Städtetrip

Ihr wolltet schon immer mal ins französische Straßburg, wisst aber gar nicht so recht, wo ihr dabei anfangen und aufhören sollt? Ihr habt Fragen – wir haben die richtigen Antworten. Die historische Altstadt ist ein einzigartiges bauliches Ensemble und verfügt über eine große Auswahl an Museen, Kirchen, Parks, Aussichtsplattformen, perfekten Foto-Spots, charmanten Restaurants und einladenden Bars. Trotzdem könnt ihr das beliebte "Strasbourg" problemlos in zwei Tagen erkunden und Erinnerungen schaffen, die ihr für immer mit euch tragt.
Ob mit dem Flugzeug, dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln – viele Wege führen nach Straßburg. Die Stadt an der deutschen Grenze ist über die Autobahn 5 schnell erreicht. Ebenso einfach gelangt ihr in die historisch bedeutsame Stadt mit dem Zug – einer der größten Bahnhöfe Frankreichs bietet zahlreiche Direktverbindungen zu europäischen Großstädten. Vom Straßburger Hauptbahnhof sind es dann nur noch wenige Fußminuten bis ins Zentrum. Eine komfortable Anreise erfolgt auch mit dem Flugzeug über den Flughafen Straßburg-Entzheim, der nur zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt liegt und unter anderem von der Lufthansa ab Frankfurt und München angesteuert wird. Auch der deutsche Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden befindet sich nur rund 60 Kilometer nordöstlich von Straßburg.
Straßburg hält viele Unterkünfte bereit, in denen Reisende komfortabel unterkommen können. Wem ein paar Gehminuten mehr oder notwendige Bahnfahrten nichts ausmachen, der kann Hotels auch in entlegeneren Stadtteilen wie Neustadt, Krutenau oder Neudorf wählen. Wer Straßburg aber in zwei Tagen erkunden möchte, sollte möglichst zentral nächtigen. Es lohnt sich daher für euch, im historischen Zentrum der Stadt zu bleiben – der mittelalterlichen Altstadt auf der Grande Île. Bei einem Wochenende in Straßburg erreicht ihr so die Highlights in kürzester Zeit.
Nach einer Anreise nach Straßburg mit dem Auto braucht ihr dieses vor Ort in der gut ausgebauten Großstadt kaum noch. Wenn sich in Straßburg nicht gerade eine Sehenswürdigkeit fußläufig an die nächste reiht, kommt der gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr zu Hilfe. Wer das Netz bei seinem Kurzurlaub nutzen möchte, muss vorher natürlich eine Fahrkarte erwerben. Eure Fahrscheine bekommt ihr entweder an den Haltestellen und vor Ort oder online bei den Straßburger Verkehrsbetrieben CTS.
Bei der Ankunft mit dem Flugzeug erwarten Reisende verschiedene Transfermöglichkeiten. Ein Shuttlezug bringt euch bis zu vier Mal in der Stunde zum Straßburger Hauptbahnhof, der auch als Bahnhof Strasbourg-Ville bezeichnet wird. Die Straßburger Innenstadt erreicht ihr anschließend entweder zu Fuß oder innerhalb weniger Minuten mit der Tram.
Das dichte Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln Straßburgs bietet unter anderem sechs verschiedene Tramlinien, die das Stadtgebiet zwischen 4:30 Uhr morgens und 0:30 Uhr nachts in regelmäßigen Zeitabständen alle fünf bis 15 Minuten großzügig befahren. Zentraler Umsteigepunkt ist Homme de Fer in der Innenstadt, an dem alle aktuellen Linien Halt machen.
Nachdem ihr nun einen guten Einblick über Anreise und Unterkunft fürs schöne Straßburg erhalten habt und somit über das nötige Know-how verfügt, steht der Erkundung der Stadt nichts mehr im Weg. Seid gespannt auf eine perfekte Mischung aus Historie und dem Luxus vergangener Tage, aus Abenteuer und dem Rausch des Nachtlebens.
Der erste Tag des Wochenendtrips beginnt am historisch denkwürdigen Palais du Rhin, dem bedeutendsten Gebäude der Neustadt. Der ehemalige Kaiserpalast wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Neorenaissancestil errichtet. Er ist ein bedeutsames Zeugnis deutscher Architektur dieser Zeit und heute eins der bislang nur sechs staatlichen Baudenkmäler Frankreichs. Im Herzen des Deutschen Viertels, wie die Neustadt auch genannt wird, schließt sich an den Palast der Place de la République an – ein großer Platz gestaltet im Stil eines Parks – bevor es fußläufig oder mit der Tram (Linien B, C oder F) zur nächsten Station weitergeht.
Die ursprünglich wegen eines anliegenden Franziskanerklosters als Barfüßerplatz betitelte Fläche erhielt im 19. Jahrhundert ihren heutigen Namen vom General Jean-Baptiste Kléber. Zu dessen Ehren wurde ein Denkmal errichtet, unter dem sich eine geheimnisvolle Gruft mit seinem Sarg befindet. Der zentrale Kléberplatz wird oftmals für große Kundgebungen benutzt und spielt somit eine bedeutsame Rolle für das gesamte Gebiet.
Als Grande Île wird die gesamte Altstadt Straßburgs bezeichnet. Das historische Zentrum liegt auf der namensgebenden Insel, die vom Nebenfluss Ill und dem Canal du Faux-Rempart umflossen wird. Die Insel verfügt über einen herausragenden Komplex von historisch bedeutsamen Bauwerken, darunter das Palais Rohan, die Aubette, Barrage Vauban, La Petite France und das Liebfrauenmünster. Deswegen zählt die Grande Île seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe, das ihr zu Fuß durch kleine Gassen entlang der Fachwerkhäuser erkunden könnt.
Mit dem Dessert in der Hand könnt ihr nun ganz entspannt weiterschlendern zum Münster aus dem 12. Jahrhundert, das mit seinen architektonischen Besonderheiten und den vielen Details in der ganzen Welt bekannt ist. Das Gebäude, welches im Jahr 1015 als romanischer Kirchenbau begann, wurde im gotischen Stil vollendet und gibt mit den beeindruckenden Glasfenstern ein gutes Fotomotiv ab. Besonders sehenswert ist die astronomische Uhr des gotischen Liebfrauenmünsters neben der riesigen Fensterrose über dem Eingang. Enthielt sie bereits im 14. Jahrhundert ein Kalendarium, kamen später astronomische Angaben zu den Planeten dazu. Außerdem setzt die Mechanik der Uhr ein komplexes Räderwerk mit vielen Figuren in Bewegung, sodass die Apostel an Jesus vorüberziehen.
Wenn ihr mehr über die Baupläne des Münsters erfahren und weitere Kunstgegenstände bewundern möchtet, dann lohnt sich ein Besuch des unweit entfernten Frauenhausmuseums. Das interessante Museum ist ein wahrer Geheimtipp – von außen recht unspektakulär, lädt es nur wenige Besucher ins faszinierende Innere, sodass ihr die Ausstellungsstücke in Ruhe betrachten könnt. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gebäude enthält heute beispielsweise die Originale der Münsterskulpturen, Glasmalereien sowie eine umfassende Sammlung von Skulpturen, Bildern und Goldschmiedekunst. Die Sammlungen aus Mittelalter und Renaissance sind Zeugnisse der glänzenden Vergangenheit Straßburgs.
Wo früher eine antike französische Adelsfamilie residiert hat, findet ihr heute eines der wichtigsten Wahrzeichen und eine malerische Sehenswürdigkeit Straßburgs. Als ein Meisterwerk des französischen Barocks ist das Palais Rohan aus dem 18. Jahrhundert beinahe quadratisch errichtet mit einem gepflasterten Innenhof, um den herum sich die klassizistischen Fassaden erstrecken. Der wahre Luxus vergangener Tage wird deutlich, wenn ihr die weiten Hallen mit zahlreichen Bildern und eindrucksvollen Wandverzierungen durchschreitet. Der Palast hält drei der wichtigsten Museen Straßburgs mit den edlen Zeitzeugnissen bereit: das Archäologische Museum, ein Kunstgewerbemuseum, sowie das Museum für Schöne Künste.
Entspannende und feierliche Abendstunden sind willkommen, nachdem ihr euch den ganzen Tag in der Kultur Straßburgs und dem Luxus vergangener Tage vergraben habt. Beginnen könnt ihr den Abend mit einem kulinarischen Verwöhnprogramm: Die ursprüngliche Straßburger Küche ist dabei bodenständig und deftig, aber im edlen Restaurant Au Crocodile oder im Skaechele könnt ihr tolle internationale Speisen genießen. Das unscheinbare Pizz’arôme bietet euch übrigens schmackhafte Pizza. Auch Flammkuchen ist ein Muss, wenn ihr im französischen Strasbourg seid – den besten findet ihr im Le Pilier des Anges.
Das elsässische Straßburg bietet mit seinem regen Nachtleben für jeden die perfekte Abendgestaltung. Für hervorragende regionale Weine und Bier von bester Qualität hat Straßburg dabei eine echte Passion. Die Académie de la Bière, die es gleich vier Mal in der Stadt gibt, bietet euch eine köstliche Auswahl verschiedenster Biere, die ihr bei leckerem Flammkuchen oder saftigem Burger verkosten könnt. Auch die Bar What the Fox und das Delirium Café verfügen über eine herrliche Mischung aus Kulinarik, fruchtigen Cocktails und geschmackvollen Bieren. Aufgrund der Beliebtheit zwar kein Geheimtipp mehr, aber in der Code Bar genießt ihr die besten Cocktails der Stadt.
La Petite France ist nicht nur ein weiteres Altstadtviertel Straßburgs, sondern vielleicht sogar das charmanteste und malerischste Viertel der Stadt. Der Stadtteil gleicht einer einzigen Fußgängerzone und lädt mit engen Gassen, Fachwerkhäusern und vielen kleinen Geschäften zum Spazieren durch das Idyll ein. Bei romantischen Spaziergängen passiert ihr zahlreiche Spots und traumhafte Plätze, die das perfekte Fotomotiv abgeben. Prägnant ist in Klein-Frankreich aber vor allem die elsässische Küche, die Besucher aus aller Welt anlockt. Das markanteste Gebäude im ehemaligen Viertel der Fischer, Gerber und Müller ist das Maison des Tanneurs, das Gerberhaus, das für seine guten Sauerkrautvariationen bekannt ist.
Bereits vor über 20 Jahren öffnete das beliebte Museum seine Türen der Öffentlichkeit und ermöglicht einen abwechslungsreichen Blick auf moderne Kunst und zeitgenössisches Schaffen. Das futuristische Gebäude beherbergt in seiner Mitte ein großes Kirchenschiff unter einem Glasdach, in dem ihr euch dank dreisprachiger Beschilderung einfach zurechtfindet. Für nur 7 Euro könnt ihr das Museum zwischen 10 und 18 Uhr erkunden. Während das Erdgeschoss für Sammlungen und Ausstellungen genutzt wird, ist der erste Stock allein der zeitgenössischen Kunst gewidmet. Ihr wandelt dabei zwischen Malereien, Grafiken, Plastiken, aber auch Videokunst und Design. Interessant ist ebenfalls die Photothek des Museums, die mehrere tausend Aufnahmen von den Ursprüngen der Fotografie bis heute zeigt.
Als Teil einer Verteidigungsstrategie im 17. Jahrhundert durch den Marschall Vauban errichtet, besteht die Barrage Vauban aus mehreren Bereichen. Als Staudamm, Brücke und Wehr habt ihr einerseits die Terrasse Panoramique du Barrage Vauban, die auf zwei Ebenen aufgeteilt ist. Wenn ihr über die Brücke wandert, könnt ihr antike Statuen des Münsters besichtigen und wenn ihr die Wehranlage auf der zweiten Ebene überquert, das malerische Umland und die Wege des Ill durch Straßburg betrachten.
Von hier genießt ihr nicht nur einen tollen Ausblick über La Petite France oder das Münster, sondern auch auf die gegenüberliegenden vier Türme und gedeckten Brücken, die Pont Couverts. Obwohl diese heute leider nicht mehr überdacht sind, könnt ihr sie dennoch wunderbar zu Fuß überqueren. Geöffnet ist der Barrage Vauban für euch täglich von 9 bis 22 Uhr.
Dass Straßburg eine besondere Leidenschaft für Weine hegt, kommt nicht von ungefähr. Für einen Aufenthalt im Krankenhaus und für Pflege zahlten Menschen oft in Naturalien, unter anderem in Form von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Diese dienten häufig dem Weinbau und so wuchsen die Weinberge des alten Hospizes stetig an, bis die Vorratskeller nach und nach zum Weinkeller wurden – der Cave historique des hospices. Hier lagert auch der älteste Wein der Welt – ein Fass mit 300 Litern aus dem Jahre 1472, der natürlich nur bei besonderen Ereignissen ausgeschenkt wird. Ihr könnt hier eine Führung erleben, mehr über das älteste Weinfass der Welt erfahren und viele Anekdoten hören, um eine anschließende Verkostung zu genießen. Den Weinkeller mittels Audioguide auf eigene Faust zu erkunden, ist ebenfalls möglich.
Die engen Gassen und die charmanten Fachwerkhäuser sind bezeichnend für die Architektur Straßburgs. Aber im Elsässischen Museum könnt ihr das Leben in Straßburg so erleben, wie es früher war. Es verteilt sich auf drei alte Häuser, die durch ein Labyrinth aus Treppen, Laufgängen und hölzernen Galerien miteinander verbunden sind. Ihr lauft über knarrende Fußböden durch Räume, die mit bedeutungsvollen Gegenständen eingerichtet sind und so das damalige Leben heraufbeschwören. Die alten Fachwerkgebäude stammen dabei aus der gleichen Zeit wie die unzähligen Kunstobjekte darin. Ihr werdet Bilder, Trachten und religiöse Hinterglasmalereien, aber auch Möbelstücke und Haushaltsgeräte aus dem 18. und 19. Jahrhundert erkunden. Ihr könnt das Museum zwischen 10 und 18 Uhr entweder auf eigene Faust oder als Teil einer geführten Gruppe für nur 6,50 Euro pro Person besichtigen.
Den Zauber der Stadt nochmal aus einem anderen Blickwinkel erleben könnt ihr mit einer entspannenden Bootsfahrt auf der Ill. Das Batorama bietet euch dafür derzeit sechs verschiedene Bootsfahrten an, die euch das französische Strasbourg mit Audio-Führungen noch näherbringen. Besonders romantisch wird es dabei, wenn die Ufer der Ill und die Barrage Vauban bei nächtlicher Beleuchtung in einem ganz besonderen Licht erstrahlen. Bequem sitzend umschifft ihr noch einmal Straßburgs Highlights und könnt euch so langsam von dem idyllischen Ort verabschieden.
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