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Äußere Hebriden –
das geheime Inselparadies in Schottland

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© CHECK24/Volkmann

Steinkreise, älter als die Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Flauschige Schafe und zottelige Highlandrinder, die halbwild auf den Wiesen grasen. Saftig grüne Hügel vor nebelverhangenen Bergen. Whiskydestillerien, die einen aromatisch-malzigen Duft in der Gegend verströmen – „eben typisch Schottland“, denkt ihr jetzt.


aeussere-hebriden-karte.JPG© Google Maps

Unsere Redakteurin hat vor Ort erfahren, wie es ist, wenn sich diese Landschaft plötzlich mit schneeweißen Stränden aus feinem Sand vermischt, die in ganz Europa ihresgleichen suchen. Wenn das Meer plötzlich türkisblauer leuchtet als in der Karibik. Und wenn noch dazu die Sonne über 1.200 Stunden im Jahr vom strahlend blauen Himmel scheint. Dann kann nämlich nur von einer Inselgruppe die Rede sein: den Äußeren Hebriden. Entdeckt mit uns die Highlights dieser geheimen, magischen Welt am nördlichen Ende Europas!

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Sonne und Gaumenfreuden

Das schönste Wetter und beste Essen Großbritanniens
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Die Britischen Inseln haben den Ruf ewig schlechten Wetters und fragwürdiger Küche. Das mag Geschmackssache sein, aber auf die Äußeren Hebriden trifft beides definitiv nicht zu! Im Vergleich zum Rest Schottlands ist die vorgelagerte Inselgruppe wenig bergig, sodass vom Atlantik kommende Regenwolken einfach über sie hinwegziehen und sich erst an den Highlands weiter östlich abregnen. So kommt es, dass die Äußeren Hebriden die sonnenreichste Gegend Großbritanniens sind.

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Ein weiteres britisches Klischee widerlegen die Inseln gekonnt: Schlechte Küche gibt es hier nicht. Im Gegenteil: Auf den Äußeren Hebriden könnt ihr dem mit violetten Wegweisern beschilderten Eat Drink Hebrides Trail folgen, der euch von zuckersüßen kleinen Tante-Emma-Lädchen voller regionaler Backwaren, Gemüsesorten und Fleischerzeugnissen bis zu den besten Seafood-Shops des Königreichs bringt.

Die besten Märkte und Food-Shops:

  • Croft 36 in Northton: Selbstbedienungshütte mit Vertrauenskasse, die mehrfach täglich mit frisch gebackenem Brot, Kuchen, Pies, gefüllten Pasties und Suppen beliefert wird
  • Stornoway Smokehouse: der beste Räucherfisch
  • Digby Chick in Stornoway: lokale Küche, modern interpretiert
  • The Scallop Shack in Uig (Lewis): frische Muscheln direkt vom Boot
  • Isle of Harris Distillery in Tarbert: Gin, Whisky und eine empfehlenswerte Destillerie-Führung
  • Eriskay Shop: süßer Mini-Supermarkt mit einer tollen Auswahl regionaler Produkte
  • MacLennans und Lovats Supermärkte in Balivanich: bestens sortierte Shops mit außergewöhnlichen Produkten
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Der schönste Roadtrip Europas

Linksfahren auf den Äußeren Hebriden
Schottland-Hebriden-RoadtripLVO.JPG© CHECK24/Volkmann

Zugegeben, auf der „falschen“ Seite Autofahren muss erst einmal geübt werden. Wer aber mit dem Mietwagen ab Edinburgh über Land anreist, ist spätestens bei der Ankunft auf der Inselgruppe ein Profi im Linksverkehr. Gedanken machen müsst ihr euch darüber vor Ort jedoch nicht, denn fast alle Straßen auf den Inseln sind so schmal, dass ohnehin nur ein Pkw darauf passt. Zahlreiche Ausweichbuchten an beiden Straßenrändern sorgen allerdings dafür, dass immer ausreichend Platz für Gegenverkehr bleibt (den auf den freundlichen Inseln obligatorischen Gruß an das Gegenüber nicht vergessen!).

Rund 275 Kilometer sind es mit dem Auto vom Butt of Lewis ganz im Norden bis zur südlichsten bewohnten Insel Vatersay. Auf den Äußeren Hebriden werden es aber schnell einige mehr, da ihr unterwegs immer wieder in Versuchung kommt, einfach irgendwo abzubiegen oder gar einige Strecken doppelt befahren zu wollen. Unser Tipp: Geht dem auf jeden Fall nach!

Die schönsten Straßen auf den Äußeren Hebriden:

  • Traumstrände, Dünen und dramatische Natur? von der Südküste von South Uist über Eriskay an der Westküste von Barra entlang bis zum Südende der Insel Vatersay
  • Moor, Meer und endlose Weiten? entlang der Nordwestküste der Isle of Lewis
  • Karge Felswelt gespickt mit Tausenden Miniseen? B8011 auf Lewis
  • Sanftes Grün und goldene Strände? entlang der Westküste von South Harris
  • Idyllisches Landleben mit Meerblick? einmal rund um Grimsay
  • Durch eine Mondlandschaft? die „Golden Road“ entlang der Ostküste von South Harris
Anreise-Tipps
Je nachdem, ob ihr die Äußeren Hebriden lieber mit dem Auto oder doch eher aktiv draußen erkunden wollt, empfehlen sich unterschiedliche Anreisearten. Allein wegen der besseren Flugverbindung nach Edinburgh oder Glasgow bietet sich die Anmietung eines Leihwagens direkt am Airport an. Von dort fahrt ihr in Richtung Küste und setzt mit der Fähre über auf die Inseln. Wer auf den Hebriden Rad fahren oder wandern möchte, sollte gleich zu den Inselairports Stornoway, Benbecula oder Barra fliegen und von dort starten.
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Outdoor-Paradies

Hotspot zum Draußensein
Schottland-Hebriden-KayakLVO.JPG© CHECK24/Volkmann

Wer die Äußeren Hebriden besucht, kommt wegen der Ruhe, der Abgeschiedenheit und um aktiv draußen in der Natur zu sein. Der Hebridean Way ist gleichzeitig ein 250-Kilometer-Fernwanderweg sowie ein 279 Kilometer langer Fernradweg. Er schlängelt sich quer durch Torflandschaften, schroffe Berge, grüne Wiesen voller Schafe und Rinder, idyllische Dörfer und entlang feinsandiger Strände – einmal vom Norden bis in den äußersten Süden der Inseln. Unterkünfte gibt es unterwegs, Fahrräder könnt ihr euch in einigen Orten entlang der Route ausleihen. Wer nicht die ganze Strecke auf sich nehmen möchte, der findet allerhand Wander- und Radtouren, die sich bestens für einen Tagesausflug eignen.

Auch in puncto Wassersport haben die Äußeren Hebriden einiges zu bieten. In vielen Küstenorten könnt ihr euch ein Kajak mieten und Traumstrände, aquamarinblaue Buchten und faszinierende Seevögel vom Meer aus beobachten.

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Die schönsten Strände Europas

Strandhopping in Schottland
7780+Großbritannien+Schottland+Berneray#CHECK24/Volkmann© CHECK24/Volkmann

Schottland verbindet man nun wirklich nicht mit einem Strandparadies. Doch ausgerechnet hier leuchten unzählige, atemberaubende Sandabschnitte strahlend weiß zwischen dem türkisblauen Meer und dem saftig grünen Land hervor. Die zahlreichen Hebridenstrände suchen europaweit ihresgleichen. Kein Wunder, dass (mindestens) einer davon als der schönste Strand Europas gehandelt wird: Luskentyre Beach auf South Harris ragt besonders bei Ebbe gigantisch weit ins Meer hinein.

Traumstrände der Äußeren Hebriden:

  • Lewis: Surferparadies Eoropie, Panoramastraße Kneep Circuit (führt vorbei am Cliff-, Reef- und Kneep Beach), Port Stoth, Garry Beach, Uig Sands
  • Harris: Luskentyre, Seilebost, Borve, Northton
  • North Uist: Hosta Beach, Clachan Sands
  • South Uist: die komplette Westküste besteht aus fast ununterbrochenem Strand
  • Eriskay: Prince’s Strand
  • Barra: Barra Airport (Nicht zum Baden geeignet, aber einzigartig: Es ist der einzige Sandstrandflughafen der Welt mit Linienflügen – natürlich nur bei Ebbe!), Tangasdale
Geheimtipps
Lisa Volkmann CHECK24 Reise-Redaktion
Die ganze Westküste der Insel Berneray besteht aus einer schneeweißen Sandbank vor türkisblauem Meer. Bosta Beach auf Great Bernera hingegen ist nicht nur feiner Sand, luftiges Dünengras und azurblaues Meer. Hier findet sich auch ein prähistorisches Dorf aus der Eisenzeit. Der karibische Traumstrand Traigh a Bhaigh auf Vatersay ist mein persönliches Strandhighlight der gesamten Inselgruppe.
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Ruhe und Entschleunigung

Auszeit am Ende der Welt
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Auf den Äußeren Hebriden ticken die Uhren langsamer. Die überwältigende Natur trägt ihr Übriges dazu bei. Es ist nicht verwunderlich, dass die Inseln Heimat unzähliger Künstler und Kreativer sind, deren Ateliers allerorts besichtigt werden können.

Trotz ihrer ungezähmten und gleichzeitig idyllischen Schönheit zieht es bislang wenige Urlauber in diese entlegenste Ecke Schottlands. Und das ist auch gut so! Denn so behalten sich die Inseln ihren authentischen Charme und Reisende erleben diesen Ort so, wie er wirklich ist. Ob beim Barfuß-Spaziergang am Strand oder auf den von Wildblumen übersäten Dünen, beim Beobachten der wilden Ponys auf Eriskay, beim Radeln entlang des Hebridean Way – schaltet das Navi ab, legt das Handy zur Seite, lasst euch treiben.

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Natursehenswürdigkeiten

Strand, Land, Berg
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Die Äußeren Hebriden strotzen nur so vor Naturhighlights. Während die Ostküstenregionen meist schroff und felsig sind, locken verträumte Sandstrände im dem Atlantik zugewandten Westen.


Nicht verpassen
  • Berneray vereint Wildblumenwiese, Traumstrand und Entschleunigungsgefühl
  • die Felsnadeln im Sand des Garry Beachs auf Lewis
  • das schroffe Kap Butt of Lewis am nördlichsten Punkt des Archipels
  • Great Bernera kombiniert einen Traumstrand mit der Torfmoorlandschaft
  • ein Tagesausflug auf den rauhen, verlassenen Archipel St. Kilda lässt euch vor Erstaunen verstummen
  • Northton Salt Marshes: moorige Moospolster, durchzogen von tausenden Salzwasserbächen
  • bei Ebbe ein gigantischer Strand, bei Flut Hunderte Inselchen: Tidengebiet zwischen North Uist, Baleshare, Grimsay und Benbecula
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Wale, Otter – und Schafe

Spektakuläre Tierwelt
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Um den friedvollen Anblick grasender Highlandrinder und Schafe kommt kein Urlauber auf den Äußeren Hebriden herum. Seltener wird dabei schon die Sichtung majestätischer Meeressäuger oder Adler. Doch das Ende Europas bietet fantastische Möglichkeiten für Tierliebhaber aller Art:

  • North Uist mit seinen wenigen Bergen, vielen Seen, vergleichsweise viel Wald und dem Balnarald Naturreservat bietet tolle Momente für Vogelbeobachter: Zu sehen gibt es Weißkopfseeadler, Wachtelkönige, Kornweihen.
  • Am Meer beobachtet ihr Seevögel aller Art, Möwen, Papageientaucher und Kiebitze.
  • Auch im Meer tummelt sich allerhand. Robben und Otter sind keine Seltenheit. Bei einer der zahlreichen Fährüberfahrten begleiten mit etwas Glück Delfine das Boot oder Buckel- und Zwergwale sind in der Nähe zu sehen. Wahre Glückspilze erspähen Orcas oder den seltenen Riesenhai, den zweitgrößten Fisch der Welt. Bessere Chancen auf die Giganten der Meere habt ihr bei einer Whale Watching Tour, die ihr beispielsweise ab Miavaig auf der Isle of Lewis antreten könnt.
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Von Steinkreisen und Mythen

Prähistorische Geheimnisse
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Überall auf den Äußeren Hebriden sind Relikte einer früheren Zeit zu finden. Insbesondere auf der Isle of Lewis könnt ihr fast sicher sein, beim Erklimmen irgendeines zufällig ausgewählten Hügels Steinkreise oder Hinkelsteine vorzufinden. Am beeindruckendsten sind die Callanish Standing Stones im gleichnamigen Ort. Es ist die größte Steinformation der Megalithkultur in ganz Großbritannien – größer und älter als das berühmte Stonehenge! Sogar die Pyramiden von Gizeh stellt der Steinkreis mit seinem Alter in den Schatten.

Noch heute werden auf dem Archipel immer wieder historische Gräber und gar ganze Dörfer ausgegraben. Die sogenannten Blackhouses, keltische Häuser aus Stein und Torf, werden heute häufig als Museen ausgebaut. Die schönsten sind das Gearrannan Blackhouse Village und das Arnol Blackhouse auf Lewis oder die Eisenzeit-Hütte direkt am Bosta Beach auf der kleinen Insel Great Bernera.


Übrigens
Lisa Volkmann CHECK24 Reise-Redaktion
Ganz im Gegensatz zu Stonehenge sind die Callanish Standing Stones frei begehbar und kostenfrei zu besuchen. Mein Tipp: Früh aufstehen lohnt sich, denn im Morgengrauen ist die mystische Atmosphäre des Ortes am deutlichsten spürbar.

Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig und nach bestem Wissen ausgesucht und zusammengestellt. Sie dienen als Inspiration für unsere Leser und stellen Empfehlungen der Redaktion dar.

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Über den Autor

Lisa Volkmann

Gletscherklettern in Alaska, Dschungelspaziergang in Peru, Roadtrip durch Deutschland oder auch mal süßes Nichtstun an so ziemlich jedem Ozean: Ich durfte bereits viele spannende Orte dieser Welt entdecken. Als Online-Redakteurin im Reisebereich von CHECK24 kann ich mein Hobby zum Beruf machen. Meine Blogartikel, Reisevorschläge und News rund ums Reisen stecken voller Begeisterung für ferne Länder und Kulturen. Diese Leidenschaft möchte ich weitergeben und zum Reisen und Entdecken inspirieren.