Reisetipps

Die Big Five hautnah erleben, hunderte Meter hohe Sanddünen bezwingen, Flamingos am Atlantik beobachten und mit dem Mietwagen Kilometer für Kilometer in schier unendlicher Wüste zurücklegen – Namibia ist ein Traumreiseziel für alle, die von Outdoor-Abenteuern zwischen Wüste, Savanne, Bergen und Meer nicht genug bekommen können. Ich selbst bin zwei Wochen lang quer durch Namibia gereist und konnte mich von der Vielseitigkeit des Landes überzeugen. Die schönsten Reiseziele und meine persönlichen Geheimtipps möchte ich euch deshalb nicht vorenthalten.
Meine Namibia-Reise ist zwar schon ein Weilchen her, dennoch hat sie sich so fest wie sonst (fast) keine in mein Gedächtnis gebrannt. Mit meinem Reisepartner und einem flotten, wenn auch nicht gerade für Schotterpisten geeigneten Mietwagen (Studierenden-Budget gab einfach nicht mehr her) ging es für etwa 14 Tage einmal quer durchs Land. Von Wüstensafaris über Berglandschaften, tierischen Begegnungen bis hin zum Fallschirmsprung mit Blick auf Wüste und Atlantik haben wir das Land im Südwesten Afrikas lieben gelernt.
Zunächst vorweg: Namibia bietet sich hervorragend für einen Roadtrip an, denn so könnt ihr das Land in all seinen Facetten kennenlernen. Die mal sandigen, mal geteerten oder auch mal steinigen Straßen führen euch Kilometer für Kilometer immer nur geradeaus, vorbei an den unterschiedlichsten Vegetationszonen und offenbaren ein vielseitiges Landschaftsbild. Stellt euch darauf ein, kilometerweit kein anderes Auto zu sehen und genießt die Einsamkeit auf eurem Trip. Zahlreiche Highlights liegen vor euch, diese hier solltet ihr nicht verpassen:
Kein Afrika-Urlaub ohne nicht mindestens eine Safari mitgenommen zu haben! Namibia bietet mit einer malerischen Savannenlandschaft die besten Voraussetzungen dafür. Beobachtet die heimische Tierwelt und begegnet mit etwas Glück den Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard – gar nicht so einfach, wirklich alle zu spotten). Eine Safari der etwas anderen Art wartet in der Namib-Wüste auf euch: Mit bis zu 200 Meter hohen Sanddünen könnt ihr hier eine (Wander-) Safari der ganz besonderen Art erleben.
Der Etosha Nationalpark im Norden Namibias ist ein regelrechtes Paradies für Safari-Liebhaberinnen und -Liebhaber. Dieser erstreckt sich rund um eine gigantische Salzpfanne (Etosha Pan) und bietet zahlreichen Tieren ein Zuhause in schönster Savanne. Im gesamten Nationalpark gibt es sechs Camping-Zonen, in welchen ihr entweder euer eigenes Zelt aufschlagen oder in einer der luxuriösen Lodges übernachten könnt.
Vor tierischen Besucherinnen und Besuchern müsst ihr aber keine Angst haben: Die Camps sind alle umzäunt und bieten euch und vor allem auch den Tieren (!) Schutz. Beobachten könnt ihr diese trotzdem – jedes Camp liegt in unmittelbarer Nähe zu einem Wasserloch, welches sowohl in den Morgen- als auch Abendstunden zur Dämmerung von so manch durstigem Geschöpf zur Erfrischung aufgesucht wird. Für mich ein absolut meditatives Erlebnis, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum in absoluter Stille zu beobachten.
Eine weitere Besonderheit im Etosha Nationalpark: Ihr könnt eure ganz individuelle Safari starten! Zwar werden auch hier sogenannte Game Drives angeboten, wo ihr gemeinsam mit einem Guide loszieht, um euch auf die Spuren der Big Five zu begeben. Ihr könnt jedoch auch mit eurem eigenen Mietwagen die Tierwelt Afrikas entdecken! Startet hierfür am besten früh morgens zur Dämmerung und bahnt euch euren Weg über die Schotterpisten des Reservats. Denkt aber daran, dass das Verlassen der ausgewiesenen Straßen und Wege strengstens verboten ist und haltet euch an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Wir selbst hatten Glück im Unglück: Als wir schon gar nicht mehr damit gerechnet haben, kreuzte in sengender Mittagshitze eine Horde Löwen unseren Weg.
Einmal bitte mitten in die Wüste und zwar zu den höchsten Dünen der Welt! Startet eine Reise in den Namib-Naukluft Nationalpark, denn hier erwartet euch eine Wüste, wie sie im Bilderbuch geschrieben steht. Auf einer stolzen Fläche von 50.000 Quadratkilometern zieht sich der Nationalpark von der Skelettküste im Norden bis zum Diamantensperrgebiet im Süden. Mittendrin – gigantische Sanddünen mit bis zu 300 Metern Höhe! Und ihr? Na an der Spitze davon! Startet eine Wüstensafari und erklimmt die beeindruckenden Dünen der Namib-Wüste.
Highlight ist die Gegend rund um die Salz-Ton-Pfanne Sossusvlei, die ihr mit ihren vertrockneten Baumstämmen mit Sicherheit schon das eine oder andere Mal auf Bildern entdeckt habt – von den höchsten Kanten der Sanddünen habt ihr eine atemberaubende Aussicht auf das Wahrzeichen Namibias. Auch wenn der Anstieg mühselig ist, ihr die Hitze nicht unterschätzen und deshalb lieber schon früh morgens eure Tour starten solltet, lohnt sich der Aufstieg allemal. Zwar ist das einzigartige Panorama schon Highlight genug, das Beste erwartete euch jedoch erst beim Abstieg: Anstatt seitlich der Dünenkante entlang abzusteigen, solltet ihr es euch nicht nehmen lassen, die Düne einfach direkt und geradeaus hinunter zu rennen – Freiheitsgefühl pur, versprochen!
Namibia hat noch viel mehr zu bieten als kilometerweite Sandwüste und malerische Savanne – immer mal wieder erheben sich auf flachem Land beeindruckende Gebirgsplateaus und plötzlich findet ihr euch sogar inmitten von Bergen wieder. Wander- und Kletterfans werden also auch im Süden Afrikas voll auf ihre Kosten kommen und dürfen sich auf tolle Kletter- und Wanderrouten freuen.
Im Süden Namibias erwartet euch der größte Canyon Afrikas. Genießt das atemberaubende Panorama auf die gigantische Schlucht, durch die sich der 650 Kilometer lange Fish River schlängelt. Einen tollen Aussichtspunkt auf die berühmte Höllenkurve des Canyons eröffnet der Main Viewpoint; zum Sonnenuntergang solltet ihr den Sunset Viewpoint aufsuchen. Vor allem Aktivurlauberinnen und -urlauber kommen hier aber auf ihre Kosten: Wer fit ist, sollte sich die fünftägige Wanderung zwischen Hobas und Ai-Ais nicht entgehen lassen.
Zwischen Namibias Hauptstadt Windhuk und der Küstenstadt Swakopmund findet ihr ein ganz besonders markantes Landschaftsbild – die Spitzkoppe. Der 1.728 Meter hohe Berg wird auch das „Matterhorn Namibias“ genannt und ist Paradies für Outdoor- sowie Fotografiebegeisterte. Ein besonders schöner Ort (vor allem zum Sonnenuntergang) ist der Rock Arch-Bogen mit Blick auf den Berg – hier könnt ihr Klettern, Wandern und Aussicht genießen. Auch eine Übernachtung im Spitzkoppe Rest Camp lohnt sich.
In Zentral-Namibia erstreckt sich die eindrucksvolle Landschaft der Naukluft Mountains. Viele werden mit Sicherheit auf ihrem Roadtrip eine der serpentinenreichen Straßen passieren, die sich durch das Gebirge schlängeln (Zwischenstopp zwingend erwünscht!), dabei lohnt es sich aber auch, ein bisschen mehr Zeit in dieser Region für eine Wanderung einzuplanen. Für Kletteraffine bietet sich der anspruchsvolle Olive Trail an: Nach einem Anstieg auf ein Plateau und einer traumhaften Aussicht geht es anschließend hinab in eine Schlucht, wo natürliche Pool-Ketten darauf warten, von euch überwunden zu werden. Beachtet, dass ihr als Tagestouristinnen und -touristen Parkgebühren zahlen müsst, außerdem bietet sich auch hier der namibische Winter als beste Reisezeit an, um schwelende Hitze zu vermeiden.
Moment mal, steht da etwa etwas auf Deutsch? Vielleicht fällt es euch schon bei der Urlaubsrecherche beim Blick auf die Landkarte auf, vielleicht aber auch erst, wenn ihr durch die Straßen der namibischen Städte stromert. Hängt da etwa ein Schild von der Luisen-Apotheke und war das gerade wirklich eine deutsche Bäckerei? Und warum gibt es eigentlich Orte, die Mariental oder Lüderitz heißen? Die Antwort liegt ganz nah – Namibia war einst eine deutsche Kolonie. Auch heute sind die Spuren des tiefen Einschnitts in die namibische Geschichte zu erkennen. Doch macht euch selbst ein Bild davon – und nicht nur für Geschichts-, sondern auch für Architekturbegeisterte und Fans der namibischen Küche lohnt sich ein Abstecher in die Städte.
Namibias Hauptstadt Windhoek, auch Windhuk geschrieben, liegt mitten im Landesinneren und ist der ideale Ausgangspunkt für die Weiterreise in die schönsten Ecken des Landes. Wenn ihr hier am Hosea Kutako International Airport ankommt, solltet ihr euch aber auch ein bisschen Zeit nehmen, das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Namibias ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Namibia Craft Center könnt ihr nach Mitbringseln Ausschau halten, während die architektonisch beeindruckende Christuskirche sowie der Botanische Garten schöne Sightseeing-Anlaufstellen bieten. Lokale Küche genießt ihr unter anderem in Joe’s Beerhouse, passende Angebote für einen Urlaub in Windhoek haben wir ebenfalls für euch.
Im wilden Süden Namibias empfängt euch am Rand des Diamantsperrgebiets die Hafenstadt Lüderitz. Hier könnt in die Geschichte der vom Diamantenrausch geprägten Stadt eintauchen, Bauten im farbenfrohen Kolonial- und pittoresken Jugendstil bewundern und spannendes über die Geschichte Lüderitz‘ erfahren. Besonders lohnenswert ist ein Ausflug in die verlassene Diamantenstadt Kolmannskop, die in Zeiten des Diamantenrauschs durch ihr prächtiges Stadtbild geprägt wurde. Wenn euch der Sinn hingegen mehr nach Natur steht, solltet ihr einen Blick auf die Küste und deren vorgelagerte Inseln werfen – mit etwas Glück könnt ihr hier sogar niedliche Pinguine erspähen.
Ihr fragt euch, ob sich Namibias Küste für einen Strandurlaub anbietet? Aufgrund der kalten Ströme des Atlantiks wohl eher nicht. Deshalb werdet ihr hier auch nicht die klassischen Strandresorts wie in vielen anderen beliebten Urlaubsländern für einen Badeurlaub finden. Dennoch lohnt sich der Weg zum Meer! Hier trifft nämlich imposante Sandwüste auf das tiefe Blau des Atlantiks – was für ein Kontrast! Die beiden aneinandergrenzenden Küstenstädtchen Swakopmund und Walvis Bay bieten sich als idealer Ausgangspunkt für Erlebnisse in dieser einzigartigen Region an. Und vielleicht entdeckt ihr bei so manchem Küstenspaziergang sogar die einen oder anderen Flamingos, die sich auf Sandbänken auf Futtersuche begeben.
Unsere Reise durch Namibia haben wir mit einem Mietwagen ab Windhoek bestritten. Denn eins war uns von Anfang an klar: Wir möchten so viel wie möglich vom Land entdecken! Was wir unterwegs schnell bemerkten – Roadtrips sind DAS Ding für einen Namibia-Urlaub. Immer und immer wieder kamen uns andere Reisende (immer an einem SUV und Campingausstattung auf dem Dach erkennbar) entgegen. Von Savanne über Sandwüste bis hin zu Bergen und Meer konnten wir das Land rundum kennenlernen. Unsere Route habe ich hier noch einmal für euch vorbereitet:
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