Venedig startet Online-Portal für Kurtaxe

Venedig macht Ernst mit der Regulierung des Massentourismus: Nach der erfolgreichen Testphase im Jahr 2024 führt die Stadt nun ein Online-Portal für die verpflichtende Kurtaxe ein. Besucherinnen und Besucher können dort ihre Tagesgebühr entrichten und erhalten einen digitalen QR-Code als Nachweis. Die Maßnahme soll den Touristenstrom lenken und die Kontrolle vereinfachen.
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Reisende in Venedig müssen sich ab April 2025 online registrieren und eine Kurtaxe entrichten.
Venedig erleichtert die Abwicklung der Kurtaxe mit einem neuen Online-Portal. Besucherinnen und Besucher müssen ihre Eintrittsgebühr von 5 Euro künftig vorab über ein Online-Portal zahlen. Die Regelung gilt an 54 Tagen zwischen dem 18. April und dem 27. Juli 2025, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen. Wer sein Ticket erst in den letzten drei Tagen vor dem Besuch kauft, zahlt 10 Euro. Einwohnerinnen und Einwohner der Region, Übernachtungsgäste sowie bestimmte Personengruppen sind von der Gebühr befreit, müssen sich aber ebenfalls registrieren.
 
Kritik an der Kurtaxe hält an
 
Die Maßnahme soll Touristenströme besser lenken, sorgt aber weiterhin für Kritik. Bereits 2024 protestierten Einheimische gegen die Regelung, da sie Venedig in einen „Vergnügungspark“ verwandle. Während die Stadtverwaltung die Gebühr als Erfolg bewertet, da sie im Vorjahr über 2,4 Millionen Euro einbrachte, gibt es Zweifel an ihrer Wirksamkeit. Gegnerinnen und Gegner bemängeln, dass die Zahl der Touristinnen und Touristen dadurch nicht gesenkt wird und sich die Probleme wie überfüllte Straßen und Umweltbelastungen kaum verringern.
 
Weitere Maßnahmen gegen Massentourismus in Venedig
 
Zusätzlich zur Kurtaxe führt Venedig weitere Einschränkungen ein: Reisegruppen dürfen künftig maximal 25 Personen umfassen, der Einsatz von Lautsprechern bei Stadtführungen wird verboten und das längere Verweilen auf Brücken oder in engen Gassen eingeschränkt. Ob diese Maßnahmen den Overtourism in Venedig wirksam reduzieren, bleibt abzuwarten. Tagesgäste sollten sich jedoch darauf einstellen, ihren Besuch künftig online anmelden zu müssen.