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Ein Wochenende in Prag: Die Goldene Stadt in 2 Tagen kennenlernen

Tschechien: Prag Karlsbrücke Polaroid

Bereits im Mittelalter prägte Kaiser Karl IV. die Bezeichnung „Goldene Stadt“, weil damals viele der Kirchtürme und Giebel Prags mit dem Metall veredelt waren. Heute gibt es sie zwar nicht mehr, dennoch hüllt die Abendsonne die Sandsteingebäude der tschechischen Metropole an der Moldau auch heute noch in warmes, goldenes Licht.

Diesen prachtvollen, romantischen Anblick und viele weitere Highlights bietet euch Prag! Das Beste: In nur 48 Stunden könnt ihr die schönsten Ecken der Stadt auf eigene Faust entdecken und einen kulturellen, kulinarischen und unvergesslichen Wochenendtrip verbringen!

Tschechien: Prag Altstadt von oben 2© CHECK24/Volkmann

Wie komme ich nach Prag?

Von den größten Flughäfen in Deutschland aus könnt ihr innerhalb kurzer Zeit in die tschechische Hauptstadt fliegen. Ab Köln und Düsseldorf sorgt Eurowings für eine schnelle Verbindung zum Václav-Havel-Airport. Ab München und Frankfurt startet Lufthansa in Richtung Prag und Passagiere in Berlin kommen dank Easyjet an die Moldau.

Doch auch das Straßen- und Bahnnetz nach Prag ist bestens ausgebaut. So gelangen Kurzurlauber mit dem Fernbus oder Mietwagen ab Dresden in weniger als zwei Stunden nach Prag. Ab Nürnberg dauert eine Fahrt mit dem Mietwagen ebenfalls nur drei Stunden.

Wo übernachte ich in Prag?

Am zentralsten logieren Prag-Besucher natürlich in der weltberühmten Altstadt, der Staré Město. Von hier aus lassen sich Bahnhof, Busbahnhof sowie alle wichtigen Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen. Hier müsst ihr jedoch insbesondere an Wochenenden und in den Sommermonaten mit höheren Übernachtungspreisen rechnen. Alternativ bieten vor allem die an die Altstadt angrenzenden Viertel Neustadt, Vinohrady und Žižkov günstige und tolle Hotels mit ebenso guter Anbindung ans Zentrum.


In allen Ecke der goldenen Stadt Prag gibt es eine Vielzahl an Hotels für jedes Budget.

Wie komme ich in Prag von A nach B?

Tschechien: Prag Straßenbahn© CHECK24/Volkmann

Die wichtigsten und schönsten Prager Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich – ganz fußgängerfreundlich – in einem Gebiet. Auch die Kleinseite, das Viertel am westlichen Ufer der Moldau ist nur einen kurzen Spaziergang von der Altstadt entfernt.


Tipp
Spart euch das stockende Vorankommen in der Innenstadt mit dem Auto und die lästige Parkplatzsuche. Auch für Fahrradfahrer haben wir weniger gute Neuigkeiten: Zwischen den Touristenströmen in der Altstadt sind Profi-Slalomfähigkeiten notwendig und auch die übrigen Straßen der tschechischen Hauptstraßen bieten kaum Radwege. Am besten kommt ihr auf Schusters Rappen voran: also zu Fuß.

Flughafentransfer

Der Václav-Havel-Flughafen Prag befindet sich etwa 15 Kilometer vom Zentrum entfernt. Die beste Möglichkeit, schnell die Stadtmitte zu erreichen, ist der Airport Express Bus. In 35 Minuten kommt ihr damit zum Hauptbahnhof, dem Bahnhof Masary oder dem Náměstí Republiky (Platz der Republik).

  • Fahrzeiten: von 5:30 Uhr bis 23 Uhr alle 30 Minuten

Alternativ kommt ihr mit dem Bus 119 zur nächsten U-Bahnstation Nádraží Veleslavín. Von dort geht es mit der grünen Linie A der Prager Metro direkt zur Kleinseite, der Altstadt, nach Vinohrady und weiter in die östlichen Stadtbezirke.

Öffentliche Verkehrsmittel

Gut ausgebaut sind in Prag zudem das Bus-, Straßenbahn- sowie U-Bahn-Netz. Es empfiehlt sich, die Tickets vorab zu kaufen (gibt es neben den Ticketautomaten in so gut wie jedem Tante-Emma-Laden), denn beim Kauf direkt beim Fahrer wird ein Aufpreis berechnet. Besonders besucherfreundlich ist das Ticketsystem geregelt: Sowohl im Bus als auch in der Tram und der Metro gibt es universelle Tickets (das gilt übrigens auch für den Airport Express!). Die Preise sind dabei zeitlich gestaffelt:

  • Kurzfahrkarte – 30 Minuten gültig: 24 tschechische Kronen (circa 0,95 Euro*) für Erwachsene
  • Langfahrkarte – 90 Minuten gültig: 32 tschechische Kronen (etwa 1,25 Euro*) für Erwachsene
  • Tageskarte – 24 Stunden gültig: 110 tschechische Kronen (rund 4,27 Euro*) für Erwachsene
  • 3-Tageskarte – 72 Stunden gültig: 310 tschechische Kronen (12 Euro*) für Erwachsene
  • Kinder zahlen jeweils den halben Preis

Prague Card – Lohnt es sich?

Die Prague Card beinhaltet bei einem Preis von 58 Euro für zwei Tage unter anderem den Eintritt zur Prager Burg, dem jüdischen Museum und mehreren Synagogen sowie vielen weiteren Museen. Ebenfalls enthalten sind eine zweistündige Stadtrundfahrt und die kostenfreie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Auch in einigen Restaurants oder bei Moldau-Schifffahrten bekommt ihr Ermäßigungen. Vor allem empfiehlt sich die Touristenkarte denjenigen, die während ihres Aufenthaltes viele Museen besuchen wollen.

Wer hingegen lediglich die Prager Burg und das jüdische Viertel besichtigen möchte, für den liegt die Ersparnis durch die Prague Card maximal bei wenigen Euro. Unkomplizierter ist der Erwerb dennoch: Ihr müsst nur die Karte vorlegen, statt jedes Mal aufs Neue im Kopf tschechische Kronen in Euro umzurechnen oder vor der Busfahrt nach Kleingeld zu wühlen.

Tagestouren: In 2 Tagen durch Prag

Geschafft! Ihr habt euch einen Überblick über die Hauptstadt Tschechiens verschafft, seid im besten Fall schon angekommen, habt entspannt eingecheckt und freut euch jetzt auf ein aufregendes Wochenende in Prag. Damit ihr die Zeit effektiv nutzen könnt, haben wir optimale Sightseeing-Routen für euch zusammengestellt. So erlebt ihr alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Metropole in nur 2 Tagen.

Tag 1

Startpunkt
Letná Park
Reine Wegzeit
1,5 Stunden
Stationen
5 Stationen
Distanz
6,5 Kilometer
01

Letná Park

Morgens am Sommerberg
Tschechien: Prag Letna Moldau

Unsere Städtereise beginnt direkt mit einem Highlight: Prominent thront der Letná Park über der Stadt und ist trotzdem Prag „off the beaten path“ - also abseits der bekannten Touristenwege. Kein Wunder, schließlich begnügen sich die meisten Besucher mit dem Hügel, auf dem die Prager Burg sitzt, und verpassen, was dahinterliegt! Nördlich der Altstadt befindet sich der Sommerberg auf der Seite der Moldau. Die Anhebung eignet sich hervorragend für einen ruhigen Morgenspaziergang mit einem grandiosen und nicht ganz so alltäglichen Blick auf Prag.


Tipps
  • Die Cafés und Restaurants im Letná-Park öffnen täglich ab 11 Uhr. Mit einem Coffee to go könnt ihr über die Anlage schlendern und barocke Kuppelbauten entdecken.
  • Leise ächzend gibt das Riesenmetronom auf dem Letná den Takt vor und erinnert an die Vergänglichkeit politischer Macht: Bis in die 60er Jahre thronte hier das größte Stalin-Monument, das je errichtet wurde.
02

Prager Burg

Imposanter Hradschin
Tschechien: Prag - Dämmerung

Eine Viertelstunde Fußweg Richtung Westen führt vom Letná zum Hügel Hradschin, welcher der darauf befindlichen Prager Burg den Kosenamen Hrad eingebracht hat. Der Komplex ist zweifellos das Must-See der tschechischen Hauptstadt – abgesehen von der Karlsbrücke. Dabei tummeln sich hier gleich mehrere Sehenswürdigkeiten! Für den Rundgang inklusive eines Besuchs der Museen und der Prachtgärten rund um die Burg solltet ihr also mindestens zwei Stunden einplanen.

Die Festung ist in verschiedene Burghöfe unterteilt, die ihr durchlauft und dabei den eindrucksvollen St.-Veits-Dom sowie prunkvolle Tore, interessante Museen, glanzvolle Palais, Klöster, Kapellen und Basiliken passiert. Auch die Anlagen rund um die Paläste solltet ihr euch nicht entgehen lassen: Jedes barocke Adelsgeschlecht, das etwas auf sich hielt, errichtete einen Prachtgarten rund um den Palast. Aus diesem Grund könnt ihr heute durch die Grünanlagen von Ledebour, Pálffy, Kolowrat, Fürstenberg oder Waldstein streifen und durchatmen. Auch der mediterran anmutende Weinberg der Villa Richter am Ostende der Prager Burg ist einen Besuch wert.

Öffnungszeiten:

  • Burganlage: 6 bis 22 Uhr
  • St.-Veits-Dom: 9 bis 17 Uhr (sonntags von 12 bis 17 Uhr), im Winter wird er jeweils 16 Uhr geschlossen
  • Gebäude und Museen mit Eintritt: 9 bis 17 Uhr (schließt im Winter um 16 Uhr)
  • Burggärten: 10 bis 18 Uhr (im Winter geschlossen)

Eintrittspreise:

Die Preise sind gestaffelt je nach Sehenswürdigkeiten, die euer Ticket beinhaltet. Für die komplette Runde inklusive St.-Veits-Dom, Altem Königspalast, Georgsbasilika, Goldenem Gässchen, Rosenberger Palast sowie Museum der Geschichte der Prager Burg zahlen Erwachsene 350 Kronen (13,55 Euro*), für Kinder kostet der Eintritt die Hälfte.


Spar-Tipp:

Ab 18 Uhr ist der Eintritt zum Burggelände frei. Dann könnt ihr entspannt, ganz ohne Touristenmassen durch die Höfe, Gässchen und Anlagen schlendern und den Sonnenuntergang über der Goldenen Stadt genießen. Allerdings sind die Gebäude, Gärten und Museen dann größtenteils schon geschlossen.

03

Kleinseite

Glanzvolles Prag
Tschechien: Prag Kleinseite© CHECK24/Volkmann

Wenn ihr die Prager Burg in südlicher Richtung verlasst, landet ihr direkt im Bezirk Malá Strana, der an die Moldau grenzt. Auf der sogenannten Kleinseite bietet sich Besuchern auf einem Wochenendtrip das typische Prag, wie ihr es euch vorstellt: prachtvolle Häuser mit weißen und goldenen Verzierungen, Giebeln, Schnörkeln und ein Meer aus rostroten Dächern. Dazwischen schlängeln sich enge Höfe, Treppen und Kopfsteinpflastergässchen.

Tipps:

  • Schlendert vom Platz Malostranské Náměstí einmal um die St.-Nikolauskirche und auf der Straße Míšeňská in Richtung Moldau und ihr landet an der Nejužší pražská ulička. Bitte wo, fragt ihr euch? In der engsten Gasse Prags! Sie führt zu einem Restaurant und ist so schmal, dass ihr nur durchgehen dürft, wenn eine dort installierte Fußgängerampel auf Grün schaltet.
  • Gleich neben dem Gässchen befindet sich das Franz-Kafka-Museum. Es ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und kostet 200 Kronen (7,75 Euro*) Eintritt für Erwachsene.
  • Die Kampa-Insel zwischen der Moldau und der Čertovka, dem Teufelsbach, beherbergt das edle Liechtensteinpalais. Das Gebäude dient als Unterkunft für politische Staatsbesucher und wurde auch schon als Kulisse in Filmen wie „James Bond: Casino Royal“ oder „Die Chroniken von Narnia“ genutzt.
  • Von der Liebesbrücke über die Čertovka aus seht ihr eine alte Großprioratsmühle mit Wasserrad, die auf das 14. Jahrhundert zurückgeht.
  • Die John-Lennon-Mauer mit ihrem Hippie-Graffiti aus den 80ern ist ein tolles Fotomotiv!
  • Aktive können von hier den 318 Meter hohen Berg Petřín besteigen. Der Aussichtsturm bietet einen grandiosen Blick auf Prag. Für 20 Kronen könnt ihr auch mit der Seilbahn nach oben cruisen.
  • Auch das Kampa-Museum ist einen Besuch wert! Es ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und kostet 200 Kronen (etwa 7 Euro*) Eintritt.
Tschechien: Prag Essen Trdelnik© CHECK24/Volkmann
Tipp

Kleines Hüngerchen?

Die Tschechen sind bekanntermaßen sparsam mit ihren Vokalen, daher wirkt der Begriff umständlicher als das, was es eigentlich ist: Bei Trdelník, auch Trdlo genannt, handelt es sich nämlich um nichts Anderes als Baumstriezel! In Prag müsst ihr unbedingt eine dieser süßen Versuchungen probieren… Vielleicht auch zwei! Insbesondere auf der Kleinseite bietet jedes zweite süße Café und Lädchen die Leckerei an. Es gibt Trdelník in Dutzenden Variationen: pur, mit Früchten, Nutella oder weißer Schokolade bestrichen oder gefüllt mit Eis.
04

Entlang der Moldau

Ausflug abseits der gängigen Wege
Tschechien: Prag Moldau Palais© CHECK24/Volkmann

Zu Fuß geht es von der Kleinseite entlang der Moldau nach Süden, vorbei an der Schiffsschleuse Smíchov und Malostranská vodárna – dem kleinsten Wasserturm der Stadt – bis zum Moldau-Ufer Smíchovská náplavka. Von hier könnt ihr für wenige Kronen mit einer niedlichen, kleinen Fußgängerfähre auf die andere Seite übersetzen.

Dort landet ihr am Náplavka-Ufer. Samstags findet hier ein lebendiger Bauernmarkt statt, auf dem es allerlei Leckereien zu kaufen gibt. Auch an anderen Tagen lohnt sich der Spaziergang am Ufer in Richtung Altstadt: Hierher verirren sich nur wenige Touristen und beim Klang verschiedenster Straßenmusiker genießt ihr bei einem Kaffee den wunderschönen Ausblick auf den Fluss. Weiter nördlich könnt ihr das berühmte Tanzende Haus, den Šítkov-Wasserturm, das Sophienpalais sowie das imposante Nationaltheater nicht verfehlen.

Tipps:

  • Wer eine Laufpause braucht, steigt an der Stadtbahn-Haltestelle Hellichova auf der Kleinseite in die Linie 7, 12 oder 20 und fährt vier Haltestellen weiter bis zur Station Anděl. Von dort sind es nur noch einige Meter bis zum Moldau-Ufer und zum Fähranleger. Nach der Überfahrt könnt ihr ab dem Haltepunkt Výtoň mit den Stadtbahnen der Linien 5 oder 17 zwei Stationen fahren und am Platz Jiráskovo Náměstí wieder aussteigen.
  • Noch näher kommt ihr dem Fluss bei einer Bootsfahrt mit Stadtführung. Bei den meisten Rundfahrten bekommt ihr zum Preis von 340 Kronen (rund 13 Euro*) einen Snack und ein Bier kostenlos dazu und erfahrt nebenbei Interessantes über die Stadt.
05

Knödel, Bier und mehr

Essen und Trinken als Sehenswürdigkeit
Tschechien: Prag Essen Knödel Gulasch© CHECK24/Volkmann

Tschechien ohne seine deftige, böhmische Küche ist undenkbar: Wem bei Gulasch, Schweinshaxen, gebratener Ente und mariniertem Lendenbraten mit Knödeln sowie Sauerkraut nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, der muss wohl Vegetarier sein. Doch auch, wenn Tschechien nicht zu den klassischen Reisezielen für Vegetarier zählt, können sich Veggies aller Art trotz gehaltvoller Küche in Prag satt und zufrieden futtern! Typisch böhmisch ist beispielsweise panierter Camembert. Quer durch die Stadt sprießen zudem seit einigen Jahren Cafés und Restaurants mit veganen und vegetarischen Optionen aus dem Boden. Selbst ein Großteil der traditionellen Brauhäuser bietet häufig mindestens ein veganes Gericht an.

Neben Trdelník glänzt die Küche des osteuropäischen Landes außerdem mit süßen Leckereien wie Palacinky – ihr ahnt es schon: Palatschinken! Die Pfannkuchen sind meist mit Aprikosenkonfitüre gefüllt. Auch Povidlové tasticky, mit Pflaumenmus gefüllte Kartoffelteigtaschen, oder süße Knedlíky (das tschechische Wort für Knödel ist noch niedlicher als das deutsche) mit Mohn und Früchten sollten sich Naschkatzen nicht entgehen lassen.

Bei der Verdauung all dieser köstlichen, jedoch hin und wieder schwer im Magen liegenden Speisen, helfen ein anschließender Becherovka oder auch ein Absinth. Am liebsten ist den trinkfesten Tschechen jedoch ihr Bier – was auch ihr euch beim Städtetrip in Prag mindestens einmal schmecken lassen solltet. Die Parademarken Staropramen, Pilsner Urquell, Budweiser oder Gambrinus bekommt ihr so gut wie überall.

Restaurant-Tipps in Prag:

  • Der Klassiker: Das berühmte, historische U Fleků mit seinen acht Speiseräumen ist geradezu legendär.
  • Typisch böhmisch: Sowohl grandiose, tschechische als auch kreative, vegetarische Optionen gibt es im V Kolkovně im jüdischen Viertel.
  • Coffee to stay: Im süßen Café Kavárna Modrý Orel gibt es hausgemachte Limonaden und köstlichen Kuchen.
  • Leicht und frisch: Im Kafka Snob Food werden zwar keine böhmischen Mahlzeiten, dafür aber faszinierende, gesunde und kreative Gerichte, serviert.
  • Geheimtipp: U Budovce ist ein kleines, feines Lokal mit gemütlichem Ambiente, versteckt hinter der Teynkirche.
Gut zu wissen
In Tschechien ist der Service im Restaurant nicht inkludiert. Auf der Rechnung findet ihr immer die Info, dass zusätzliche zehn Prozent Trinkgeld erwartet werden.

Wo kann ich in Prag am besten ausgehen?

Tschechien: Prag

So sehr die Tschechen ihr Bier mögen, so sehr mögen sie auch das Feiern. In Prag trefft ihr abends zudem Gäste aus der ganzen Welt, die sich an den günstigen Bierpreisen erfreuen und sich unters Partyvolk mischen. Die Kneipen in der Altstadt lohnen sich des Nachts daher nicht nur für einen Umtrunk, sondern auch zum Leutegucken.

Wer sich etwas abseits der bekannten Touristenpfade bewegen möchte, sollte die Krymská-Straße im Viertel Vršovice anschauen: Individuelle, hippe Cafés und Bars säumen die Flaniermeile und ebenso hippe, künstlerische Prager treffen sich gern dort. Auch der Stadtteil Žižkov lohnt sich zum Ausgehen: Kaum zu glauben, aber auf einem Quadratkilometer konzentrieren sich hier mehr Bars als in jedem anderen Gebiet in Prag.


Unsere Empfehlungen:
  • Bars: Bukowski’s und Malkovich in Žižkov, Sladkovský und Café v Lese in Vršovice, Vinotéka U Mouřenína und Pivovar U Dobrenskych in der Altstadt
  • Party: ehemaliges Kino Pilot, Karlovy Lázně (die größte Diskothek Mitteleuropas!), Roxy, Mecca Club Prague

Tag 2

Startpunkt
Olšany Friedhof
Reine Wegzeit
2 Stunden
Stationen
5 Stationen
Distanz
9 Kilometer
01

Žižkov

Unterwegs in Prags Osten
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Nicht nur nachts ist das Viertel Žižkov einen Besuch wert. Der zweite Tag beginnt mit einem Spaziergang über den wunderschönen Olšany Friedhof mit seinen Engelsskulpturen und eindrucksvollen Grüften und Gräbern. Eine Viertelstunde Fußweg in Richtung Altstadt bringt euch dann zum Jiřího z Poděbrad Bauernmarkt, auf dem ihr mindestens einen guten Kaffee sowie leckeres Gebäck oder Obst als Snack probieren könnt. Mehrmals im Jahr finden hier auch weitere Veranstaltungen wie Feste, Märkte und Konzerte statt.

  • Der Markt findet von Mittwoch bis Samstag statt. Geöffnet ist er samstags von 8 Uhr bis 14 Uhr, an den anderen Tagen sogar bis 18 Uhr.
02

Vinohrady

Neue Blicke auf Prag
Tschechien: Prag Altstadt Dächer© CHECK24/Volkmann

Bei einem Spaziergang durch das hübsche Vinohrady wird klar, warum sich der Name von mittelalterlichen Weinbergen ableitet, die es hier einmal gab: Das mediterrane Ambiente ist dem Viertel bis heute erhalten geblieben. Zentrum des Gebiets ist der Friedensplatz mit der imposanten Kirche St. Ludmilla. Auch die übrigen stattlichen Wohnhäuser der Gegend sorgen teilweise für herunterklappende Kinnladen: Kein Wunder, dass Vinohrady zu den Luxuswohngegenden Prags zählt.

Am nördlichen Ende befindet sich der Riegrovy Sady Park. Von hier aus bietet sich euch ein etwas anderes Panorama auf Vinohrady und die Prager Altstadt. In den zwei Biergärten auf dem Hügel lässt es sich nicht nur während der spektakulären Sonnenuntergänge aushalten: Auch mittags findet ihr hier köstliche Leckereien von Salat bis Knedlíky.

03

Jüdisches Viertel

Synagogen und Gräber
Tschechien: Prag Josefov Jüdischer Friedhof

Die Josephstadt, das ehemalige Judenviertel Josefov am Nordrand der Prager Altstadt, war lange Zeit ein Zentrum der Gelehrtheit und gilt auch bis heute noch als eine Kernzone des viel beschworenen magischen Prag. Insbesondere die edle Flaniermeile Pařížská zeugt mit ihren Herrenhäusern und Luxusshops von Eleganz und Stil. Zwar sind die meisten Gebäude in Josefov weniger als 100 Jahre alt, doch dazwischen finden sich immer wieder kostbare Synagogen.

Das Herzstück des Viertels ist der beeindruckende Alte Jüdische Friedhof. Er offenbart, dass in der Judenstadt akuter Platzmangel herrschte: Auf kleinstem Raum und im Schatten efeubewachsener Bäume stehen hier an die 12.000 Grabsteine – neben-, an- und sogar in bis zu sechs Schichten übereinander.

Die schönsten Synagogen:

  • Spanische Synagoge
  • Maiselsynagoge
  • Altneusynagoge
  • Klausensynagoge

Infos:

Tickets gibt es im Information and Reservation Centre in der Straße Maiselova 38/15. Es gibt mehrere Kombitickets, die den Eintritt zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten des Jüdischen Viertel ermöglichen. Jedes Highlight kann damit einmalig besucht werden.

Diese Sehenswürdigkeiten beinhaltet das Kombi-Ticket:

  • Maiselsynagoge
  • Pinkassynagoge
  • Alter Jüdischer Friedhof
  • Klausensynagoge
  • Zeremonienhalle des Jüdischen Museums
  • Spanische Synagoge
  • Robert Guttmann Galerie
  • ggf. Altneusynagoge

Preise:

  • Kombi-Ticket komplett: 530 Kronen (20,50 Euro*), Kinder zahlen 370 Kronen (rund 14,30 Euro*)
  • Kombi-Ticket ohne Altneusynagoge: 350 Kronen (etwa 13,54 Euro*), Kinder zahlen 250 Kronen (circa 9,70 Euro*)
Wichtig
Beachtet bei eurem Wochenendtrip unbedingt, dass sowohl der Friedhof als auch die Synagogen samstags geschlossen sind!
04

Prager Altstadt

Der Klassiker
Tschechien: Prag Teynkirche Altstadt© CHECK24/Volkmann

Ein Spaziergang auf der Pařížská nach Süden bringt euch auf direktem Weg mitten ins Herz Prags: Der Altstädter Ring, auf Tschechisch Staroměstské náměstí, ist der älteste Platz des historischen Zentrums, dessen Ursprünge auf das 10. Jahrhundert zurückgehen. Er ist gesäumt von imposanten Gebäuden wie der Teynkirche, der St.-Nikolauskirche, Palais Golz-Kinských sowie dem berühmten Uhrturm des Prager Rathauses. Vom Altstädter Ring aus könnt ihr in alle Richtungen flanieren und entdeckt an jeder Ecke weitere glanzvolle Highlights.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in der Prager Altstadt:

  • Pulverturm: Das mittelalterliche Stadttor kann auch von innen besichtigt werden (Eintritt: 100 Kronen, also etwa 3,90 Euro*)
  • Wenzelsplatz: Prunkvoller Platz, der beidseitig gesäumt ist von Fressmeilen, Pubs und Eisdielen
  • Náměstí Republiky: Hier könnt ihr herrschaftliche Palais bestaunen oder den Bauernmarkt besuchen
  • Ständetheater: Zweifellos einer der schönsten Konzertsäle der Welt!
  • Franz-Kafka-Statue: Das Monument des wohl berühmtesten Sohnes Prags befindet sich etwas südlich der Altstadt, ist aber dennoch ein Must-See!
05

Karlsbrücke

Das Beste zum Schluss
Tschechien: Prag Karlsbrücke Abend© CHECK24/Volkmann

Moment, schon fast zwei Tage in Prag und ihr wart noch immer nicht auf der Karlsbrücke?! Vielleicht habt ihr sie auf dem Weg zur Prager Burg ja schon überquert. Aber die Positionierung am Ende des Prag-Städtetrips ist kein Zufall! Denn am schönsten ist die Überquerung des gigantischen Bauwerks in den goldenen Abendstunden. Dann werden auch die Touristenströme etwas weniger!

Lange Zeit war die Karlův most die einzige Verbindung zwischen den Ufern der Moldau. Wohl auch wegen des imposanten Altstädter Brückenturms sowie der zahlreichen Heiligenstatuen gilt die Karlsbrücke als eines der romantischsten Bauwerke Europas.


Tipp
Die Brücke ganz für sich allein zu haben, ist fast unmöglich. Fast! Denn wer sich noch in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett schält und zum Sonnenaufgang hierherkommt, wird mit mystischem Licht und stiller Einsamkeit belohnt!

Noch mehr Tipps für ein verlängertes Wochenende in Prag

Wer etwas mehr Zeit für den Städtetrip mitbringt als ein Wochenende, dem bieten sich in und um die tschechische Hauptstadt zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten.

  • Vyšehrad gilt als zweite Prager Burg und quasi als Wiege der Stadt: Südlich der Prager Neustadt gelegen, bieten sich von dem Hügel nicht nur atemberaubende Blicke über den Fluss und die Stadt. Der malerische Fels mit den Baudenkmälern war zudem der sagenhafte Sitz des frühesten Herrschergeschlechts.
  • Der Kolbenka-Flohmarkt, häufig auch als Kolbenova bezeichnet, ist der größte Flohmarkt Europas. Am besten gelangt ihr mit der gelben Metro-Linie zum Stöber-Erlebnis, steigt einfach an der Station Kolbenova aus.
  • Karlstein, die wohl berühmteste Burg Tschechiens erreicht ihr nach einer 45-minütigen Autofahrt.
  • Am nördlichen Stadtrand befindet sich das schicke Villenviertel Troja mit dem gleichnamigen Schloss, einem wunderschönen Bauwerk des böhmischen Barock.
  • Etwa 40 Fahrminuten von Prag befindet sich eines der schönsten Schlösser Böhmens: Die mittelalterliche Festung Konopischt im Stil eines französischen Châteaus ist definitiv einen Halbtagsausflug wert.
  • Das Klementinum, ein gewaltiger Gebäudekomplex in der Altstadt, beinhaltet heute unter anderem die Staatsbibliothek, in deren opulentem Barockambiente ihr euch wie in einem Harry-Potter-Roman fühlen könnt!

Wochenende in Prag – die Kosten im Überblick

  • Für die Anreise ins nahe gelegene Prag bekommt ihr Flüge mit Easyjet ab Berlin bereits ab 20 Euro. Mit dem Fernbus ab München, Leipzig oder Dresden kommt ihr sogar schon ab günstigen 12 Euro in die Hauptstadt Tschechiens.
  • Günstige Doppelzimmer in guten Prager Hotels bekommt ihr bereits ab 15 Euro pro Person und Nacht. Je zentraler das Hotel, desto mehr müsst ihr für ein Zimmer einplanen.
  • An einem Wochenendtrip in Prag kommt ihr am kostengünstigen weg, wenn ihr das 3-Tages-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt. Dieses gilt in Metro, Straßenbahn, Bus sowie im Airportexpress und kostet rund 12 Euro.
  • Für die Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Prager Burg und Jüdisches Viertel werden insgesamt etwa 35 Euro fällig. Je nachdem, ob ihr noch weitere Museen und kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besuchen wollt, müsst ihr hier zusätzliche Kronen einplanen.
  • In Prag dominiert deftige, böhmische Küche zu sehr günstigen Preisen im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen. Etwas abseits der typischen Touristenhochburgen bekommt ihr ein Bier ab 42 Kronen (1,60 Euro*) sowie Gulasch mit Knödeln schon ab 175 Kronen (6,75 Euro*). Für ein Hauptgericht solltet ihr dennoch üblicherweise mindestens 210 Kronen (etwa 8 Euro*) einplanen.
Fazit
Je nachdem, wo ihr nächtigt und wie ihr anreist, variieren die Kosten für euren Städtetrip nach Prag natürlich. Wer etwas auf sein Geld schaut, kann trotzdem alle Highlights der tschechischen Hauptstadt mitnehmen und dabei ein günstiges Wochenende verbringen: Budget-Reisende bekommen den Prag-Trip mit allem Drum und Dran schon ab 150 Euro! Auch bei einer Pauschalreise lassen sich günstige Angebote ergattern.

* Umrechnungskurs: Stand 18.06.2018

Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig und nach bestem Wissen ausgesucht und zusammengestellt. Sie dienen als Inspiration für unsere Leser und stellen Empfehlungen der Redaktion dar.

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Über den Autor

Lisa Volkmann

Gletscherklettern in Alaska, Dschungelspaziergang in Peru, Roadtrip durch Deutschland oder auch mal süßes Nichtstun an so ziemlich jedem Ozean: Ich durfte bereits viele spannende Orte dieser Welt entdecken. Als Online-Redakteurin im Reisebereich von CHECK24 kann ich mein Hobby zum Beruf machen. Meine Blogartikel, Reisevorschläge und News rund ums Reisen stecken voller Begeisterung für ferne Länder und Kulturen. Diese Leidenschaft möchte ich weitergeben und zum Reisen und Entdecken inspirieren.