Streik legt Belgien weitgehend lahm

Belgien steht am Montag vor erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben: Ein landesweiter Streik, zu dem große Gewerkschaften aufgerufen haben, legt den Zug- und Nahverkehr lahm und führt zu zahlreichen Flugausfällen. Der Protest richtet sich gegen eine drohende Rentenreform, die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen einer neuen Regierung diskutiert wird.
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In Belgien müssen Reisende mit Verkehrseinschränkungen wegen eines Streiks rechnen.
Der Streik, der am Sonntagabend um 22 Uhr beginnt und 24 Stunden andauern soll, sorgt für erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Nach Angaben der belgischen Bahn wird am Montag nur jeder dritte IC-Zug fahren, der große Städte miteinander verbindet. Auch der Nahverkehr in Brüssel ist stark betroffen. Laut den Brüsseler Verkehrsbetrieben wird lediglich ein Teil des Dienstes aufrechterhalten. Im Luftverkehr fallen rund 50 Prozent der Europaflüge der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines aus, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet.
 
Hintergrund des Streiks
 
Zu der Protestaktion haben große Gewerkschaften des Landes aufgerufen. Der Streik richtet sich gegen eine drohende Rentenreform, die von einer möglichen neuen Mitte-rechts-Regierung in Belgien geplant ist. Seit der Parlamentswahl im Juni laufen die Koalitionsverhandlungen und erste Vorschläge für Einschnitte im Sozialstaat stoßen auf Widerstand. Mit dem landesweiten Streik wollen die Gewerkschaften ein starkes Zeichen gegen diese Pläne setzen.
 
Betroffene Reisende und Unternehmen
 
Reisende in Belgien müssen sich am Montag auf massive Verzögerungen und Ausfälle einstellen. Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende im internationalen Verkehr werden gebeten, alternative Transportmittel zu nutzen oder Reisen zu verschieben. Auch Unternehmen im Land erwarten durch den Streik erhebliche Beeinträchtigungen, da wichtige Logistik- und Transportwege stark eingeschränkt sind.
 
Quelle: dpa