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Alles Käse - 15 Reiseziele für Gourmets

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Seit etwa zehntausend Jahren feilt der Mensch an seiner Käsereikunst. Die Ergebnisse bieten eine unglaubliche Vielfalt der Konsistenzen, Farben, Formen und Geschmacksrichtungen: Zartschmelzender Frischkäse, würziger Hartkäse mit Löchern und ohne, edle Schimmelkulturen in Weiß, Blau und Rot. Schätzungsweise 5.000 Sorten des beliebten Milchprodukts gibt es heutzutage. Jede einzelne erzählt mit ihrem Geschmack und ihrer Geschichte auch viel über ihre Heimat. Optimal, um ein Urlaubsziel von seiner kulinarischen Seite kennenzulernen. Wir verraten, wo Käseliebhaber ins Schwärmen und Schlemmen geraten.

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Allgäu

Bergkäse für die Spätzle
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Vom Wilstermarschkäse aus Schleswig-Holstein über den Würchwitzer Milbenkäse aus Sachsen-Anhalt bis zum Hessischen Handkäse, auch bei einem Urlaub in Deutschland lassen sich mannigfaltige regionale Spezialitäten verkosten. Das Allgäu bietet dafür eine besonders idyllische Umgebung, die nicht unwesentlich zur Qualität der hiesigen Käsesorten beiträgt. Das gilt allen voran für den ursprungsgeschützten Allgäuer Bergkäse. Der schmeckt allein oder auf dem Brot und erwärmt in Kombination mit Spätzle und Röstzwiebeln sowie seinen mild-aromatischen, nusskernigen Aromen nicht nur den Magen, sondern auch die Seele.

  • Die Allgäuer stellen ihren Käse in Kleinproduktion auf alpinen Sennhütten her.
  • Käsespätzle sind auch für Schwaben, die Schweiz, Liechtenstein und Vorarlberg typisch. Welcher Käse verwendet wird, hängt von der jeweiligen Region ab. Bergkäse und Emmentaler gehören zu den absoluten Klassikern.
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Emmental

Idylle mit Löcherkäse
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Dieser Vertreter mit den charakteristischen großen Löchern hat sich von seiner Heimat in der beschaulichen Hügellandschaft des Berner Mittellands zu einem weltweiten Exportschlager gemausert. Längst werden rund um den Globus zahlreiche Varianten hergestellt. Sie unterscheiden sich zum Teil deutlich vom erst seit 2006 herkunftsgeschützten Original. Wer echten Emmentaler verkosten möchte, muss beim Kauf also genau hinschauen oder fährt direkt ins gleichnamige Tal mit seinen vielen Dorfkäsereien. Die Bauernbetriebe des Emmentals mit ihren stattlichen Häusern und ihrer Milchviehzucht liefern die Grundlage für die Herstellung dieses Schweizer Klassikers.

  • Je nach Reifegrad schmeckt der Emmentaler mild, süßlich und nussartig, kräftig-pikant oder ausgeprägt würzig.
  • Die Schweiz musste sich gegen Einsprüche aus diversen Ländern durchsetzen, um die Marke Emmentaler erfolgreich schützen zu lassen.
  • In der ganzen Schweiz finden rund ums Jahr verschiedenste Käsefeste statt.
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Normandie

Cremiger Camembert
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Der französische Weißschimmelkäse zählt zu den berühmtesten und beliebtesten Sorten in aller Herren Länder. Auch der Camembert hat seinen Namen von dem Ort, in dem er ursprünglich hergestellt und 1708 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Allerdings hatte die damalige kleinere und bräunliche Version aus der Normandie wohl noch nicht viel mit dem heutigen Käse gemein. Im 19. Jahrhundert setzte der Camembert von seiner Heimat mit den imposanten Steilküsten in Nordfrankreich zu seiner erfolgreichen Reise durch die Welt an.

  • Der klassische Camembert wiegt etwa 250 Gramm, ist von einer weißen Edelschimmelrinde überzogen und schmeckt leicht scharf und nussig.
  • Selbst das Käsemuseum im Dorf Camembert zelebriert seinen Käse: Es ist wie ein Camembert geformt.
  • Der bayerische Obatzte hat sich zur Verwertung von überreifem Camembert etabliert: Reichlich Butter, Rahm oder Quark sowie Zwiebeln, Kümmel und viel Paprikapulver überdecken den unangenehmen Ammoniakgeruch.
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Rom

Geschichtsträchtiger Pecorino Romano
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Ortstypischer Käse lässt sich nicht nur bei einem Urlaub auf dem Lande, sondern auch bei einer Reise nach Rom verkosten. Die Geschichte des Pecorino Romano geht bis in die Blütezeit der Ewigen Stadt zurück: Schon antike Autoren haben über den Schafsmilchkäse und seine Herstellung geschrieben. Heute ist Pecorino ein Sammelbegriff für verschiedene Sorten. Vier Typen sind namentlich geschützt und dementsprechend genau definiert. Der aromatische und sehr würzige Pecorino Romano ist einer davon. Er wird jedoch nicht nur in Rom, sondern auch auf Sardinien und in der Toskana gekäst.

  • Pecorino Romano schmeckt aromatisch und sehr würzig
  • Sardinien produziert seit dem 18. Jahrhundert den Großteil des Pecorino Romano.
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Grafschaft Somerset

Cheddar – mehr als Käse
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Höhlenmalereien und königliche Paläste. Dazu sattgrüne Wiesen und die imposante Felslandschaft der Cheddar Gorge. Cheddar kommt ursprünglich aus dem gleichnamigen, bis heute beschaulichen Dorf in den Mendip Hills, die als Gebiet von außerordentlicher natürlicher Schönheit unter besonderem Schutz stehen. Drumherum: Die Grafschaft Somerset mit den römischen Bädern von Bath, Schlössern und Apfelhainen. Kurzum: Es gibt viele Gründe, in die Heimat des Cheddar zu reisen. Der würzige Hartkäse aus Kuhmilch rundet die Reise geschmacklich ab.

  • Der erste schriftliche Beleg für einen Käse namens Cheddar stammt aus dem Jahr 1655.
  • 2014 wurden allein in den USA 1,4 Millionen Tonnen Cheddar produziert.
  • Original Cheddar und einen Einblick in seine Herstellung bietet die Cheddar Gorge Cheese Company.
  • 1903 wurde in einer Höhle der Cheddar Gorge das älteste vollständig erhaltene Skelett der Insel gefunden: der 9.000 Jahre alte „Cheddar Man“.
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Spanien

Windmühlen und Manchego
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Seine Ursprungsregion trägt auch der spanische Käseklassiker schon im Namen. Manchego bedeutet übersetzt „aus der Region La Mancha“. Genau dort, wo Cervantes seine berühmte Romanfigur Don Quijote im Wahn gegen die Windmühlen ankämpfen ließ. Die Mühlen gibt es immer noch und auf den Wiesen der Region grasen bis heute die Schafe der Manchega-Rasse. Nur Käse aus der Milch dieser Tiere darf sich Manchego nennen. Der je nach Alter sehr wandelbare Manchego ist der bekannteste Käse Spaniens und ein absoluter Tapas-Klassiker.

  • Das Geschmacksspektrum des Käses reicht von mild über süß-nussig bis zu einer deutlichen Pfeffernote.
  • Manchego wird in vier Altersstufen verkauft: vom Frischkäse (fresco), über die halbfesten Sorten halbreif (semicurado) und reif (curado) bis zum extrareifen Hartkäse (viejo).
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Grafschaft Greyerz

Würziger Gruyère fürs Käsefondue
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Es gibt viele Gründe, warum der Gruyère oder Greyerzer in dieser Liste nicht fehlen darf, zum Beispiel: Käsefondue. Ähnlich wie Käsespätzle wird das gesellige Gericht je nach regionaler Präferenz auch mit anderen Sorten und in zahlreichen Mischungen zubereitet. Doch Rezepte mit dem würzigen Schweizer Hartkäse zählen zu den beliebtesten. Eine Urkunde aus dem Jahr 1115 belegt die Käseherstellung im Greyerzerland. Die Grafschaft mit ihrer idyllischen Berglandschaft und den vielen Burgen hat das Handwerk längst zur Kunst gemacht.

  • Gruyère benötigt für seine Reifung ein höhlenartiges Klima.
  • Besonders hochwertig ist der Le Gruyère Premier Cru: Der erste Käse, der bei den World Cheese Awards viermal den Titel „Bester Käse der Welt“ gewann.
  • Insgesamt gibt es in der Schweiz etwa 450 Käsesorten.
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Die holländischen Käsehauptstädte

Exportschlager Gouda und Edamer
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Jedes Jahr produzieren die Niederlande 650.000 Tonnen Käse. Zwei Drittel gehen in den Export, allen voran die bekanntesten Sorten: Gouda und Edamer. Doch die Holländer haben noch viele andere Käsearten und zumindest in Deutschland sind auch Limburger, Maasdamer und Leerdamer wohlbekannt. Schon im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde in den Niederlanden Käse produziert. Bis zum Mittelalter hatten Herstellung und Handel einen festen Platz in der holländischen Kultur und schon vor 600 Jahren gab es in Gouda, Edam und Alkmaar Käsemärkte. Die gibt es bis heute – optimal für Käseliebhaber und Neugierige.

  • Der Gouda wurde 1184 erstmal urkundlich erwähnt.
  • Auf dem Edamer Käsemarkt wird der Käse in kleinen Booten angeliefert.
  • Alkmaar hat auch ein Käsemuseum und eine eigene Käseträgergilde.
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Roquefort-sur-Soulzon

Frankreichs erster geschützter Käse
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Gerade einmal rund 600 Einwohner zählt das Dörfchen Roqeufort-sur-Soulzon im Süden Frankreichs. Mehrere Höhlen in der kargen Region liefern ein optimales Reifeklima für die edle Blauschimmelsorte aus roher Schafsmilch. Die Roquefort-Produktion in dem von Felsen gesäumten Dorf ist bereits für das 11. Jahrhundert belegt, bis heute prägen Käsereien das Ortsbild. Die meisten stehen Besuchern für Besichtigungen offen. Wer nach der Verkostung der Traditionssorte etwas Bewegung braucht, findet in den nahegelegenen National- und Naturparks optimale Bedingungen für einen Verdauungsspaziergang.

  • Der Nationalpark Cevennen ist nur gut 50 km vom Dorf entfernt und auch die Camargue, der Naturpark Haute Languedoc und Montpellier sind nicht weit.
  • Roquefort wird ausschließlich aus der Milch der Lacaune-Schafe hergestellt.
  • Frankreich schützte seinen Roquefort 1925 als ersten Käse mit einer kontrollierten Herkunftsbezeichnung.
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Kalifornien

Monterey Jack – Favorit der Westküste
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Die US-Amerikaner essen am liebsten Mozzarella und Cheddar, doch das Land hat auch eigene Käsesorten. Neben dem Exportschlager Philadelphia ist der Monterey Jack aus Kalifornien bekannt und beliebt. David Jacks schaute sich um 1890 die Käsereikunst der Franziskaner im Monterey County für seinen Kuhmilchkäse ab. Heute ist er in vielen Reifegraden und Variationen, zum Beispiel mit grünem Pfeffer, besonders im Westen der Vereinigten Staaten sehr verbreitet. Das Monterey County begrüßt Besucher zudem mit der romantischen Küstenstraße 17-Mile Drive und der Naturidylle des Garrapata State Park.

  • Seit 1955 ist der Name des Käses als Monterey Jack festgelegt.
  • Die Stadt Monterey liegt etwa 1,5 Autostunden südlich von San José. Von dort aus sind es noch einmal gut anderthalb Stunden bis nach San Francisco.
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Käseschmelzerkanton Wallis

Die Heimat des Raclette
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Beim Raclette ist der Name voll und ganz Programm. Der beliebte Kuhmilchkäse und das nicht minder beliebte Gericht teilen sich ihren Namen aus gutem Grund: Raclette kommt von „racler“, was im französischen Walliserdialekt „schaben“ bedeutet. Beim echten Raclette nach Walliser Art wird nämlich die obere Schicht eines halbierten Laibs an der Glut eines Feuers nicht nur geschmolzen, sondern auch gegrillt, geräuchert und schließlich abgeschabt. Wer die Originalversion bei einem Urlaub im Wallis genießen möchte, kann sich auch auf so berühmte Berge wie das Matterhorn, historische Schlösser, mittelalterliche Städte, Thermalbäder und Golfplätze freuen.

  • Original Walliser Raclette schmeckt viel intensiver als industriell gefertigte Sorten.
  • Schon Dokumente aus dem Jahr 1574 belegen das Käseschmelzen im Wallis.
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Norditalien

Parmesan – weltberühmter Klassiker
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Der Parmesan ist der König aller Reibekäse. Der Parmigiano Reggiano bringt immer auch viel Geschichte auf den Teller. In seiner Ursprungsregion wird er seit 800 Jahren in fast unveränderter Art und Weise hergestellt. Heute dürfen nur fünf norditalienische Provinzen den würzigen Extrahartkäse aus Kuhmilch herstellen: Bologna, Mantua, Modena, Parma und Reggio Emilia. Alle liegen mittig am Ansatz des Stiefels. Allein Bologna und Modena warten mit jeder Menge historischer Sehenswürdigkeiten und Kultur auf. Shakespeare ließ seinen Romeo nach Mantua verbannen und in Parma gibt es natürlich nicht nur Käse, sondern auch den weltberühmten Parmaschinken.

  • Der Parmesan ist seit 1955 in Italien ursprungsgeschützt, in der EU seit 1996.
  • Casanova behauptet in seinen Memoiren, dass der Parmesan aus der Provinz Lodi stammt.
  • Parmesan gibt es in fünf Altersklassen: zwölf Monate (nuovo), 24 Monate (vecchio), 36 Monate (stravecchio), 48 Monate (stravecchione) und den nur sehr selten produzierten, 72 Monate alten extra stravecchione.
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Menorca

Mahón – der traditionsreiche Inselkäse
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Mallorca hat die Paprikastreichwurst Sobrasada, Menorca den Mahón. Der traditionelle Hartkäse wird ausschließlich auf der Baleareninsel produziert und ist nach ihrer Inselhauptstadt benannt. Seit jeher ist der Mahón ein Wahrzeichen Menorcas. Über Jahrhunderte gaben Väter die sehr alten Herstellungsverfahren an ihre Söhne weiter. Der helle bis sattgelbe Käse ist deshalb eng mit der Geschichte der Viehzucht und der Gastronomie der Insel verknüpft. Menorca selbst trumpft mit viel Ruhe, idyllischer Landschaft und traumhaften Stränden mit weißem Sand und glasklarem, türkisenem Wasser auf.

  • Mahón hat eine quadratische Form. Ecken und Kanten sind abgerundet.
  • Reifer Mahón hat einen sehr ausgeprägten, intensiven und facettenreichen Geschmack.
  • Keramikfunde auf Menorca weisen darauf hin, dass auf der Insel schon 2000 v. Chr. Käse hergestellt wurde.
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Lesbos

Altertümlicher Feta
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Seit dem Altertum käsen die Griechen ihren berühmten Salzlakenkäse aus Schafs- oder Ziegenmilch. Im 17. Jahrhundert bürgerte sich der Name Feta ein, vom italienischen „fetta“ für Scheibe. Denn schon damals wurde der Käse auf dem Festland und in der ehemaligen Präfektur Lesbos in Scheiben geschnitten und in Fässern mit Salzlake gelagert. Der Feta mag nicht nur auf der Insel besonders typisch sein, doch mit einer kontrastreichen Landschaft, schönen Stränden und viel Geschichte bietet Lesbos eine besonders malerische Kulisse für den köstlichen Feta-Genuss.

  • Schon Homer erwähnt den Feta in seiner Odyssee.
  • Welcher Käse sich wirklich Feta nennen darf, war 2005 Gegenstand eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs.
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Zypern

Mittelmeerspezialität Halloumi
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In Deutschland mag sich Halloumi vor allem in den letzten Jahren in den Dönern und auf den Tellern verbreitet haben. In Ländern wie Griechenland, der Türkei, dem Libanon, Ägypten, Libyen und Zypern wird der Käse seit mehr als 2.000 Jahren hergestellt und gegessen. Halloumi ähnelt Mozzarella, ist aber fester, würziger und von beim Kauen amüsant quietschender Konsistenz. Besonders in Zypern zählt der Käse gegrillt oder gebraten zu den absoluten Standardgerichten. Sie liefern die gastronomische Komponente für einen Urlaub auf der sonnigen Insel mit bewegter Geschichte und abwechslungsreicher Landschaft.

  • Der Halloumi stammt als Urform der Käsezubereitung aus Altägypten bzw. Arabien.
  • Die Schreibweise Halloumi belegt die Kolonialzeit auf Zypern: Sie geht auf die Briten zurück, die den Käse von Zypern nach Australien brachten.

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Über den Autor

Julia Wöhrle

„Mich brennt's in meinem Reiseschuh“ habe ich schon als Kind bei den mir unliebsamen Wanderurlauben in den Alpen geträllert. Inzwischen entscheide ich selbst, wo die Reise hingeht: Mal nach Island, mal nach Belize, aber dann war es doch immer wieder Spanien und ganz besonders oft und gerne Sevilla. Meine Begeisterung für fremde Länder, Menschen, Sitten und Gerichte fließt immer auch in meine Blogartikel ein.