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Italien: Venedigs Wasserstraßen trocknen nach Dürrewinter aus

München, 23.02.2023 | 16:41 | ksu

Die Wasserstraßen und Kanäle im italienischen Venedig leiden derzeit unter extrem niedrigen Wasserständen. Die bei Reisenden beliebten Wassertaxis und Gondeln stehen aktuell oft auf dem Trockenen. Auch die Fahrten der lebenswichtigen Wasserkrankenwagen der Stadt sind von dem Wassermangel betroffen.


Italien: Venedig Rialto
Venedig ist derzeit von einer starken Dürre betroffen.
Der Norden Italiens ist in den letzten Wochen von einer starken Dürre betroffen. Die Folgen des Regenmangels spiegeln sich in den niedrigen Wasserständen der Kanäle Venedigs wider. Mittlerweile stehen manche der Gondeln auf dem Trockenen. Nicht nur Reisende sind von den teils ausgetrockneten Kanälen betroffen. Wasserkrankenwagen, die für die medizinische Notfallversorgung zuständig sind, kämpfen derzeit ebenfalls mit der Navigation bei Niedrigwasser. Laut Klimaexperte Massimiliano Pasqui bahnte sich die Extremsituation seit dem Winter 2020/21 an. Derzeit leide Venedig unter einem Niederschlagsdefizit von 500 Millimetern, was 50 Tagen Regen entspräche.
 
Hoffnung auf neue Niederschläge
 
Normalerweise fiel im Herbst und Winter so viel Regen, dass Venedig von leichten Überschwemmungen betroffen war. Noch im November musste aufgrund starker Regenfälle Venedigs Hochwasserschutzsystem zum Einsatz kommen. Doch in den letzten Monaten erreichte die Wasserstadt nicht einmal ein Prozent ihrer üblichen winterlichen Niederschlagsmenge, so die venezianische Umweltschutzbehörde Arpav. Vergangenen Montag verzeichnete die Stadt einen neuen Pegeltiefststand. Jedoch bereitet der Wetterbericht etwas Hoffnung. Für die nächsten Wochen könne unter Umständen mit einigen ergiebigen Regenschauern gerechnet werden.

Italiens trockener Norden
 
In Venedig werden derzeit die niedrigen Pegelstände genutzt, um die Wasserstraßen von Müll zu befreien. Auch andere Gemeinden Italiens sind von der Dürre betroffen. Der Wasserstand des Gardasees ist derzeit so niedrig wie seit 35 Jahren nicht mehr. Bereits im vergangenen Jahr sei in der Region nur 40 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Die Entwicklung sorgte dafür, dass die bekannte Insel San Biagio vom Ufer des Sees zu Fuß erreichbar ist. Doch nicht nur die ausbleibenden Regenfälle sorgen für niedrige Pegelstände. Auch fehlendes Schmelzwasser aus den Alpen aufgrund des geringen Schneefalls sei eine Ursache der aktuellen Wasserknappheit. Deshalbführt der Po, Italiens längster Fluss, derzeit rund 60 Prozent weniger Wasser als im Winter üblich.

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