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Karneval, Fasching und Fastnacht in Deutschland

Headerbild Karneval, Fasching und Fastnacht in Deutschland

Am 11.11. um 11:11 Uhr beginnt in den Karnevalshochburgen die fünfte Jahreszeit. Seinen Höhepunkt erreicht das närrische Treiben zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag am 27.2.2017, wenn etwa in Köln eine Million Jecken den "Zoch" mit Kölle Alaaf begrüßen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die elf Hochburgen des deutschen Karnevals und beantworten die wichtigsten Fragen; warum wir Karneval feiern, wieso wir Faschingskostüme tragen, weshalb das Fest mal Karneval, mal Fasching oder Fastnacht heißt und wo in der Welt sonst noch närrisch gefeiert wird, wie zum Beispiel in Brasilien oder in der Karibik.


Die 11 Karnevalshochburgen für große und kleine Narren

 

Karneval in Aachen© Marcel Vergöls - www.aak-aachen.de

Auch am Rande des Rheinlands herrscht an Karneval absoluter Ausnahmezustand. Am 11.11. ist dabei traditionell der Auftakt zum närrischen Treiben. Unter dem Motto „Vür wecke Öcher Jecke“ geben dann der Festausschuss Aachener Karneval (AAK) und der "Stammtisch der Präsidenten und Kommandanten der Aachener Karnevalsvereine" am Kugelbrunnen in der Innenstadt den Startschuss zur neuen Saison. Ungewöhnlich besinnlich geht es in Aachen zur Adventszeit zu. Dann lädt der AAK in die Citykirche St. Nikolaus (Großkölnstraße) zum feierlichen Weihnachtssingen ein.

Nach dem Jahreswechsel geht das bunte Treiben in Aachen mit der Prinzenproklamation erst richtig los. Kurz darauf messen sich die Funkengarden der über 50 Aachener Karnevalsvereine beim Ball der Mariechen, der in dieser Saison am 8. Januar ab 18 Uhr im Aachener Eurogress stattfindet.

Wenn am Rosenmontag „Dr Zog könt“, säumen mehr als 400.000 Besucher die Aachener Innenstadt und bestaunen das bunte Treiben von über 160 Fuß- und Musikgruppen sowie 100 Prunkwagen mit mehr als 4.000 Teilnehmern. In Anlehnung an das gemeinsame Wissenschaftsjahr der Hochschulen in Aachen steht 2017 unter dem Motto „Future Lab - en Oche närrisch jeck“. Berühmt ist die Stadt jedoch auch für ihren alternativen Karneval, dessen Tradition die legendären Strunxsitzung im Saalbau „Rothe Erde“ von 1993 bis 2013 begründete. Seit 2014 führt an gleicher Stelle der Kappesball dieses Brauchtum fort.

  • Teilnehmer am Festumzug: mehr als 4.000
  • In Aachen feiert man Karneval
  • Narrenruf: „Oche Alaaf“

    Karneval in Berlin© www.festkomitee-berliner-karneval.de

    Zwar kann die Bundeshauptstadt nicht mit der närrischen Tradition des Rheinlands mithalten, doch auch in Deutschlands größter Metropole erobern bunt kostümierte Menschen zum Rosenmontag die Straßen. Dies feierten die Berliner 2016 nach zweijähriger Pause wieder mit einem großen Umzug des Festkomitees Berliner Karneval e.V. durch die City West. Mit 50 Teilnehmergruppen und rund 1.000 Akteuren zog der Faschingstross über den Kurfürstendamm bis zum Breitscheidplatz an der berühmten Gedächtniskirche. Doch am liebsten feiern die Berliner die fünfte Jahreszeit gebührend auf unzähligen Partys in den Diskotheken und Clubs der Stadt.

    Eine Party von Weltformat findet hingegen jedes Jahr an Pfingsten in Berlin statt. Dann lockt der Karneval der Kulturen seit 20 Jahren bis zu 1,5 Millionen Feier- und Tanzverrückte in die Bundeshauptstadt. Auf zahlreichen Umzügen ziehen rund 5.000 Akteure aus 76 nationalen und internationalen Karnevalsgruppen an vier Tagen durch die Straßen, feiern das weltoffene Berlin und präsentieren dabei ihre farbenfrohen und kreativen Kostüme. Die besten werden seit dem Jahr 2000 sogar mit Preisen ausgezeichnet.

    • Teilnehmer am Festumzug: ca. 1.000 (2016)
    • In Berlin feiert man Fasching und den Karneval der Kulturen
    • Narrenruf: „Hei-Jo“

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      Samba Karneval in Bremen© Norbert A. Müller - www.zweifellos.net Büro für kulturelle Dienstleistung

      Wenn heiße Tänzer zu rhythmischem Trommeln in knalligen Farben über die Bremer Straßen fegen, dann ist es wieder Zeit für den größten Samba-Karneval in Europa. Diesen kündigt alljährlich bereits am 11.11. um 12:12 Uhr ein kurzes Happening mit Samba-Trommeln, Maskenspiel und Stelzenläufern auf dem Bremer Marktplatz an. Der eigentliche Karneval wird hingegen eine Woche vor Rosenmontag gefeiert. Den Auftakt machen mehrere Samba-Partys im Bremer „Viertel“ am Freitag, gefolgt vom großen Straßenumzug von der Innenstadt durch das Ostertorviertel am Samstagmittag. Einen Narrenruf haben die feurigen Karnevalisten nicht, hier wird stattdessen getanzt und getrommelt. Am Abend sorgt der große Maskenball im Bremer Schlachthof für ausgelassene Stimmung.

      Die Grundidee des Bremer Karnevals ist den Weg aus der dunklen kalten in die helle warme Jahreszeit vorzubereiten, den die tanzenden Gruppen mit Sambaklängen, Guggenmusik, Masken und Kostümen begleiten. Den typischen Karneval nach rheinischer Tradition gibt es in Bremen zwar auch, er findet jedoch in deutlich kleinerem Rahmen statt.

      • Teilnehmer am Festumzug: ca. 1.500 - 1.600
      • In Bremen feiert man Karneval
      • Narrenruf: unter anderem „Bremen Ahoi“

        Unser Tipp: Wer einen Kurztrip nach Bremen plant, findet hier den passenden Mietwagen.


         

        © Comitee Düsseldorfer Carneval e.V.

        In Düsseldorf steigt jedes Jahr am 11.11. um 11:11 Uhr der Erzschelm Hoppeditz aus einem Senftopf empor und eröffnet mit einer scharfzüngigen Rede über die Obrigkeit die fünfte Jahreszeit. Im Anschluss lädt die Ur-Düsseldorfer Figur zum alljährlichen Hoppeditz-Ball, bei dem die namhaftesten Karnevalsbands des gesamten Rheinlands auftreten. Der Ausnahmezustand beginnt in Düsseldorf mit der Aufzeichnung der ARD-Fernsehsitzung, die in dieser Saison am 13. Januar stattfindet. Eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in Europa ist der Kinder- und Jugendumzug am 25. Februar 2017, bevor der 5,5 kilometerlange Rosenmontagszug, mit über 5.000 Teilnehmern aus rund 70 Karnevalsvereinen, knapp eine Million Menschen in die Düsseldorfer Innenstadt lockt. Besonders die gesellschaftskritischen, hochpolitischen und provokanten Mottowagen des Wagenbaukünstler Jacques Tilly erlangten in den vergangen Jahren auch über die Grenzen Düsseldorfs hinaus einige Berühmtheit.

        • Teilnehmer am Festumzug: ca. 5.000
        • In Düsseldorf feiert man Karneval
        • Narrenruf: „Helau“

          Unser Tipp: Wer einen Kurztrip nach Düsseldorf plant, findet hier den passenden Mietwagen.


          Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft Köln e.V. © Niki Siegenbruck - www.dgv-1823.de

          Nicht nur in Köln herrscht an Karneval Ausnahmezustand, doch die Dommetropole ist das unangefochtene Epizentrum des karnevalistischen Bebens im Rheinland. Der Kölner Rosenmontagszug ist nicht nur der bekannteste, sondern mit bis zu 1,5 Million Besucher auch der größte Karnevalsumzug Deutschlands.

          Im Jahr 2017 zieht der in Köln nur noch als "d'r Zoch" bekannte Tross unter dem Motto  „Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck“ durch die Domstadt, was so viel bedeutet wie: Wenn wir unsere Kinder sehen, sind wir von den Socken. Damit rufen die Domstädter Jecken alle Karnevalisten dazu auf, sich an der Unbefangenheit der Kinder im Umgang miteinander ein Beispiel zu nehmen.

          Für die knapp sieben Kilometer lange Route benötigen die mehr als 10.000 Teilnehmer des Rosenmontagsumzugs, mit etwa 100 Prunk- und politischen Persiflagewagen, über vier Stunden. Doch selbst außerhalb der fünften Jahreszeit kommt Köln nie so ganz vom neckischen Treiben los. Im Kölner Karnevalsmuseum – dem größten im deutschsprachigen Raum – können Närrinnen und Narren das ganze Jahr über alles Wissenswerte über die Tradition des Karnevals von seinen Anfängen bis heute erfahren.

          • Teilnehmer am Festumzug: ca. 10.000 - 12.000
          • In Köln feiert man Karneval
          • Narrenruf: „Kölle Alaaf“

            Unser Tipp: Wer einen Kurztrip nach Köln plant, findet hier den passenden Mietwagen.

             

            Keethener Spitzen e.V.© Keethner Spitzen e. V.

            Als Faschingshochburg in Mitteldeutschland hat sich Köthen in Sachsen-Anhalt auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Wie jedes Jahr sorgen die Närrinnen und Narren aus mittlerweile drei Karnevalsvereinen ab dem 11.11. für eine abwechslungsreiche Faschingszeit in Köthen. Höhepunkt ist jedoch der KUKAKÖthener Rosenmontagsumzug, dem größten in Ostdeutschland, bei dem über hundert Festwagen sowie Lauf- und Musikgruppen durch die Bachstadt ziehen. Um das karnevalistische Treiben auch über die Grenzen der Stadt hinauszutragen, nimmt der Faschingsverein Keethner Spitzen auch aktiv an Umzügen in der Region teil, etwa am Tulpensonntagsumzug in Dessau und am Rosenmontagsumzug in Halle an der Saale.

            • Teilnehmer am Festumzug: ca. 2.000
            • In Köthen feiert man Fasching oder Karneval
            • Narrenruf: unter anderem „KuKaKö“ oder „Schlacht-RUF“

               

              Karneval in Mainz© Thomas Gottfried - www.mainzer-carneval-verein.de

              An Fastnacht wird Mainz zur Hauptstadt im Rhein-Main-Gebiet, denn mit über 500.000 Besuchern und bis zu 9.500 aktiven Mitwirkenden ist der Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz einer der größten in Deutschland. Auftakt zur fünften Jahreszeit in Mainz ist stets am 11.11. um 11:11 Uhr, wenn ein Repräsentant eines jubilierenden Vereins die elf Artikel des Närrischen Grundgesetzes vom Balkon des Osteiner Hofes verkündet.

              Markenzeichen des Mainzer Karnevals ist jedoch die politisch-literarische Fastnacht mit ihren Prunksitzungen, bei der Politik und aktuelle gesellschaftliche Ereignisse mit allerlei rhetorischen Seitenhieben durch den Kakao gezogen werden. Dem bunten Treiben wurde in Mainz sogar ein Denkmal gesetzt. Am Schillerplatz schuf der Münchner Künstler Blasius Spreng 1967 den sogenannten Fastnachtsbrunnen, einen rund neun Meter hoher Turm aus etwa 200 Bronzefiguren, welche die Mainzer Fastnacht und die Stadtgeschichte wiederspiegeln.

              • Teilnehmer am Festumzug: ca. 5.000 - 9.500
              • In Mainz feiert man Fastnacht
              • Narrenruf: „Helau“

                 

                Karnevalssitzung in Marne© Marner Karnevals-Gesellschaft e.V.

                Im eher karnevalsfernen Schleswig-Holstein ticken die Uhren ein wenig anders. So wird in Marne, der närrischen Hochburg im Norden, das Prinzenpaar bereits auf einem Ball am 5. November ausgerufen. Und auch die Karnevalssaison beginnt hier am 11.11. nicht wie gewohnt um 11:11 Uhr, sondern vier Stunden später. Dann eröffnen rund 100 Jecken der Marner Karnevals-Gesellschaft die neue Kampagne mit einem kleinen Programm im städtischen Rathaus. Während die großen Prunksitzungen bereits die ersten Highlights der Karnevalssaison darstellen, folgt der wirkliche Höhepunkt kurz vor Schluss: Zum Rosenmontagsumzug empfängt die 6.000-Seelen-Gemeinde inzwischen über 20.000 Besucher und veranstaltet damit den größten Straßenumzug in ganz Norddeutschland. Nach dem traditionellen Sturm des Rathauses (am 27.02.2017 um 14 Uhr) feiert Marne mit heißen Sambarhythmen, Marschmusik sowie Tonnen an Süßigkeiten ausgelassen die fünfte Jahreszeit. Der Schlachtruf „Marn‘ hol fast!“ heißt übersetzt übrigens so viel wie: „Marne, halt zusammen“. Die Tradition des Karnevalsumzugs gibt es bereits seit 1956.

                • Teilnehmer am Festumzug: ca. 1.200
                • In Marne feiert man Karneval
                • Narrenruf: „Marn' hol fast“

                   

                  Köln-Münchner Karnevalsverein Superjeile Zick e. V.© Gesellige Vereinigung der Turmfalken e. V.

                  Auch die bayerische Landeshauptstadt treibt es zu Fasching bunt. Pünktlich am 11.11. stellt der größte Münchner Faschingsverein Narrhalla das neue Prinzenpaar samt Prinzengarde auf dem Viktualienmarkt vor. So richtig starten die Festivitäten jedoch erst im neuen Jahr. Bereits eine Woche vor Rosenmontag zieht der Münchner Faschingszug der Damischen Ritter 2017 schon zum zwölften Mal durch die Innenstadt. Dann sorgen Tausende Teilnehmer mit bunt geschmückten Umzugswagen, kreativen Kostümen und vielfältiger Musik beim dreitätigen Münchner Straßenfasching für ausgelassene Narrenstimmung.

                  Köln-Münchner Karnevalsverein Superjeile Zick e. V.
                  Der KMKV feiert auch in München nach rheinländischer Tradition. © Köln-Münchner Karnevalsverein Superjeile Zick e. V.

                  Höhepunkt der Festtage in der bayerischen Landeshauptstadt ist jedoch der Tanz der Markfrauen, der traditionell vom Prinzenpaar am Viktualienmarkt eröffnet wird. Jedes Jahr am Faschingsdienstag legen dafür die Frauen ihre Arbeit nieder und tanzen in prächtigen Kostümen zu ausgelassener Musik. In der weltoffenen Metropole München müssen jedoch auch zugezogene Karnevalisten nicht darben, denn der Köln - Münchner Karnevalsverein e.V. richtet die größte, original kölsche Karnevalsparty außerhalb des Rheinlandes aus.


                  • Teilnehmer am Festumzug: ca. 1.200
                  • In München feiert man Fasching
                  • Narrenruf: unter anderem "Oh mei, oh mei, oh mei" oder „München Alaaf“

                    Unser Tipp: Wer einen Kurztrip nach München plant, findet hier den passenden Mietwagen.

                     

                    Inthronisierung 2015 Eibanesen e.V.© Die Eibanesen e.V.

                    In Nürnberg findet der älteste Faschingsumzug der Welt statt. In historischen Quellen wird er bereits im Jahr 1397 erwähnt. Besonders bekannt sind die Schembartläufer, die auf eine alte Tradition der Nürnberger Handwerker zurückgehen. Ursprünglich zogen diese maskiert und zotige Lieder singend durch die Stadt. Im Laufe der Zeit durften auch andere Bürger Nürnbergs an der Prozession teilnehmen und bereits ab 1475 sollen erste Themenwagen Teil des Umzugs gewesen sein. Auf der sogenannten „Hölle“ wurde schon damals das gesellschaftliche Leben und die Politik karikiert oder verspottet. Heute schlängelt sich der „Gaudiwurm“ mit mehr als 60 Karnevalsgruppen und 3.000 Mitwirkenden unter lauten „Nämberch Ahaaaa"-Rufen durch die zweitgrößte Stadt Bayerns. Am Abend des 11.11. bildet unter anderem die berühmte „Dämmersitzung“ des Eibanesen e.V. den Auftakt in die fünfte Jahreszeit.

                    • Teilnehmer am Festumzug: ca. 3.000
                    • In Nürnberg feiert man Fasching/Fastnacht
                    • Narrenruf: unter anderem „Nämberch Ahaaaa“ oder „Eibanesen AHOI“

                      Unser Tipp: Wer einen Kurztrip nach Nürnberg plant, findet hier den passenden Mietwagen.

                       

                      © Narrenzunft Rottweil e. V.

                      In Rottweil, einer der Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, beginnt die tolle Zeit offiziell am Dreikönigstag. Dann werden die traditionellen Narrenkleider sowie die „Larven“ genannten Masken aus dem Schrank geholt und von den Abstaubern der Narrenzunft abgestaubt. Diese Kostüme zeigen meist Teufel, wilde Hexen, Narren sowie andere Sagengestalten und werden häufig über Generationen vererbt. Richtig bunt wird es hingegen ab dem Fasnetssonntag, wenn die Narrenzunft bei der Proklamation vor dem alten Rathaus das Regiment in Rottweil übernimmt. Im Anschluss schlängelt sich ein Kinderumzug mit eher modernen Kostümen durch die Stadt, bevor am Rosenmontag und Faschingsdienstag die Karnevalisten in ihren traditionellen Kostümen beim berühmten „Narrensprung“ durch Rottweil ziehen.

                      • Teilnehmer am Festumzug: ca. 4.000
                      • In Rottweil feiert man Fasnet
                      • Narrenruf: „Hu Hu Hu“

                         

                        Karneval, Fasching oder Fastnacht?


                        Antworten auf die brennendsten Fragen zur 5. Jahreszeit

                        Helau, Alaaf, Ahoi! Wenn am 11.11. um 11:11 Uhr in ganz Deutschland die Jecken und Narren die Rathäuser erobern, dann beginnt die fünfte Jahreszeit. Seinen Höhepunkt erreicht das bunte Treiben in der Woche von Weiberfastnacht bis Faschingsdienstag und den großen Rosenmontagsumzügen am 27.2.2016. Dann schmeißt sich der Karnevalist in Schale und Verkleidung und besucht eine der unzähligen Faschingssitzungen oder Festumzüge. Doch woher stammen all diese Bräuche eigentlich? Wir erklären Ihnen die wichtigsten Fakten über den Karneval.

                         

                        Wieso feiern wir Karneval?

                        Pfannkuchen zum Karneval

                        Es gibt viele Theorien über den Ursprung des Karnevals. Erste Belege über ähnliche Bräuche gibt es bereits in babylonischen Inschriften aus dem dritten Jahrhundert vor Christus. Auch die alten Griechen, Ägypter und Römer kannten Feste, die das Erwachen des Frühlings nach den langen Wintermonaten feierten. Häufig waren während dieser Veranstaltungen die Sklaven den Herren gleichgestellt. Andere sehen die Wurzeln des modernen Karnevals im keltischen Brauch, die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Zwar haben viele dieser Bräuche im modernen Karneval Spuren hinterlassen, die eigentliche Herkunft des bunten Treibens hat jedoch einen christlichen Ursprung. Vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, in denen Christen der Verzehr von Fleisch und Alkohol verboten ist, feierten die Gläubigen noch einmal ausgiebig.


                         

                        Was bedeutet Karneval?

                        Egal ob Karneval, Fasching oder Fastnacht: Alle drei Begriffe haben ihren Ursprung im christlichen Fest vor Beginn der Fastenzeit. Am deutlichsten ist die Herkunft natürlich bei der Fastnacht zu erkennen. Ursprünglich war damit jedoch nur die Nacht vor dem Fasten gemeint.

                        Bei keiner dieser Feiern durfte früher der traditionelle Fastentrunk fehlen. Aus der altdeutschen Bezeichnung „Vastschanc“ entstand im Laufe der Zeit das heutige Wort Fasching.

                        Aus einer ganz ähnlichen Richtung stammt die Bezeichnung Karneval. Da die katholische Kirche und der Papst in Rom während der Fastenzeit den Genuss von Fleisch komplett verboten, sagten die feiernden Christen am Vorabend der Fastenzeit auf Latein: Carne vale! Also: Fleisch, lebe wohl!

                         

                        Wieso beginnt Karneval am 11.11.?

                        Karneval beginnt um 11:11 Uhr

                        Der Auftakt zur fünften Jahreszeit ist stets am 11.11. um 11:11 Uhr. Warum, darüber gibt es verschiedene Theorien. Eine rankt sich um die biblische Zahl zehn. Durch die Zehn Gebote stand sie sinnbildlich für die göttliche Ordnung. Die Elf überschritt diese magische Grenze und setzt die gewöhnliche Ordnung außer Kraft, genau wie die Karnevalisten bei der Übernahme der Rathäuser. Andere sehen im 11. November hingegen den Tag, an dem laut Bauernkalender das Wirtschaftsjahr endet, was früher mit einem ausgiebigen Fest gefeiert wurde.



                        Wieso verschiebt sich Karneval jedes Jahr?

                        Die Dauer einer Karnevalssaison ist jedes Jahr anders und hängt von der Lage des Osterfests ab. Dieses findet immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling statt, also im Zeitraum zwischen dem 22. März und dem 25. April. Vor dem Osterfest sollen alle Christen 40 Tage lang fasten, weil auch Jesus 40 Tage lang ohne Nahrung in der Wüste verbracht hatte. Da die Gläubigen an den Sonntagen jedoch von dieser Bürde befreit sind, liegt der Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit und Ende der Karnevalssaison immer 46 Tage vor Ostern. Das Karnevalswochenende liegt also immer zwischen dem 31. Januar und dem 5. März. Der frühste Termin für den Rosenmontag ist entsprechend der 2. Februar, der späteste der 8. März.

                         

                        Wieso verkleiden wir uns an Karneval?

                        Warum verkleiden wir uns zum Karneval

                        Der Brauch sich an Fasching oder Karneval zu verkleiden hat keinen christlichen, sondern ist keltischen Ursprungs. Zum Übergang von der kalten zur warmen Jahreszeit wurden die bösen Geister des Winters mit schaurigen Masken und jeder Menge Lärm vertrieben. Im südwestdeutschen Raum und großen Teilen Tirols hat sich dieser Brauch noch weitgehend erhalten, etwa bei der schwäbisch-alemannischen Fastnacht oder dem Egetmannumzug im italienischen Tramin.



                        Was soll ich an Karneval anziehen?

                        Jedes Jahr steht der Karnevalist vor der entscheidenden Frage, als was er sich in diesem Jahr verkleiden soll. Neben ewigen Klassikern wie Clown, Cowboy oder Indianer ändern sich die Vorlieben für Kostüme von Jahr zu Jahr. So lagen zum Karneval 2016 sogenannte Huckepack-Kostüme und Charaktere aus Star Wars: Erwachen der Macht voll im Trend. Absoluter Renner war der neue Krieg-der-Sterne-Schurke Kylo Ren. Ein Jahr zuvor standen hingegen sexy Krankenschwestern bei den Frauen und Mönchskutten bei den Männern besonders hoch im Kurs. Viele Mädchen wollen nach wie vor einmal im Jahr Prinzessin sein, während die Jungs gerne als Polizist für Recht und Ordnung sorgen. Ebenfalls gute Chancen haben Sie mit Kostümen zu aktuellen Blockbuster-Kinofilmen. Durch die Kinostarts von „Rogue One – A Star Wars Story“ und „Assassins Creed“ im Dezember 2016 dürften Krieg-der-Sterne- sowie Assassinen-Kostüme in dieser Karnevalssaison sehr angesagt sein.

                         

                        Wo wird überall Karneval gefeiert?

                        Karneval in Brasilien
                        Karneval in Rio de Janeiro

                        Berühmte Karnevalshochburgen in Deutschland sind Köln, Mainz oder Düsseldorf im Rheinland, international sind besonders die ausgelassenen Karnevalsfeiern in Rio de Janeiro, Venedig oder der Mardi Gras in New Orleans bekannt. Was haben all diese Gegenden gemeinsam? Sie sind in überwiegender Mehrheit katholisch. Der Karneval war ursprünglich ein Fest, an dem die Gläubigen sich noch einmal mit allerlei Köstlichkeiten vollstopfen konnten, bevor es ans 46-tägige Fasten ging. Besonders deutlich wird dies beim Mardis Gars, was so viel heißt wie „fetter Dienstag“. Während beim Karneval in Brasilien über zwei Millionen Menschen auf den Straßen von Rio de Janeiro ausgelassen feiern und Besucher den brasilianischen Sambaschulen bei ihren Auftritten zusehen, strömt halb Spanien nach Cádiz in Andalusien. Hier stehen Musik und köstliche Spezialitäten an erster Stelle. Zudem erfreut sich die Stadt fast einen Monat lang an musikalisch-tänzerischen Darbietungen und Wettbewerben. Nicht weniger als die „Greatest Show on Earth“ verspricht die Stadt Port of Spain auf dem Inselstaat Trinidad und Tobago in der Karibik. Neben prächtigen Kostümumzügen ist Port of Spain vor allem für den J'ouvert am Rosenmontag bekannt, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig mit Farbe, Schlamm, Schokoladensoße oder Rohöl einreiben.


                        Wie komme ich am besten zu den großen Karnevalsumzügen?

                        In Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz platzt die Innenstadt an den tollen Tagen und vor allem am Rosenmontag aus allen Nähten. Das Auto sollten Sie im Idealfall zu Hause oder am Hotel stehen lassen. Für die Anreise in die Karnevalshochburgen bieten sich die nahe gelegenen Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt am Main an. Hier gilt wie bei allen Großveranstaltungen: Je früher Sie buchen, desto günstiger die Flugtickets. Genauso ist es natürlich auch bei den Hotelpreisen. Wenn Sie nicht unbedingt die Nacht durchzufeiern wollen, sollten Sie sich daher so zeitig wie möglich um ein kostengünstiges Hotelzimmer bemühen.



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                        Über den Autor

                        Holger Zehden

                        Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge verantwortlich, schreibe aber auch Texte rund um die Themen Flug und Hotel. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.