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Trotzdem fortfahren

Karneval, Fasching und Fastnacht in Deutschland

Infografik: Karneval Header

Am 11.11. um 11:11 Uhr beginnt in den Karnevalshochburgen die fünfte Jahreszeit. Seinen Höhepunkt erreicht das närrische Treiben zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag, wenn etwa in Köln eine Million Jecken den "Zoch" mit Kölle Alaaf begrüßen. Wir geben euch einen Überblick über die elf Hochburgen des deutschen Karnevals und beantworten die wichtigsten Fragen – warum wir Karneval feiern, wieso wir Faschingskostüme tragen, weshalb das Fest mal Karneval, mal Fasching oder Fastnacht heißt und wo in der Welt sonst noch närrisch gefeiert wird, wie zum Beispiel in Brasilien oder in der Karibik.


Karnevalssaison 2022/2023
In diesem Jahr finden dank der entspannteren Corona-Lage alle Saisoneröffnungsveranstaltungen der hier vorgestellten Karnevalshochburgen im November wieder statt. Nach aktuellem Stand dürfen sich die Närrinnen und Narren auch auf ein buntes Treiben im Februar 2023 freuen, inklusive der üblichen Umzüge und Festsitzungen. Weiberfastnacht fällt im kommenden Jahr auf den 16. Februar, Rosenmontag auf den 20. Februar und Aschermittwoch auf den 22. Februar 2023.

Karneval in Deutschland: 11 Faschingshochburgen für große und kleine Narren

Karneval


01

Aachen feiert Karneval

Hochburg des alternativen Karnevals

Infografik: Karneval in Aachen© Marcel Vergöls - www.aak-aachen.de

Auch am Rande des Rheinlands herrscht an Karneval absoluter Ausnahmezustand. Am 11.11. ist dabei traditionell der Auftakt zum närrischen Treiben. Unter dem Motto „Aneäjebonge, Hazz jefonge“ geben dann der Festausschuss Aachener Karneval (AAK) und der "Stammtisch der Präsidenten und Kommandanten der Aachener Karnevalsvereine" am Holzgraben in der Innenstadt den Startschuss zur neuen Saison. Ungewöhnlich besinnlich geht es in Aachen zur Adventszeit zu. Dann lädt der AAK in die Citykirche St. Nikolaus (Großkölnstraße) zum feierlichen Weihnachtssingen ein.

Nach dem Jahreswechsel geht das bunte Treiben in Aachen mit der Prinzenproklamation erst richtig los. Kurz darauf messen sich die Funkengarden der über 50 Aachener Karnevalsvereine beim Ball der Mariechen im Aachener Eurogress. Wenn am Rosenmontag „Dr Zog könt“, säumen mehr als 300.000 Besucher die Aachener Innenstadt und bestaunen das bunte Treiben von über 160 Fuß- und Musikgruppen sowie 100 Prunkwagen mit rund 5.000 Teilnehmern. Berühmt ist die Stadt jedoch auch für ihren alternativen Karneval, dessen Tradition die legendäre Strunxsitzung im Saalbau „Rothe Erde“ von 1993 bis 2013 begründete. Seit 2014 führt an gleicher Stelle der Kappesball dieses Brauchtum fort.


Der Aachener Karneval im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: rund 5.000
  • In Aachen feiert man Karneval
  • Narrenruf: „Oche Alaaf“


02

Berlin feiert Fasching

Im Fasching bescheiden, im Karneval die Größten

Infografik: Karneval in Berlin© www.festkomitee-berliner-karneval.de

Zwar kann die Bundeshauptstadt nicht mit der närrischen Tradition des Rheinlands mithalten, doch auch in Deutschlands größter Metropole erobern bunt kostümierte Menschen zum Rosenmontag die Straßen. Dies feiern die Berliner und Berlinerinnen mit einem großen Umzug des Festkomitees Berliner Karneval e. V. durch die City West. Mit 50 Teilnehmergruppen und rund 1.000 Akteuren zieht der Faschingstross über den Kurfürstendamm. Doch am liebsten feiern die Berliner Einwohner und Einwohnerinnen die fünfte Jahreszeit gebührend auf unzähligen Partys in den Diskotheken und Clubs der Stadt.

Eine Party von Weltformat findet hingegen jedes Jahr an Pfingsten in Berlin statt. Dann lockt der Karneval der Kulturen bis zu 1,5 Millionen Feier- und Tanzverrückte in die Bundeshauptstadt. Auf zahlreichen Umzügen ziehen rund 5.000 Akteure und Akteurinnen aus 76 nationalen und internationalen Karnevalsgruppen an vier Tagen durch die Straßen, feiern das weltoffene Berlin und präsentieren dabei ihre farbenfrohen und kreativen Kostüme. Die besten werden seit dem Jahr 2000 sogar mit Preisen ausgezeichnet.


Der Berliner Fasching im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 1.000
  • In Berlin feiert man Fasching und den Karneval der Kulturen
  • Narrenruf: „Hei-Jo“

Unser Tipp: Wer einen Kurzurlaub in Berlin plant, findet hier den passenden Mietwagen.


03

Bremen feiert Karneval

Heißblütiger Karneval im kühlen Norden

Infografik: Karneval in Bremen© Norbert A. Müller - www.zweifellos.net Büro für kulturelle Dienstleistung

Wenn heiße Tänzer und Tänzerinnen zu rhythmischem Trommeln in knalligen Farben über die Bremer Straßen fegen, dann ist es wieder Zeit für den größten Samba-Karneval in Europa. Diesen kündigt alljährlich bereits am 11.11. um 12:12 Uhr ein kurzes Happening mit Samba-Trommeln, Maskenspiel und Stelzenlaufenden auf dem Bremer Marktplatz an. Der eigentliche Karneval wird hingegen eine Woche vor Rosenmontag gefeiert. Den Auftakt machen mehrere Samba-Partys im Bremer „Viertel“ am Freitag, gefolgt vom großen Straßenumzug von der Innenstadt durch das Ostertorviertel am Samstagmittag. Einen festen Narrenruf haben die feurigen Karnevalisten nicht, hier wird stattdessen getanzt und getrommelt. Am Abend sorgt der große Maskenball im Bremer Schlachthof für ausgelassene Stimmung.

Die Grundidee des Bremer Karnevals ist, den Weg aus der dunklen kalten in die helle warme Jahreszeit vorzubereiten, den die tanzenden Gruppen mit Sambaklängen, Guggenmusik, Masken und Kostümen begleiten. Den typischen Karneval nach rheinischer Tradition gibt es in Bremen zwar auch, er findet jedoch in deutlich kleinerem Rahmen statt.


Der Bremer Karneval im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 1.400 - 1.600
  • In Bremen feiert man Karneval
  • Narrenruf: unter anderem „Bremen Ahoi“

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04

Düsseldorf feiert Karneval

Frohsinn und Kritik aus dem Senftopf

Infografik: Karneval in Düsseldorf© Comitee Düsseldorfer Carneval e.V.

In Düsseldorf steigt jedes Jahr am 11.11. um 11:11 Uhr der Erzschelm Hoppeditz aus einem Senftopf empor und eröffnet mit einer scharfzüngigen Rede über die Obrigkeit die fünfte Jahreszeit. Im Anschluss lädt die Ur-Düsseldorfer Figur zum alljährlichen Hoppeditz-Ball, bei dem die namhaftesten Karnevalsbands des gesamten Rheinlands auftreten. Der Ausnahmezustand beginnt in Düsseldorf mit der Aufzeichnung der ARD-Fernsehsitzung. Eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in Europa ist der Kinder- und Jugendumzug, bevor der sechs Kilometer lange Rosenmontagszug mit über 8.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus rund 70 Karnevalsvereinen knapp eine Million Menschen in die Düsseldorfer Innenstadt lockt. Besonders die gesellschaftskritischen, hochpolitischen und provokanten Mottowagen des Wagenbaukünstler Jacques Tilly erlangten inzwischen auch über die Grenzen Düsseldorfs hinaus einige Berühmtheit.


Der Düsseldorfer Karneval im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 8.000
  • In Düsseldorf feiert man Karneval
  • Narrenruf: „Helau“

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05

Köln feiert Karneval

Die jeckste Stadt der Welt, nicht nur an Karneval

Infografik: Karneval in Köln© Niki Siegenbruck - www.dgv-1823.de

Nicht nur in Köln herrscht an Karneval Ausnahmezustand, doch die Dommetropole ist das unangefochtene Epizentrum des karnevalistischen Bebens im Rheinland. Der Kölner Rosenmontagszug ist nicht nur der bekannteste, sondern mit bis zu 1,5 Million Besucher auch der größte Karnevalsumzug Deutschlands.

Für die knapp sieben Kilometer lange Route benötigt der in Köln nur noch als "d'r Zoch" bekannte Tross mit mehr als 10.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen und etwa 100 Prunk- und politischen Persiflagewagen über vier Stunden. Doch selbst außerhalb der fünften Jahreszeit kommt Köln nie so ganz vom jecken Treiben los. Im Kölner Karnevalsmuseum – dem größten im deutschsprachigen Raum – können Närrinnen und Narren das ganze Jahr über alles Wissenswerte über die Tradition des Karnevals von seinen Anfängen bis heute erfahren.


Der Kölner Karneval im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 10.000 - 12.000
  • In Köln feiert man Karneval
  • Narrenruf: „Kölle Alaaf“

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06

Köthen feiert sowohl Karneval als auch Fasching

Auch Mitteldeutschland treibt es bunt

Köthen© KUKAKÖ

Prinzenpaar des KUKAKÖ© KUKAKÖ
Seit 1992 wird der KUKAKÖ ausschließlich von einem Kinderprinzenpaar regiert.

Als Karnevalshochburg in Mitteldeutschland hat sich Köthen in Sachsen-Anhalt auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Jedes Jahr sorgen die Närrinnen und Narren aus mittlerweile drei Karnevalsvereinen ab dem 11.11. für eine abwechslungsreiche Faschingszeit in Köthen. Die feierliche Sessionseröffnung auf dem Marktplatz gestaltet der KUKAKÖ gemeinsam mit den Keethner Spitzen.

Höhepunkt ist jedoch der KUKAKÖthener Rosenmontagszug, der größte in Ostdeutschland, bei dem über hundert Festwagen sowie Lauf- und Musikgruppen unterschiedlichster Vereine durch die Bachstadt ziehen.

Mit dabei ist das Kinderprinzenpaar, die einzigen gekrönten Häupter beim KUKAKÖ. Denn seit der Neugründung 1992 gibt es keine erwachsenen Karnevals-Regenten oder -Regentinnen mehr, zudem haben sich die Karnevalisten soziales Engagement ganz groß auf die bunten Fahnen geschrieben.

Um das karnevalistische Treiben auch über die Grenzen der Stadt hinauszutragen, nimmt der KUKAKÖ aktiv an anderen Karnevalszügen in der Region teil.


Der Köthener Karneval im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 3.000
  • In Köthen feiert man Karneval sowie Fasching
  • Narrenruf: unter anderem „KUKAKÖ“, „Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi“ oder „Schlacht-RUF“


07

Mainz feiert Fastnacht

Der 5. Jahreszeit ein Denkmal gesetzt

Infografik: Karneval in Mainz 2016© Thomas Gottfried - www.mainzer-carneval-verein.de

An Fastnacht wird Mainz zur Hauptstadt im Rhein-Main-Gebiet, denn mit über 500.000 Besuchern und Besucherinnen sowie bis zu 9.500 aktiven Mitwirkenden ist der Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz einer der größten in Deutschland. Auftakt zur fünften Jahreszeit in Mainz ist stets am 11.11. um 11:11 Uhr, wenn ein Repräsentant oder eine Repräsentantin eines jubilierenden Vereins die elf Artikel des Närrischen Grundgesetzes vom Balkon des Osteiner Hofes verkündet.

Markenzeichen des Mainzer Karnevals ist jedoch die politisch-literarische Fastnacht mit ihren Prunksitzungen, bei der Politik und aktuelle gesellschaftliche Ereignisse mit allerlei rhetorischen Seitenhieben durch den Kakao gezogen werden. Dem bunten Treiben wurde in Mainz sogar ein Denkmal gesetzt. Am Schillerplatz schuf der Münchner Künstler Blasius Spreng 1967 den sogenannten Fastnachtsbrunnen, einen rund neun Meter hohen Turm aus etwa 200 Bronzefiguren, welche die Mainzer Fastnacht und die Stadtgeschichte widerspiegeln.


Die Mainzer Fastnacht im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 5.000 - 9.500
  • In Mainz feiert man Fastnacht
  • Narrenruf: „Helau“


08

Marne feiert Karneval

Die närrische Hochburg des Nordens

Karneval-Marne-2019© Volker von Hemsen/© Marner Karnevals-Gesellschaft e.V.

Im eher karnevalsfernen Schleswig-Holstein ticken die Uhren ein wenig anders. So wird in Marne, der närrischen Hochburg im Norden, das Prinzenpaar bereits auf einem Ball im November ausgerufen. Bei einem Karnevalsshopping mit verkaufsoffener Innenstadt am Tag darauf werden die Prinzenpaare dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Und auch die Karnevalssaison beginnt hier am 11.11. Während die großen Prunksitzungen zu Jahresbeginn bereits die ersten Highlights der Karnevalssaison darstellen, folgt der wirkliche Höhepunkt kurz vor Schluss: Zum Rosenmontagsumzug empfängt die 5.300-Seelen-Gemeinde inzwischen über 20.000 Besucher nd Besucherinnen und veranstaltet damit den größten Straßenumzug in ganz Norddeutschland. Nach dem traditionellen Sturm des Rathauses feiert Marne mit heißen Sambarhythmen, Marschmusik sowie Tonnen an Süßigkeiten ausgelassen die fünfte Jahreszeit. Der Schlachtruf „Marn‘ hol fast!“ heißt übersetzt übrigens so viel wie: „Marne, halt zusammen“. Die Tradition des Karnevalsumzugs gibt es bereits seit 1956.


Der Marner Karneval im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 20.000
  • In Marne feiert man Karneval
  • Narrenruf: „Marn' hol fast“


09

München feiert Fasching und ein bisschen Karneval

Bayerische Gemütlichkeit trifft rheinischen Frohsinn

Infografik: Karneval in München (Damische Ritter)© Gesellige Vereinigung der Turmfalken e. V.

Auch die bayerische Landeshauptstadt treibt es zu Fasching bunt. Pünktlich am 11.11. stellt der größte Münchner Faschingsverein Narrhalla das neue Prinzenpaar samt Prinzengarde auf dem Viktualienmarkt vor. So richtig starten die Festivitäten jedoch erst im neuen Jahr. Bereits eine Woche vor Rosenmontag zieht der Münchner Faschingszug der Damischen Ritter durch die Innenstadt. Dann sorgen Tausende Teilnehmende mit bunt geschmückten Umzugswagen, kreativen Kostümen und vielfältiger Musik beim dreitätigen Münchner Straßenfasching für ausgelassene Narrenstimmung.

Köln-Münchner Karnevalsverein Superjeile Zick e. V.© Köln-Münchner Karnevalsverein Superjeile Zick e.V.
Der KMKV feiert auch in München nach rheinländischer Tradition.

Höhepunkt der Festtage in der bayerischen Landeshauptstadt ist jedoch der Tanz der Markfrauen, der traditionell vom Prinzenpaar am Viktualienmarkt eröffnet wird. Jedes Jahr am Faschingsdienstag legen dafür die Frauen ihre Arbeit nieder und tanzen in prächtigen Kostümen zu ausgelassener Musik. In der weltoffenen Metropole München müssen jedoch auch zugezogene Karnevalisten und Karnevalistinnen nicht darben, denn der Köln - Münchner Karnevalsverein e.V. richtet die größte, original kölsche Karnevalsparty außerhalb des Rheinlandes aus.



Der Münchner Fasching im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 1.200
  • In München feiert man Fasching
  • Narrenruf: unter anderem "Oh mei, oh mei, oh mei" oder „München Alaaf“

Unser Tipp: Wer einen Kurztrip nach München plant, findet hier den passenden Mietwagen.


10

Nürnberg feiert Fasching und manchmal auch Fastnacht

Fränkischer Fasching mit Tradition

Infografik: Karneval in Nürnberg© Die Eibanesen e.V.

In Nürnberg findet der älteste Faschingsumzug der Welt statt. In historischen Quellen wird er bereits im Jahr 1397 erwähnt. Besonders bekannt sind die Schembartläufer, die auf eine alte Tradition der Nürnberger Handwerker zurückgehen. Ursprünglich zogen diese maskiert und zotige Lieder singend durch die Stadt. Im Laufe der Zeit durften auch andere Bürger Nürnbergs an der Prozession teilnehmen und bereits ab 1475 sollen erste Themenwagen Teil des Umzugs gewesen sein. Auf der sogenannten „Hölle“ wurde schon damals das gesellschaftliche Leben und die Politik karikiert oder verspottet. Heute schlängelt sich der „Gaudiwurm“ mit mehr als 60 Karnevalsgruppen und 3.000 Mitwirkenden unter lauten „Nämberch Ahaaaa"-Rufen durch die zweitgrößte Stadt Bayerns. Bereits am Abend des 9.11. bildet die berühmte „Dämmersitzung“ des Eibanesen e.V. den Auftakt in die fünfte Jahreszeit.


Der Nürnberger Fasching im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 3.000
  • In Nürnberg feiert man Fasching/Fastnacht
  • Narrenruf: unter anderem „Nämberch Ahaaaa“ oder „Eibanesen AHOI“

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11

Rottweil feiert Fasnet

Wenn Narren springen

Infografik: Karneval in Rottweil© Narrenzunft Rottweil e. V.

In Rottweil, einer der Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, beginnt die tolle Zeit offiziell am Dreikönigstag. Dann werden die traditionellen Narrenkleider sowie die „Larven“ genannten Masken aus dem Schrank geholt und von den Abstaubern und Abstauberinnen der Narrenzunft abgestaubt. Diese als Gschell, Biss oder Fransenkleid bezeichneten Kostüme ähneln Sagengestalten und werden häufig über Generationen vererbt. Richtig bunt wird es hingegen ab dem Fasnetssonntag, wenn die Narrenzunft bei der Proklamation vor dem alten Rathaus das Regiment in Rottweil übernimmt. Im Anschluss findet ein Kinderumzug mit Bajass – den Kostümen des Narrensamens, also dem Narrennachwuchs – statt, bevor am Fasnetsmontag und Fasnetsdienstag die Narren und Närrinnen in ihren traditionellen Kostümen beim berühmten „Narrensprung“ durch Rottweil ziehen.


Die Rottweiler Fasnet im Überblick
  • Teilnehmende am Festumzug: ca. 4.000
  • In Rottweil feiert man Fasnet
  • Narrenruf: „Hu Hu Hu“


Karneval, Fasching oder Fastnacht?


Antworten auf die brennendsten Fragen zur 5. Jahreszeit

Helau, Alaaf, Ahoi! Wenn am 11.11. um 11:11 Uhr in ganz Deutschland die Jecken und Närrinnen die Rathäuser erobern, dann beginnt die fünfte Jahreszeit. Seinen Höhepunkt erreicht das bunte Treiben in der Woche von Weiberfastnacht bis Faschingsdienstag und den großen Festumzügen am Rosenmontag. Dann schmeißt sich der Karnevalist oder die Karnevalistin in Schale und Verkleidung und besucht eine der unzähligen Faschingssitzungen oder Festumzüge. Doch woher stammen all diese Bräuche eigentlich? Wir erklären euch die wichtigsten Fakten über den Karneval.


Wieso feiern wir Karneval?

Pfannkuchen zum Karneval

Es gibt viele Theorien über den Ursprung des Karnevals. Erste Belege über ähnliche Bräuche gibt es bereits in babylonischen Inschriften aus dem dritten Jahrhundert vor Christus. Auch die alten Griechen, Ägypter und Römer kannten Feste, die das Erwachen des Frühlings nach den langen Wintermonaten feierten. Häufig waren während dieser Veranstaltungen die Sklaven den Herren gleichgestellt. Andere sehen die Wurzeln des modernen Karnevals im keltischen Brauch, die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Zwar haben viele dieser Bräuche im modernen Karneval Spuren hinterlassen, die eigentliche Herkunft des bunten Treibens hat jedoch einen christlichen Ursprung. Vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, in denen Christen und Christinnen der Verzehr von Fleisch und Alkohol verboten ist, feierten die Gläubigen noch einmal ausgiebig.



Was bedeutet Karneval?

Egal ob Karneval, Fasching oder Fastnacht: Alle drei Begriffe haben ihren Ursprung im christlichen Fest vor Beginn der Fastenzeit. Am deutlichsten ist die Herkunft natürlich bei der Fastnacht zu erkennen. Ursprünglich war damit jedoch nur die Nacht vor dem Fasten gemeint.

Bei keiner dieser Feiern durfte früher der traditionelle Fastentrunk fehlen. Aus der altdeutschen Bezeichnung „Vastschanc“ entstand im Laufe der Zeit das heutige Wort Fasching.

Aus einer ganz ähnlichen Richtung stammt die Bezeichnung Karneval. Da die katholische Kirche und der Papst in Rom während der Fastenzeit den Genuss von Fleisch komplett verboten, sagten die feiernden Christen und Christinnen am Vorabend der Fastenzeit auf Latein: Carne vale! Also: Fleisch, lebe wohl!


Wieso beginnt Karneval am 11.11.?

Karneval beginnt um 11:11 Uhr

Der Auftakt zur fünften Jahreszeit ist stets am 11.11. um 11:11 Uhr. Warum, darüber gibt es verschiedene Theorien. Eine rankt sich um die biblische Zahl zehn. Durch die Zehn Gebote stand sie sinnbildlich für die göttliche Ordnung. Die Elf überschritt diese magische Grenze und setzt die gewöhnliche Ordnung außer Kraft, genau wie die Karnevalisten und Karnevalistinnen bei der Übernahme der Rathäuser. Andere sehen im 11. November hingegen den Tag, an dem laut Bauernkalender das Wirtschaftsjahr endet, was früher mit einem ausgiebigen Fest gefeiert wurde.



Wieso verschiebt sich Karneval jedes Jahr?

Die Dauer einer Karnevalssaison ist jedes Jahr anders und hängt von der Lage des Osterfests ab. Dieses findet immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling statt, also im Zeitraum zwischen dem 22. März und dem 25. April. Vor dem Osterfest sollen alle Christen und Christinnen 40 Tage lang fasten, weil auch Jesus 40 Tage lang ohne Nahrung in der Wüste verbracht hatte. Da die Gläubigen an den Sonntagen jedoch von dieser Bürde befreit sind, liegt der Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit und Ende der Karnevalssaison immer 46 Tage vor Ostern. Das Karnevalswochenende liegt also immer zwischen dem 31. Januar und dem 5. März. Der früheste Termin für den Rosenmontag ist entsprechend der 2. Februar, der späteste der 8. März.


Wieso verkleiden wir uns an Karneval?

Warum verkleiden wir uns zum Karneval

Der Brauch, sich an Fasching oder Karneval zu verkleiden, hat keinen christlichen, sondern einen keltischen Ursprung. Zum Übergang von der kalten zur warmen Jahreszeit wurden die bösen Geister des Winters mit schaurigen Masken und jeder Menge Lärm vertrieben. Im südwestdeutschen Raum und großen Teilen Tirols hat sich dieser Brauch noch weitgehend erhalten, etwa bei der schwäbisch-alemannischen Fastnacht oder dem Egetmannumzug im italienischen Tramin.



Was soll ich an Karneval anziehen?

Jedes Jahr steht der Karnevalsfan vor der entscheidenden Frage, als was er oder sie sich in diesem Jahr verkleiden soll. Neben ewigen Klassikern wie Clown, Cowboy oder Indianer ändern sich die Vorlieben für Kostüme von Jahr zu Jahr. So lagen zum letzten Vor-Corona-Karneval 2019 pinke Flamingokostüme und Charaktere aus der Serie "Game of Thrones" voll im Trend. Bereits seit Jahren stehen flauschige Einhorn-Overalls neben den jedes Jahr allgegenwärtigen politischen Satirekostümen hoch im Kurs. Viele Mädchen wollen nach wie vor einmal im Jahr Prinzessin sein, während die Jungs gerne als Polizist für Recht und Ordnung sorgen – oder umgekehrt. Ebenfalls gute Chancen habt ihr mit Kostümen zu aktuellen Blockbuster-Serien und Kinofilmen. So dürften 2023 die Flieger-Overalls aus "Top Gun - Maverick", blau gekleidete und geschminkte Aliens aus "Avatar: The Way of Water" oder Superhelden-Verkleidungen aus den Universen von Marvel und DC vermehrt auf den Straßen anzutreffen sein.


Wo wird überall Karneval gefeiert?

Karneval in Brasilien
Karneval in Rio de Janeiro

Berühmte Karnevalshochburgen in Deutschland sind Köln, Mainz oder Düsseldorf im Rheinland, international sind besonders die ausgelassenen Karnevalsfeiern in Rio de Janeiro, Venedig oder der Mardi Gras in New Orleans bekannt. Was haben all diese Gegenden gemeinsam? Sie sind in überwiegender Mehrheit katholisch. Der Karneval war ursprünglich ein Fest, an dem die Gläubigen sich noch einmal mit allerlei Köstlichkeiten vollstopfen konnten, bevor es ans 46-tägige Fasten ging. Besonders deutlich wird dies beim Mardis Gras, was so viel heißt wie „fetter Dienstag“. Während beim Karneval in Brasilien über zwei Millionen Menschen auf den Straßen von Rio de Janeiro ausgelassen feiern und Besucher  und Besucherinnen den brasilianischen Sambaschulen bei ihren Auftritten zusehen, strömt halb Spanien nach Cádiz in Andalusien. Hier stehen Musik und köstliche Spezialitäten an erster Stelle. Zudem erfreut sich die Stadt fast einen Monat lang an musikalisch-tänzerischen Darbietungen und Wettbewerben. Nicht weniger als die „Greatest Show on Earth“ verspricht die Stadt Port of Spain im Inselstaat Trinidad und Tobago in der Karibik. Neben prächtigen Kostümumzügen ist Port of Spain vor allem für den J'ouvert am Rosenmontag bekannt, bei dem sich die Teilnehmenden gegenseitig mit Farbe, Schlamm, Schokoladensoße oder Rohöl einreiben.


Wie komme ich am besten zu den großen Karnevalsumzügen?

In Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz platzt die Innenstadt an den tollen Tagen und vor allem am Rosenmontag aus allen Nähten. Das Auto solltet ihr im Idealfall zu Hause oder am Hotel stehen lassen. Für die Anreise in die Karnevalshochburgen bieten sich die nahe gelegenen Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt am Main an. Hier gilt wie bei allen Großveranstaltungen: Je früher ihr bucht, desto günstiger die Flugtickets. Genauso ist es natürlich auch bei den Hotelpreisen. Wenn ihr nicht unbedingt die Nacht durchfeiern wollt, solltet ihr euch daher so zeitig wie möglich um ein kostengünstiges Hotelzimmer bemühen.

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Wer schreibt hier?

Holger Zehden_Quadrat
Holger Zehden

Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge rund um die Themen Mietwagen, Urlaub, Flug und Hotel verantwortlich. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.