp 500 von der Burganlage zum Ufer des Comer Sees führen.
 
Laut Aussage des Bürgermeisters Stefano Cassinelli stammen rund 60 Prozent der Besucher des Dorfes aus dem Ausland. Er sieht das neue Eintrittsgeld demnach als faire Abgabe, um den Touristen künftig noch mehr bieten zu können. Im historischen Ortskern Corenno Plinios leben nur 16 Einheimische, von denen nicht jeder die neue Gebühr befürwortet. Ein befürchteter Einbruch der Besucherzahlen hätte negative Auswirkungen auf die tourismusbasierte Wirtschaft des kleinen Ortes. Sollte sich die Einführung des Eintrittsgeldes binnen zwei Jahren nicht vorteilhaft auf das Dorf auswirken, stellt der Bürgermeister die Abschaffung in Aussicht.