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Was ist eine Reisewarnung? Wann darf ich kostenlos umbuchen?

News: Auswärtiges Amt - Emotion
© photothek / Auswärtiges Amt

Ist mein Urlaubsort sicher? Wenn Sie sich diese Frage stellen, sind Sie nicht allein. Denn eine oft reißerische Medienberichterstattung über politische Entwicklungen in Urlaubsländern zeichnet ein oft widersprüchliches Bild. Wir erklären Ihnen, auf wessen Aussage Sie sich verlassen sollten und ob beziehungsweise wann Sie im Zweifel Ihr Urlaubsziel kostenfrei ändern können.


Auswärtiges Amt - Bundesadler© photothek/Auswärtiges Amt

In den Medien wird das Wort „Reisewarnung“ leider viel zu häufig verwendet. Meist dient es jedoch nur dazu, Leser mit sensationellen Aufmachern auf die entsprechenden Seiten zu locken. Mit einer offiziellen Reisewarnung hat dies jedoch überwiegend nichts zu tun. Oft besteht in den Urlaubsgebieten des betroffenen Landes überhaupt keine Gefahr. Wenn Sie sich verbindlich informieren wollen, ob ein bestimmtes Land oder eine Region gefahrlos bereist werden kann, prüfen Sie, ob eine amtliche Reisewarnung vorliegt. Dies erfahren Sie direkt auf der Website des Auswärtigen Amts für Reise- und Sicherheitshinweise, denn das Auslandsamt bewertet permanent die Sicherheitslage aller Länder und hält seine Hinweise entsprechend immer aktuell. Sobald sich die politische oder die Sicherheitslage in einem Land verschärft, bewertet der deutsche Auslandsdienst die Lage neu und spricht für betroffene Regionen Empfehlungen oder Warnungen aus. 

Auswärtiges-Amt - Ägypten - Teilreisewarnung© Screenshot auswaertiges-amt.de
Das Auswärtige Amt (AA) aktualisiert die Reisenhinweise und -warnungen auf seiner Website stetig

Eine Reisewarnung ist eine offizielle und dringende Empfehlung einer Behörde an die eigenen Staatsangehörigen, bestimmte Länder, Ziele oder Gebiete nicht zu bereisen oder zu verlassen. Die Reisewarnung ist dabei die höchste Warnstufe des Auswärtigen Amts. Die Gründe dafür können vielfältig sein, von politischen Unruhen über Naturkatastrophen bis hin zur Gefährdung der Gesundheit durch Krankheiten wie die Ebola-Epidemie in Westafrika. Allerdings muss für die Reisewarnung eine akute Gefahr für Leib und Leben bei Reisen in das Land oder die Region vorliegen. Aus diesem Grund erlässt das Auswärtige Amt Reisewarnungen nur sehr selten. Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen Reisewarnungen für ganze Länder oder Teilreisewarnungen für bestimmte Regionen.

 
Für Ägypten besteht aktuell (Stand 29. Januar 2018) lediglich eine Teilreisewarnung für den Norden der Sinaihalbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet. Zudem wird von Fahrten abseits des Küstenstreifens wie zum Berg Sinai und dem Katharinenkloster, Touren in entlegene Gebiete der Sahara sowie von Überlandfahrten ohne ortskundige Begleitung dringend abgeraten. In den übrigen Teilen des Landes – wie in Sharm al-Sheikh, Kairo oder Hurghada – verlaufen die Aufenthalte deutscher Urlaubsreisender hingegen ohne Probleme.

Sind die Bedingungen für eine Reisewarnung nicht gegeben, erlässt der Auslandsdienst lediglich sogenannte Sicherheits- oder Reisehinweise. Mit Letzteren macht das Auswärtige Amt auf besondere Risiken aufmerksam. Sie können zum Beispiel Empfehlungen enthalten, bestimmte Regionen zu meiden, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten oder nicht alleine zu reisen. Reisehinweise enthalten hingegen generelle Informationen zum entsprechenden Land, wie etwa Einreisebestimmungen, medizinische Hinweise sowie zu straf- oder zollrechtliche Besonderheiten.
 

Mitarbeiter - Callcenter - Headset
Egal ob eine Reisewarnung vorliegt oder nicht: Wenn Sie Ihr Urlaubsziel ändern oder die Reise gar stornieren wollen, sollten Sie als Erstes Ihren Reiseveranstalter kontaktieren.

Umbuchen oder Stornieren dürfen Sie eine Reise jederzeit, allerdings müssen Sie in beiden Fällen mit Gebühren rechnen. Doch wie sieht es bei einer Reisewarnung durch das Auswärtige Amt aus? Generell – und darauf weist auch der deutsche Auslandsdienst auf seiner Website hin – besteht auch bei einer amtlichen Reisewarnung kein pauschales Recht auf eine kostenlose Umbuchung. Umgekehrt kann es jedoch auch vorkommen, dass Sie ohne eine offizielle Reisewarnung kostenfrei ein anderes Ziel wählen oder stornieren können. Theoretisch müsste ein Gericht jeden Fall einzeln bewerten. Entscheidend ist, ob höhere Gewalt (zum Beispiel Naturkatastrophe, politische Unruhen) oder eine erhebliche Gefährdung vorliegt. In der Praxis dienen dessen Reisewarnungen als gängiger Maßstab, um genau dies einschätzen zu können. Als Faustregel gilt also tatsächlich: Liegt eine Reisewarnung vor, können Sie eine kostenlose Umbuchung anfragen. Dies gilt allerdings nur für Warnungen des Auswärtigen Amtes und nicht für Reisehinweise anderer Länder. Zudem ist wichtig, ob es bereits zum Zeitpunkt Ihrer Buchung eine Reisewarnung bestand. Bei ungewisser Sicherheitslage zeigen sich Veranstalter häufig kulant und bieten auch ohne Reisewarnung die Möglichkeit an, kostenfrei ein neues Urlaubsziel zu wählen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich an Ihren Reiseveranstalter wenden oder – wenn Sie bei uns gebucht haben – können Sie auch den CHECK24-Kundenservice kontaktieren.