EU verschiebt Einführung des EES erneut

Die Einführung des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union wird erneut verschoben. Zuletzt sollte das System am 10. November 2024 in Betrieb genommen werden, doch technische Herausforderungen und organisatorische Hürden führen zu einer weiteren Verzögerung. Das EES soll die Kontrolle an den EU-Außengrenzen automatisieren und die Sicherheit erhöhen.
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Das elektronische Ein- und Ausreisesystem der EU soll das Reisen komfortabler und sicherer machen.
Ursprünglich war das EES bereits für 2022 geplant. Der Start wurde jedoch auf den 10. November 2024 verschoben, um mehr Zeit für die Einrichtung und die Schulung der Grenzbehörden zu gewinnen. Doch die Implementierung erweist sich als weitaus komplexer als erwartet. Die Erfassung biometrischer Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder erfordert eine ausgebaute technische Infrastruktur, die in vielen Mitgliedstaaten noch nicht vollständig installiert ist. Die EU-Kommission erklärte, dass die Einführung nun frühestens Ende 2025 realistisch sei.

Funktion und Sicherheitsziele des EES

Das EES soll die Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen an den Außengrenzen der EU effizienter und sicherer machen. Durch die biometrische Datenerfassung können Reisende automatisch erfasst werden, das übliche Abstempeln der Pässe entfällt. Damit lässt sich unter anderem die Aufenthaltsdauer kontrollieren, um Visa-Überschreitungen und Identitätsbetrug zu verhindern. Das System soll außerdem die Grenzübertritte beschleunigen und das Reisen so schneller und komfortabler machen.

Kritik und Bedenken zur Einführung

Sobald das EES eingeführt wurde, müssen Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger bei der Einreise ihre Fingerabdrücke elektronisch scannen und ein Foto von ihrem Gesicht machen lassen. Neben den meisten EU-Mitgliedstaaten wollen sich auch die Schengen-Partnerländer Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz anschließen. Nur die EU-Staaten Irland und Zypern behalten weiterhin die Einreise über klassische Reisepässe bei.