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Vergnügte Tage, wilde Nächte –
15 Highlights für den Urlaub in Havanna

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Die einen kommen wegen der sagenhaften Kolonialarchitektur, die anderen für das unvergleichliche Lebensgefühl: Havanna zählt zu den legendärsten Urlaubsorten der Welt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1519 hat die zweitgrößte Metropole der Karibik viel erlebt: spanische Kolonialherrschaft, britische und US-amerikanische Besatzung, Batista-Diktatur und natürlich die Revolution. Unsere Redakteurin war mehrfach in der Perle der Karibik unterwegs und hat 15 Tipps für alle, die das echte Havanna kennenlernen wollen.

01

Spaziergang und Sonnenuntergang am Malecón

Die berühmteste Strandpromenade der Welt
Malecón, J. Wöhrle

Malecón ist das spanische Wort für eine Ufermauer aus Stein. Die gibt es vielerorts, aber keine ist so wie "el Malecón" von Havanna. Zum einen, weil er mit einer Länge von acht Kilometern zu den längsten Uferpromenaden der Welt gehört. Zum anderen, weil die Stimmung auf dem langen Weg entlang der Mauer einmalig ist. Die Einheimischen lieben sie: für einen Spaziergang mit Freunden, zum Fischen, zum Auf-der-Mauer-sitzen und Sonnenuntergang anschauen oder direkt zum Feiern mit frischer Meeresbrise um die Nase.

  • Der Bau begann 1901 und wurde in mehreren Abschnitten bis 1952 fortgesetzt.
  • Zahlreiche repräsentative Bauwerke und Luxushotels liegen an el Malecón.
02

Oldtimer und andere Taxis

Mit alten Schlitten und Kokosnüssen durch die Stadt
Karibik: Kuba Havanna Auto

Die amerikanischen Oldtimer in Kuba sind das perfekte Beispiel dafür, wie man aus der Not eine Tugend macht. Wegen der sozialistischen Mangelwirtschaft können sich die meisten Kubaner kaum Autos leisten. Deshalb pflegen sie die alten Fords, Buicks und Cadillacs hingebungsvoll. Längst sind sie zum Symbol für den kubanischen Einfallsreichtum, Pragmatismus und zum ultimativen Fotomotiv geworden. Kein Urlaub auf Kuba ohne eine Fahrt in einem der farbenfrohen Wagen. Es darf aber auch die Alternative sein: das Coco-Taxi. Die Auto-Rikschas mit der typisch gelben Farbe und runden Karosserie gibt es nur in Kuba und auch dort hauptsächlich in Havanna, Varadero und Trinidad.

03

Mojitos und Daiquiris trinken wie Ernest Hemingway

El Floridita und La Bodeguita del Medio
Cocktail: Cuba Libre

Schon der Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway wusste die kubanische Cocktail-Kultur zu schätzen: „Meinen Mojito im La Bodeguita, meinen Daiquiri im El Floridita“, sagte der Amerikaner, der mehr als 20 Jahre in Kuba verbrachte. Hemingway ist seit fast 70 Jahren tot, aber seine beiden Lieblingskneipen in Havanna gibt es immer noch. Eine Bronzestatue des bauchig-bärtigen Literaten lehnt an der Bar des Floridita und wartet darauf, dass Rum- und Literaturliebhaber mit ihm anstoßen.

  • Das Floridita wurde 1817 eröffnet und zählt zu den bekanntesten Kneipen der Welt.
  • Naomi Campbell, Pierce Brosnan und Sean Connery waren schon im Floridita zu Gast.
  • Die Bodeguita del Medio zieht vor allem spanischsprachige Prominente an, darunter Salvador Allende, Pablo Neruda und Gabriel García Márquez.
04

Im Reigen kubanischer Rhythmen

Salsa tanzen in der Casa de la Música
Casa de la Música, J. Wöhrle© CHECK24/Wöhrle

Wer erstmal einen Mojito oder mehrere intus und die Hüften dementsprechend vorgelockert hat, kann sich an die Königsdisziplin wagen und Salsa tanzen gehen. Absolute Klassiker für Salseros und diejenigen, die welche werden wollen, ist die Casa de la Música im Zentrum von Havanna. Von den Clubs mit Live-Musik gibt es aber auch Ableger in der Calle 20 in Vedado und in Miramar. Doch die Stadt ist auch sonst voller Kneipen mit viel Musik: Auch im Café Cantante, im Hotel Florida, im Jazz Café und im 1830 lässt es sich bestens tanzen. Wer zuerst die Grundschritte lernen oder an seiner Technik feilen möchte, bucht einen Kurs in einer der vielen Schulen.

05

La Habana Vieja

Spaziergang durch die koloniale Altstadt
Kuba: Havanna

Ein Urlaub in Havanna ohne einen Rundgang durch La Habana Vieja, den ältesten Teil der Stadt, wäre reinster Frevel. Hier am westlichen Ufer der Bucht von Havanna wurde die Stadt als Teil des spanischen Kolonialreichs gegründet. Hier hielten die Schiffe noch ein letztes Mal, bevor sie voll beladen mit Schätzen wieder gen Spanien segelten. Die Kolonialherren investierten ihre Reichtümer auch in die prachtvollen barocken und neoklassizistischen Gebäude, die bis heute den Zauber von Havannas Altstadt ausmachen. Seit 1994 sind viele Häuser wieder restauriert worden, die nach der kubanischen Revolution weitgehend dem Verfall überlassen wurden. Doch noch immer gibt es raue, unsanierte Straßenzüge. Genau dieser Gegensatz macht den Stadtteil so spannend.

  • Die Architektur der Altstadt von Havanna erinnert an Cádiz oder Städte auf Teneriffa.
  • La Habena Vieja ist voller historischer Baudenkmäler, Kirchen, Kloster, Paläste, Alleen und Arkaden.
  • Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Castillo de la Real Fuerza, Plaza de Armas, Revolutionsmuseum, Kathedrale San Cristobál, Paseo del Prado, Gran Teatro de la Habana und das Kapitol
06

Zigarre rauchen vor dem Kapitol

Sightseeing im Stil von Fidel Castro
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Bei so viel Sightseeing muss ein bisschen Pause auch mal sein. Aber bitte mit Stil. Bevor es also in das Innere des Kapitols geht, kurz noch einen Zwischenstopp im benachbarten Museum Real Fábrica de Tabacos Partagás einlegen und eine Zigarre der weltberühmten Marke Habanos kaufen. Anschließend bitte mit Zigarre zwischen den Lippen vor dem Kapitol positionieren und wie ein gestandener Kubaner posieren. Fidel Castro hat es vorgemacht. Welcher Ort wäre passender als das Gebäude, das 1929 als Sitz der kubanischen Legislative nach Vorbild des Kapitols in Washington, dem Pantheon in Paris und dem Petersdom in Rom erbaut wurde?

  • Der knapp 92 Meter hohe Dom des Kapitols war bis 1956 der höchste Punkt in Havanna.
  • Die vergoldete Frauenstatue aus Bronze in der Eingangshalle verkörpert die Republik Kuba.
  • Im Boden der Eingangshalle befindet sich ein in Gold gefasster 24‐karätiger Diamant: der „Stern von Cuba“. Er markiert im kubanischen Straßennetz den Kilometer Null.
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Zum Einkaufen auf den Markt

Bio-Lebensmittel, marxistische Bücher und Kunsthandwerk
Dominikanische Republik Obst Früchte Markt© CHECK24/Volkmann

In Havanna gibt es seit vielen Jahren urbane Gärten, in denen Bio-Obst und -Gemüse angebaut werden. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieben auch die Düngerlieferungen nach Kuba aus, es hieß wieder einmal: Aus der Not eine Tugend machen. Die frischen, unbehandelten Lebensmittel und eine lebendige, authentische Atmosphäre gibt es im Markt von La Habana Vieja. Das große, überdachte Gebäude liegt in der Calle Mercado – zu Deutsch: Marktstraße. Im Bücherflohmarkt auf der Plaza de Armas können Urlauber täglich außer sonntags vor allem nach Klassikern der sozialistisch-marxistischen Literatur stöbern. Das passende Souvenir finden Power-Shopper in den Almacenes San José direkt am Hafen. Hier gibt es alles von Bildern über handgefertigten Schmuck bis hin zu Hängematten.

08

Prunkvolle und historische Hotels

In andere Welten eintauchen
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Die Hotels von Havanna haben so manche Geschichte zu erzählen. Das Hotel Nacional de Cuba an der Ufermauer Malecón eröffnete seine Pforten im Dezember 1930. Hier waren unter anderem Johnny Weissmüller und Marlene Dietrich zu Gast und die amerikanische Cosa Nostra nutzte das achtstöckige Gebäude 1946 für einen Kongress, der als „Havanna-Konferenz“ in die Geschichte eingegangen ist. Das Habana Libre in Vedado wiederum war einst das größte Hotel Kubas. Die ersten Monate nach der erfolgreichen Revolution regierte Fidel Castro von hier aus. Das luxuriöse Inglaterra am Prado wiederum ist das älteste Hotel des ganzen Landes.

  • Kuba erklärte das Hotel Nacional im Jahr 1988 zum Kulturdenkmal.
  • Conrad Hilton, Gründer der berühmten Gruppe, eröffnete das Habana Libre 1958 als Hilton Havanna.
  • Das Hotel Inglaterra soll Ende 2019 der Marriott-Gruppe beitreten und wird damit eines der ersten Häuser, das seit der kubanischen Revolution wieder unter US-amerikanischer Leitung steht.
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Afrokubanische Kultur am Sonntag

Rumba-Party im Callejón de Hamel
Centro afrocubano, J. Wöhrle.JPG© CHECK24/Wöhrle

Das Kulturzentrum Callejón de Hamel in der gleichnamigen Straße ist ein ganz besonderer, bunter, unkonventioneller Ort im Zentrum von Havanna. Hier regiert alles, was kreativ und afrokubanisch ist. Die Wände sind voller farbenfroher Malereien, ein kleiner Santería-Laden bietet allerlei Kultgegenstände feil und im Eckcafé können sich Besucher auch unter der Woche erfrischen und die Atmosphäre genießen. Doch sonntags erwacht die Gasse erst richtig zum Leben: Dann sammeln sich die Einheimischen zur Rumba-Party mit Livemusik, spontanen Tänzen und ausgelassener Stimmung.

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Stadtteil Vedado

Botschaften, Villen und der Christoph-Columbus-Friedhof
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Der Stadtteil Vedado steht sinnbildlich für die erste Blütezeit des Tourismus in Havanna: Ab den 1930er Jahren bis zur Revolution vergnügten sich hier reiche Amerikaner in Casinos und Nachtclubs. Viele Gebäude stammen aus der Wende zum 20. Jahrhundert und sind mal im prächtigen Art déco, mal im Stil der klassischen Moderne erbaut worden. Außerdem befinden sich hier viele Regierungs- und Botschaftsgebäude und der 56 Hektar große Christoph-Kolumbus-Friedhof (Cementerio Cristóbal Colón). Mit seinem 20 Kilometer langen Straßennetz, tausenden Grabstätten, Mausoleen und Grabkapellen ist er für die Kubaner auch ein Pilgerort und gilt als eine der schönsten Nekropolen der amerikanischen Kontinente.

  • Der Cementerio Cristóbal Colón steht seit 1987 als Nationaldenkmal unter Schutz.
  • An der Calle 23 oder „La Rampa“ in Vedado liegen viele der bekanntesten Treffpunkte von Havanna: die Eisdielen im Coppelia, das Kino Cine Yara und diverse Diskotheken.
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Plaza de la Revolución

Zwischen Che Guevara und José Martí
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Ebenfalls in Vedado liegt die berühmt-berüchtigte Plaza de la Revolución. Auf der einen Seite des riesigen Platzes: Das José-Martí-Denkmal mit seinem 109 Meter hohen Turm und der 18 Meter hohen Statue des Schriftstellers und Nationalhelden. Gegenüber: Das in sozialistischer Architektur gehaltene Innenministerium mit seinem großen Bildnis von Che Guevara und seinem berühmten Leitspruch „Hasta la victoria siempre“ (immer bis zum Sieg). Auf der Fläche dazwischen pflegte Fidel Castro jährlich vor mehr als einer Millionen Kubanern seine Ansprachen zu halten. Auch heute wird der Platz regelmäßig für offizielle politische Kundgebungen genutzt.

  • Der Turm des José-Martí-Denkmals ist das höchste Gebäude von Havanna. Ein Aufzug fährt bis zur Spitze.
  • Der Platz wurde 2011 neu asphaltiert und 2012 für den Besuch von Papst Benedikt XVI zusätzlich renoviert.
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Essen wie die Kubaner

„Mauren und Christen“ und „alte Kleidung“
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Einst war die Gastronomie in Kuba eine tendenziell triste Angelegenheit: Die meisten Restaurants waren in staatlicher Hand und vor allem von Tristesse und Eintönigkeit geprägt. Doch seit 2011 vergeben die Behörden vermehrt Lizenzen für private Restaurants, die sogenannten Paladares. In den meist kleinen Familienbetrieben gibt es Leckereien aus der kreolischen Küche wie Shrimps mit Chili, Hummer, Tamales, gebratene Yucca und natürlich Reis mit schwarzen Bohnen. Das unvermeidliche Nationalgericht heißt auf Kuba „arroz congrí“ oder „Moros y Cristianos“, was übersetzt Mauren und Christen bedeutet. Typisch ist auch „ropa vieja“: Rindfleisch wird so lange in einer kreolischen Tomatensoße geköchelt, bis es zerfällt wie „alte Kleidung“.

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Chinatown auf Karibisch

Das „barrio chino“
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Wer Lust auf chinesische Küche in karibischer Interpretation hat, begibt sich direkt ins „barrio chino“. Denn was vielen weniger bekannt ist: Havanna besitzt eine der ältesten und bedeutendsten Chinatowns in ganz Lateinamerika. Im 19. Jahrhundert kamen tausende Chinesen nach Kuba, so dass Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 10.000 Chinesen in dem Viertel zwischen der Calle Zanja und der Calle de los Dragones lebten und dort auch Geschäfte und Restaurants betrieben. Mit der kubanischen Revolution verlor das „barrio chino“ an Bedeutung. Heute haben nur noch wenige der Einwohner chinesische Wurzeln. Das chinesische Flair und die Restaurants gibt es aber immer noch.

  • Seit 1990 wird im „barrio chino“ das chinesische Neujahrsfest gefeiert.
  • Die Volksrepublik China hat das zwölf Meter hohe und 16 Meter breite Tor am Eingang des Viertels finanziert.
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Castillo de los tres Reyes del Morro

Der allabendliche Kanonenschuss
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Das Castillo de los tres Reyes del Morro zählt nicht nur zu den klassischen Sehenswürdigkeiten in Havanna. Die Festung auf dem Felsen „el Morro“ an der Ostseite der Mündung in die Hafenbucht bietet auch ein tägliches Spektakel, das an längst vergangene Zeiten erinnert: Jeden Abend um 21 Uhr wird aus einer der zwölf großen Kanonen der Anlage ein Schuss abgefeuert. Einst kündigte er das Schließen der Stadttore an. Heute erinnert der Kanonenschuss daran, dass es früher so war.

  • Die Kanonen des Castillos tragen die Namen der zwölf Apostel.
  • Die Festung wurde ab 1589 gebaut, um Havanna vor Piratenangriffen zu schützen.
  • 1762 nahm Großbritannien die Festung nach zweimonatiger Belagerung im Siebenjährigen Krieg ein.
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Strandtag im Osten von Havanna

Mit dem Bus zum palmengesäumten Karibiktraum
Kuba - Havanna - Strand - Auto - Oldtimer - Strand

Ein Urlaub in der Karibik ohne entspannte Tage am Strand? Undenkbar! Umso besser, dass ihr in Havanna problemlos einen Stadt- mit einem Strandurlaub kombinieren könnt. Denn die nächsten palmengesäumten Strände sind nur etwa 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt: die Playas del Este bei Santa Maria del Mar. Sie erstrecken sich über rund zwölf Kilometer Länge und insgesamt sieben Strandabschnitte. Das Beste daran: Die Buslinie T3 fährt in der Hauptsaison ab 9 Uhr etwa alle 20 Minuten vom Zentrum in Richtung Meer. Die Haltestelle befindet sich direkt am Parque Central. Der Bus hält an den Stränden von Tarará, Mégano, Santa Maria und Boca Ciega.

Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig und nach bestem Wissen ausgesucht und zusammengestellt. Sie dienen als Inspiration für unsere Leser und stellen Empfehlungen der Redaktion dar.

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Über den Autor

Julia Wöhrle

„Mich brennt's in meinem Reiseschuh“ habe ich schon als Kind bei den mir unliebsamen Wanderurlauben in den Alpen geträllert. Inzwischen entscheide ich selbst, wo die Reise hingeht: Mal nach Island, mal nach Belize, aber dann war es doch immer wieder Spanien und ganz besonders oft und gerne Sevilla. Meine Begeisterung für fremde Länder, Menschen, Sitten und Gerichte fließt immer auch in meine Blogartikel ein.