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EU fordert freie Einreise mit Corona-Zertifikat

München, 26.01.2022 | 09:27 | soe

Die Europäische Union will zum 1. Februar das Reisen innerhalb Europas wieder deutlich vereinfachen. Nach einem aktuellen Beschluss soll für die Einreise in ein EU-Land ab kommendem Monat grundsätzlich nur das digitale COVID-Zertifikat der EU notwendig sein, welches eine Impfung, Genesung oder ein negatives Testergebnis bescheinigt. Dies würde das Ende zusätzlicher Beschränkungen wie Quarantäne, weiterer Tests oder Einreiseverbote für Ungeimpfte bedeuten – zur Umsetzung sind die Länder allerdings nicht verpflichtet.


Parlament der Europäischen Union mit spiegelnden Fenstern
Die Europäische Union fordert ihre Mitglieder auf, Einreisen wieder mit dem COVID-Zertifikat zu erlauben.
Mit der Einigung der EU-Staaten kehrt das Corona-Zertifikat zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück. Es war zum 1. Juli 2021 eingeführt worden, um das Reisen innerhalb Europas zu erleichtern und die Einreiseregeln der Länder weitgehend zu vereinheitlichen. Vom Grundgedanken der 3G-Regel (getestet, geimpft oder genesen) wichen seither jedoch immer mehr Staaten ab und erließen zusätzliche Beschränkungen. Nicht zuletzt die Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sorgte für ein erneut als Flickenteppich erscheinendes Bild verschiedener Einreisebestimmungen, die unter anderem Einreiseverbote für Ungeimpfte, Quarantäne und zusätzliche Tests auch für Geimpfte beinhalten. Damit ist nach dem Willen der EU nun Schluss: Ab dem 1. Februar soll einem Vorschlag der EU-Kommission stattgegeben und das Zertifikat für die Einreise wieder wichtiger werden als das Infektionsgeschehen im Abreiseland.
 
Mehr Impfstoffe anerkannt
 
Gemäß der 3G-Regel soll für die Einreise in ein anderes EU-Land dann erneut ein negativer Testnachweis genügen, als Standard wurden maximal 72 Stunden alte PCR-Tests sowie höchstens 24 Stunden alte Antigen-Schnelltests festgelegt. Genesene können stattdessen ihr Zertifikat vorweisen, welches jedoch nur noch maximal 180 Tage lang anerkannt wird. Auch für vollständig Geimpfte genügt nach Plänen der EU die Vorlage ihres Impfnachweises. Dabei gibt es zudem eine Erweiterung der Bandbreite an anerkannten Impfstoffen: Neben den von der EU offiziell akzeptierten Präparaten sollen künftig auch die von der WHO oder nationalen Behörden der Mitgliedsländer anerkannten Impfstoffe zur Einreise berechtigen. Davon wären beispielsweise die chinesischen Vakzine eingeschlossen. Für Kinder soll es nach wie vor Ausnahmeregelungen von der Nachweispflicht geben.
 
Einheitliche Umsetzung fraglich
 
Ob die umfassende Lockerung der Einreiseregeln tatsächlich in die Praxis umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Da es sich lediglich um eine Empfehlung der Europäischen Union an ihre Mitglieder handelt, sind die einzelnen Staaten nicht verpflichtet, diese auch anzuwenden. Allein die kurze Vorlauffrist von nur einer knappen Woche dürfte die nationalen Behörden vor Herausforderungen stellen, ihre mitunter deutlich schärferen Einreisebestimmungen anzupassen. So erlauben einige Staaten Personen ohne Impfung derzeit nur in Ausnahmefällen die Einreise, darunter beliebte Urlaubsländer wie Bulgarien und Malta. Andere Staaten, wie Italien, sehen für sie zumindest eine Quarantäne vor. Auch Deutschland bildet mit seiner Regelung der mindestens fünftägigen Isolationszeit bei der Einreise aus Hochrisikogebieten ohne Impf- und Genesungszertifikat keine Ausnahme.

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