Städtetrip

Madrid, Barcelona, Valencia – mit rund 790.000 Einwohnern ist die Hafenstadt an der Südostküste die drittgrößte Spaniens. Dabei kann die bei Touristen weitgehend unbekannte Schönheit am Mittelmeer ihren großen Schwestern mehr als nur das Wasser reichen. Ein kreativer Mix aus jahrhundertealter und futuristischer Architektur, eine grüne Lunge mitten im Zentrum, drei Stadtstrände und das milde Klima mit 300 Sonnentagen im Jahr machen Valencia zum optimalen Ziel für eine so spannende wie erholsame Städtereise.
Ryanair bietet ab Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Hamburg günstige Flüge nach Valencia an. Von Stuttgart und München aus bedienen Eurowings und Lauda die Strecke. Auch Vueling und die Lufthansa fliegen direkt von der bayerischen Landeshauptstadt nach Valencia. Außerdem kann es durchaus günstiger sein, Flug und Hotel als Pauschalreise im Komplettpaket zu buchen.
Wer nur wenige Tage für seine Städtereise in Valencia hat, übernachtet am besten in der historischen Altstadt Ciutat Vella, den angrenzenden Bezirken Eixample, Extramurs, Campanar, La Saïdia und El Pla del Real oder im Quatre Carreres. Hier befinden sich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sowie jede Menge Shopping-Meilen, Bars und Restaurants. Außerdem lässt sich alles problemlos zu Fuß erreichen.
Falls euch eine innenstadtnahe Lage zu trubelig ist, gibt es im gesamten Stadtgebiet von Valencia eine Vielzahl von Hotels für die unterschiedlichsten Ansprüche.
Transferprobleme bekommt ihr in Valencia sicher nicht. Der Flughafen ist nur etwa zehn Kilometer vom Zentrum entfernt und die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich problemlos zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Wer sich frei und etwas schneller bewegen möchte, nimmt sich in Valencia einfach einen Mietwagen.
Egal, ob wenige Stunden oder mehrere Tage – die Valencia Tourist Card (VLC ) ist praktisch und spart Geld. Die Karte gibt es wahlweise für eine Dauer von 24, 48 oder 72 Stunden, ist unter anderem direkt am Flughafen erhältlich und kostet je nach Gültigkeit 15 Euro, 20 Euro oder 25 Euro. Weitere Verkaufspunkte sind der Bahnhof Joaquín Sorolla, die Touristenbüros und das Internet unter www.visitvalencia.com. Im Preis inbegriffen ist zum einen die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel inklusive des Flughafentransfers. Zum anderen erhalten Reisende mit der VLC kostenlosen Zugang oder Ermäßigungen zu städtischen Museen und Sehenswürdigkeiten sowie Rabatte in Geschäften und Restaurants.
Die Metro-Linien 3 und 5 fahren in gut 20 Minuten vom Flughafen in die Innenstadt. Die einfache Fahrt kostet 3,90 Euro. Auch die Buslinie 150 verbindet den Airport mit dem Zentrum. Die Fahrt dauert zwar etwa 30 bis 40 Minuten, ist mit einem Preis von 1,50 Euro aber etwas günstiger und bietet gleich die eine oder andere spannende Aussicht. Wer sich ein Taxi gönnen möchte, zahlt je nach konkretem Ziel und Wegführung etwa 15 bis 20 Euro.
Die städtischen Verkehrsbetriebe von Valencia fahren mit 44 regulären und 13 Nachtlinien in alle Viertel der Stadt. Das Einzelticket kostet 1,50 Euro und kann direkt beim Busfahrer gelöst werden.
Auch mit den insgesamt neun U-Bahn- und Tramlinien lässt sich Valencia hervorragend erkunden. Fast alle Strecken kreuzen das Zentrum, die Linien 4, 6 und 8 fahren die Strände von El Cabanyal (Las Arenas) und La Malvarrosa an. Wie bei den Bussen kostet das Einzelticket 1,50 Euro.
Kaum Steigungen, viele Fahrradwege, mildes Klima – in Valencia lässt es sich vortrefflich mit dem Rad fahren. Zumal die Stadt mit Valenbisi ein eigenes Verleihsystem bietet: Besucher können sich mit einer Kreditkarte für 13,30 Euro direkt an den Automaten bei den Abstellplätzen ein Abonnement für eine Woche kaufen. Die erste halbe Stunde mit dem Fahrrad ist im Abonnement-Preis inbegriffen. Wer bis zu einer Stunde fährt, zahlt 1,04 Euro extra, jede weitere Stunde kostet 3,12 Euro. Zusätzlich vermieten zahlreiche private Unternehmen ihre Fahrräder stunden- oder tageweise.
Angekommen, eingecheckt, ab ins Getümmel! In Valencia gibt es auf engstem Raum sehr viel zu sehen. Unsere Tagestouren geben einen guten Eindruck davon, was die Seele der abwechslungsreichen Mittelmeermetropole ausmacht. Tipps für die Abendgestaltung und Hinweise zu weiteren Sehenswürdigkeiten und Museen lassen Raum, um das Wochenende in Valencia frei zu gestalten.
Der Tag beginnt rund und charmant. Die im Jahr 1840 von Salvador Escrig Melchor errichtete Plaza Redonda hält, was sie verspricht: Kreisrund reihen sich die Häuser um den Platz. Erreichbar ist er über vier Straßen und nur zu Fuß. Einmal angekommen, laden Geschäfte und Stände mit traditionellem Kunsthandwerk und Bars zum Stöbern und Verweilen ein. Ideal auch für alle, die sich nochmal mit einem Kaffee für das Sightseeing stärken wollen.
Laufzeit zu dieser Station: 2 Minuten für 200 Meter
Vom runden Platz ist es nur ein Katzensprung bis zu einem der charakteristischsten Bauwerke der Stadt: der Lonja de Seda. Hier wurde ab 1469 zunächst mit Öl gehandelt. Das Gebäude, das der Seehandelsbörse in Palma nachempfunden ist, wurde erst 1533 fertiggestellt und zählt zu den bekanntesten Beispielen der profanen Gotik in Europa. Vor allem aber steht die Seidenbörse für den Reichtum des goldenen Jahrhunderts von Valencia. Ende des 14. bis Anfang des 16. Jahrhunderts mauserte sich die Stadt nicht zuletzt dank ihrer Textilindustrie zu einem wichtigen europäischen Handelszentrum.
Laufzeit zu dieser Station: 1 Minute für 60 Meter
Wer nach den ersten beiden Stationen einen gewissen Hunger verspürt, kann sich direkt gegenüber von der Seidenbörse vom üppigen Angebot der zentralen Markthalle inspirieren lassen. Mit einer Fläche von mehr als 8.000 Quadratmetern beheimatet das prachtvolle Jugendstilgebäude einen der größten Märkte Europas. Zwischen Eisensäulen, Kacheln und Glasmalereien bieten 1.200 Stände alles, was das Schlemmerherz begehrt – von Obst und Gemüse aus dem Umland über frischen Fisch und Meeresfrüchte bis zur traditionellen Bar in der zentralen Markthalle mit ihren Tapas, Snacks und belegten Broten.
Laufzeit zu dieser Station: 5 Minuten für 400 Meter
Die Gemeinde von San Nicolás zählt zu den ältesten von Valencia. Sie wurde bereits 1238 in einer ehemaligen Moschee gegründet. Zwischen 1419 und 1455 wurde diese zu einer Kirche im gotischen Stil umgebaut, Ende des 16. Jahrhunderts erhielt das Gebäude sein barockes Innenleben. Nach den Renovierungen vor einigen Jahren kam die malerische Qualität der Szenen, die das Leben von Nikolaus von Myra und Petrus von Verona darstellen, erneut zum Vorschein. Seither bezeichnen Experten die Kirche von San Nicolás auch als „Sixtinische Kapelle von Valencia“.
Laufzeit zu dieser Station: 8 Minuten für 650 Meter
Mitten durch Valencia schlängelt sich über eine Länge von neun Kilometern eine grüne Oase, die innerhalb Spaniens ihresgleichen sucht: Spiel- und Sportplätze, Promenaden, Bäume, Wiesen, Seen, Bäche, Brücken und Cafés – im „Jardín del Turia“ gibt es alles. Entlang des ehemaligen Verlaufs des Flusses Turia reicht der Park heute vom Cabecera Park, wo sich auch der Zoo Bioparc Valencia befindet, bis zur Stadt der Künste und Wissenschaften. Ideal zum Joggen, Radfahren oder einfach für eine Verschnaufpause im Grünen!
Laufzeit zu dieser Station: 1 Minute für 100 Meter
Die wuchtigen Torres de Serranos bildeten jahrhundertelang einen Teil der Stadtmauer von Valencia. Der Bau der Verteidigungstürme begann bereits 1392. Von 1586 bis 1887 dienten die beiden Türme auch als Gefängnisse für Adlige. Erst als die Stadtmauer von Valencia 1865 abgetragen wurde, wurden auch die alten Verteidigungsbollwerke zu freistehenden Türmen. Die prachtvollen Beispiele gotischer Baukunst dienten über die Jahrhunderte auch als Triumphbogen. Heutzutage wird jeweils am letzten Sonntag im Februar das berühmte Frühlingsfest „Fallas“ ausgerufen, indem alle Valencianer und Besucher am Fuße der Serranos-Türme offiziell zu den Feierlichkeiten im März eingeladen werden.
Laufzeit zu dieser Station: 5 Minuten für 450 Meter
Direkt am prächtigen Platz der Jungfrau Maria („Plaza de la Virgen“) mit seinem Marmorboden und dem Springbrunnen liegt auch die Kathedrale von Valencia. Einst stand an ihrer statt ein römischer Tempel, später eine Moschee. Heute beheimatet „La Seu“ eine sagenumwobene Reliquie und wertvolle Kunstschätze, allen voran den Heiligen Kelch, den Jesus und seine Jünger der Überlieferung nach für das letzte Abendmahl verwendet haben. Weitere Highlights sind die Fresken des Hochaltars, die Werke von Künstlern wie Maella oder Goya im Museum der Kathedrale sowie der Glockenturm „Miguelete“.
Laufzeit zu dieser Station: 15 Minuten für 1,1 Kilometer
Wer am ersten Tag noch touristisches Pulver zu verschießen hat, geht noch gut einen Kilometer weiter bis zum Nordbahnhof. Der Architekt Demetrio Ribes hat das Jugendstilgebäude als Hommage an die valencianische Industrie entworfen. Neben den architektonischen Besonderheiten lohnt sich ein Blick auf die Decken, Böden und Wände, an denen sich hochwertige Mosaike und farbenprächtige Keramiken befinden. Direkt neben dem Bahnhof liegt mit der Stierkampfarena zudem ein weiteres berühmtes Gebäude. Bis heute finden hier Stierkämpfe statt, die wichtigsten während der „Fallas“ im März sowie zum Volksfest „Feria“ im Juli.
Öffnungszeiten Stierkampfarena: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr, montags geschlossen.
Ob für eine Oper, ein Ballett oder Konzerte im Palau de les Arts in der Stadt der Künste und Wissenschaften oder für einen Cocktail mit Meerblick und eine durchtanzte Nacht im Marina Beach Club – Valencias Nachtleben ist so vielseitig wie abwechslungsreich.
Allein in der Stadt der Künste und Wissenschaften lassen sich mehrere Tage verbringen. Deshalb beginnt der zweite Tag auch direkt hier. Was der geneigte Valencia-Reisende in dem hochmodernen Gebäude- und Parkkomplex genauer unter die Lupe nimmt, hängt von den persönlichen Interessen ab, der Besuch an sich zählt aber zum absoluten Pflichtprogramm.
Schon der Ausgangspunkt, die Schrägseilbrücke L‘Assut d‘Or von Santiago Calatrava, ist ein Blickfang. Östlich der Brücke liegen das Veranstaltungszentrum Ágora und das L’Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas und das Delfinarium.
Im westlichen Teil des Parks finden sich das Hemisfèric, ein Planetarium und digitales 3D-Kino mit einer riesigen konkaven, 900 Meter langen Leinwand, das Naturwissenschaftliche Museum Príncipe Felipe mit seinen interaktiven Ausstellungen, das Kulturzentrum Palau de les Arts und der frei zugängliche, mehr als 17.000 Quadratmeter große Garten Umbracle.
Laufzeit zu dieser Station: 25 Minuten für 2 Kilometer
Bei einem Spaziergang zum Meer kann sich der Geist von den vielen Eindrücken der ersten Station erholen. Zwischen dem Handelshafen und der Strandpromenade liegt der Yachthafen von València mit seinen weitläufigen Wegen zum Spazierengehen und Radfahren sowie diversen Wassersportanlagen. Mit Restaurants, Bars und dem Kulturzentrum Veles e Vents ist für das leibliche und geistige Wohl gesorgt; wer möchte, kann mit dem Boot einen Ausflug aufs Meer machen. Cocktails, leckeres Essen, Pool, Hängematten, Meerblick und eine funky Atmosphäre – der Marina Beach Club kombiniert Restaurant, Strandbar und Club und ist ideal für alle, die das Sightseeing mit Stil ausklingen lassen wollen.
Laufzeit zu dieser Station: 8 Minuten für 600 Kilometer
Ob im Sommer für einen wohligen Tag in der Sonne oder im Winter für einen Spaziergang mit Meeresbrise um die Nase – die weitläufigen Strände von Valencia machen den Städtetrip im Nu zum Strandurlaub. Der Strand Las Arenas oder – wie der zugehörige Stadtteil – die Playa Cabanyal liegt nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt. Wer nicht baden möchte, schlendert die lange Strandpromenade entlang oder kehrt zum Tapas-, Fisch- oder Paella-Essen in einem der Restaurants ein. Wer sich immer weiter Richtung Norden bewegt, gelangt schließlich zur Playa Malvarrosa.
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