Martinique: Auswärtiges Amt rät von nicht notwendigen Reisen ab

Im französischen Überseegebiet Martinique bleibt die Lage aufgrund anhaltender Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten weiterhin angespannt. Am Wochenende kam es erneut zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen zahlreiche Fahrzeuge und gewerbliche Einrichtungen in Brand gesteckt wurden. Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Martinique ab.
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Auf der Karibikinsel Martinique gibt es aktuell gewalttätige Proteste, nicht notwendige Reisen sollten verschoben werden.
In der Nacht zum 11. Oktober trotzten Demonstrierende der bestehenden Ausgangssperre und verursachten auf der Strecke zwischen Fort-de-France und Le Lamentin sowie in Le Carbet erhebliche Schäden. Zudem drangen sie in den Bereich des Flughafens von Fort-de-France ein und besetzten zeitweise das Rollfeld, sodass drei ankommende Maschinen umgeleitet werden mussten. Der Flugbetrieb wurde daraufhin vorübergehend ausgesetzt, konnte am Freitagmorgen jedoch wieder aufgenommen werden. 

Reisehinweis des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt rät seit dem 14. Oktober von nicht notwendigen Reisen nach Martinique ab und verweist auf die nach wie vor bestehende Ausgangssperre und das Versammlungsverbot. Einige Reiseveranstalter bieten aufgrund der unsicheren Lage kostenfreie Stornierungen und Umbuchungen für Pauschalreisen mit nahem Abreisedatum an. Urlauberinnen und Urlauber sollten die aktuellen Entwicklungen beobachten und den Anweisungen der lokalen Behörden folgen.

Hintergründe der Unruhen

Die zu Frankreich gehörende Karibikinsel gilt eigentlich als friedliches und beliebtes Reiseziel. Seit Wochen steigern sich jedoch die Unruhen in der Bevölkerung zu immer gewaltsameren Protesten. Als Hauptgrund gelten die inzwischen absurd hohen Lebenshaltungskosten auf der Insel, welche einen Großteil der Einheimischen in den finanziellen Ruin treiben. So kostet laut Recherchen französischer Medien in den Supermärkten von Fort-de-France ein Stück Butter 8,50 Euro, sechs Flaschen Mineralwasser 14 Euro und vier Rollen Toilettenpapier 6 Euro. Dies lässt sich zum Teil mit dem teuren Import vieler Güter des täglichen Bedarfs erklären, zum anderen mit einem noch aus der Kolonialzeit stammenden Handelssystem, das die Hoheit über die Versorgung Martiniques einigen wenigen Unternehmen sichert. Die Menschen auf der Insel fordern nun mehr staatliche Regulation.