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Kanaren Inselvergleich: Welches Eiland passt zu mir?

Inselguide Kanaren: Emotion III

Strahlende Sonne, tiefblaues Meer und ganzjährig milde Temperaturen findet ihr auf allen sieben Kanareninseln. Da fällt die Wahl des Urlaubsziels schwer, so scheint es. Doch weit gefehlt, denn die Eilande unterschieden sich deutlich voneinander und bieten für jeden Urlaubstyp ein ideales Reiseziel. Damit ihr nicht lange recherchieren müsst, zeigen wir euch, wo Aktivurlauber die schönsten Wanderwege, Tauch- oder Surfspots finden, wo Badenixen und Strandläufer auf ihre Kosten kommen und auf welcher Insel ihr märchenhafte Naturschätze entdecken könnt.

Alle Kanarischen Inseln auf einen Blick

Teneriffa

Der Allrounder
Spanien: Teneriffa

Mit 2.034 Quadratkilometern ist Teneriffa perfekt für Entdecker-Rundreisen mit dem Mietwagen, denn sie ist mit Abstand die größte und auch die wohl abwechslungsreichste Kanareninsel. Das sprichwörtliche Highlight ist dabei natürlich der erloschene Vulkan Pico del Teide, dem mit 3.718 Metern höchsten Berg Spaniens. Durch den Passatwind ist es im Norden häufig sonniger als im Süden, wo Badeurlauber jedoch deutlich mehr und längere Sandstrände vorfinden. Im Norden erinnert die üppige Vegetation, mit wild wachsenden Weihnachtssternen und Strelitzien, ein wenig an tropische Ziele wie Hawaii. Vor allem im fruchtbaren Orotava-Tal wirkt Teneriffa noch wie ein unberührtes Naturparadies. In der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerif befindet sich zudem der größte Palmengarten Europas.

Schroffer, doch ebenfalls wunderschön, zeigt sich hingegen das Anaga-Gebirge im Nordosten sowie der Teide im Zentrum der Insel. Die Namen der Orte Costa Adeje, El Medano oder Playa De Las Américas lassen hingegen die Herzen von Badeurlaubern höher schlagen. Denn im trockeneren Süden Teneriffas findet ihr die meisten und längsten Sandstrände. Unzählige Tauchbasen lassen auch bei Unterwasserfans keine Wünsche offen, denn hier kommen auch Anfänger in den Genuss großartiger Tierbegegnungen, Wale eingeschlossen. Mit zwei internationalen Flughäfen ist die Anreise ab Deutschland denkbar einfach. Von unzähligen Airports aus bestehen Direktverbindungen.


Teneriffa im Urlaubscheck

Bewertung Teneriffa

Fazit: Auf der größten der Kanaren werden so ziemlich alle glücklich. Die Anreise ist per Direktflug möglich, es gibt viele sehr gute Hotels auf Teneriffa und der Natur ist so abwechslungsreich wie auf keiner anderen Insel. Teneriffa ist auch die meistbesuchte Insel der Kanaren, was durch die Größe jedoch etwas relativiert wird. Nur an den Hotel-Hochburgen kann es in der Hauptsaison etwas voller werden.

Fuerteventura

Mekka für Sonnenanbeter und Surfer
Spanien: Fuerteventura - Corralejo

Wenn es etwas auf Fuerteventura nicht gibt, dann ist das Regen. Denn mit nur 800 Metern ist die Insel einfach zu niedrig, als dass sich die Wolken aus Afrika hier abregnen müssten. Da auch noch stetig ein kräftiger Wind über die Insel bläst, gibt es hier nur sehr spärliche Vegetation, die Landschaft zeigt sich von ihrer kargen Seite. Neben einigen, nur hier heimischen Eidechsenarten, gibt es auf Fuerteventura auch die Kragentrappen, ein bis zu 60 Zentimeter großer Laufvogel. Wer doch ein wenig Grün und exotische Tiere sehen will, besucht den Oasis Park in La Lajita.

In freier Natur bieten die schroffen Felsen einen tollen Kontrast zum tiefblauen Meer und der Wind hat Unmengen an feinem Sand angehäuft. Dadurch können sich Urlauber auf Fuerteventura über die längsten und schönsten Strände auf den Kanaren freuen, an denen man prima endlose Spaziergänge unternehmen kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Auch eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Insel wird von den Naturgewalten geformt. Am Strand von Corralejo im Nordosten treibt der Wind im Wanderdünengebiet El Jable den Sand unablässig landeinwärts und türmt ihn bis zu zehn Meter hoch auf. Dadurch bietet Fuerteventura, trotz ihrer Größe und der guten Verkehrsanbindung, durchaus Platz für Ruhe und Erholung.


Fuerteventura im Urlaubscheck

Bewertung Fuerteventura

Fazit: Fuerteventura ist perfekt zum Baden, denn größere und einsamere Sandstrände findet ihr nirgends auf den Kanaren. Entsprechend gibt es viele tolle Hotels auf Fuerteventura. Dank kräftigem Wind ist es auch bei Surfern ein beliebter Spot. Natürlich hat die Insel auch einige sehenswerte Orte, punktet jedoch vor allem mit ihren Küsten und dem Meer drum herum. Die Anreise erfolgt direkt über den internationalen Flughafen von vielen deutschen Airports aus. Entsprechend gut besucht ist die Insel auch in der Hochsaison.

Gran Canaria

Perfekte Urlaubsinsel mit zwei Gesichtern
Spanien: Gran Canaria - Maspalomas

Gran Canaria ist für viele der Inbegriff eines Urlaubsziels mit Sonnengarantie, immerhin regnet es hier im Schnitt nur an rund vierzehn Tagen im Jahr. Wobei sich das meiste davon auf die Nordhälfte der Insel beschränkt. Der Süden ist daher als absolutes Badeparadies bekannt, mit flach abfallenden und daher für Familien mit Kindern bestens geeigneten Sandstränden. Auf den Flaniermeilen der Urlauberhochburgen Maspalomas und Plaja Del Ingles lässt es sich hervorragend Shoppen und abends auch feiern. Gleiches gilt ebenfalls für Las Palmas, das obendrein noch eine sehenswerte Altstadt zu bieten hat. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit will, muss diese jedoch auf einer Tour durchs Inselinnere suchen.

Für ein Schauspiel der besonderen Art sorgt hingegen das Gebirge im Zentrum der Insel, rund um den erloschenen Vulkan Pico de las Nieves. An ihm steigen die Wolken aus dem Nordosten auf, die Feuchtigkeit fällt dabei jedoch selten als Regen, sondern bildet einen feinen Nebel, der den für die Kanaren so typischen Lorbeerwald in eine mystische Szenerie verwandelt. Manchmal schwappen die Wolken auch wie Wasser über den Bergkamm und lösen sich in der von Saharawinden erhitzen Luft schlagartig auf. Ein wahrhaft überwältigendes Schauspiel! Während der Norden Gran Canarias bei Surfern hoch im Kurs steht, gibt es für Taucher vor allem im Süden und Osten besonders viel zu entdecken; rund um die Insel können mehrere Schiffs- und sogar ein U-Boot-Wrack ertaucht werden!


Gran Canaria im Urlaubscheck

Bewertung Gran Canaria

Fazit: Die Insel, die der Gruppe ihren Namen gibt, ist das Parade-Urlaubsziel. Sie ist leicht erreichbar, dank internationalem Flughafen mit Direktanbindung an viele deutsche Städte, zudem gibt es ein reiches Angebot an Top-Hotels auf Gran Canaria. Der Süden lockt die Badefans mit langen Sandstränden und hohen Dünen, der Norden ist eher etwas für Naturfreunde, Wanderer und Biker. Doch auf Rundfahrten mit dem Mietwagen lohnen sich. Zudem gilt Gran Canaria als einer der Tauchhotspots im östlichen Atlantik. Dafür muss man die Insel mit vielen anderen Urlaubern teilen.

Lanzarote

Heißer Tipp für Genießer
Inselguide Kanaren: Lanzarote - Kaktusgarten

Obwohl alle Kanarischen Inseln einst durch Vulkanismus entstanden sind, ist das Feuer der Erde hier noch am deutlichsten zu spüren und manchmal auch zu sehen. Bereits wenige Meter unter der Oberfläche herrschen 400 Grad. Genug, dass Parkwächter im Timanfaya-Nationalpark in Erdlöchern Strohballen entzünden und Wasser zum Verdampfen bringen können. Doch der fruchtbare Vulkanboden eignet sich ebenfalls hervorragend zum Weinanbau, der aufgrund der günstigen Bedingungen nicht an Berghängen, sondern traditionell in kleinen Erdsenken angepflanzt wird.

Auch für Badeurlauber hält die Vulkaninsel ein paar Überraschungen bereit. Denn vor allem an der windgeschützten Ostseite wechseln sich Traumstrände mit typisch weißem und tiefschwarzem Vulkansand ab, wobei einer schöner und länger als der andere zu sein scheint. An der Nordküste sorgt der stetige Passatwind hingegen für beeindruckende Wellen, über die sich vor allem Surfer freuen. Ein besonderes Erlebnis ist auch ein Dromedar-Ritt durch die unwirkliche Lavalandschaft im Süden der Insel!


Lanzarote im Urlaubscheck

Bewertung Lanzarote

Fazit: Lanzarote sieht und spürt man das vulkanische Erbe an, daher ist sie perfekt für alle, die außergewöhnliche Landschaften lieben. Dank tollem Wein aus eigenen Anbaugebieten, leckerer, spanischer Küche und luxuriösen Hotels, ist Lanzarote jedoch auch ein Fest für Genießer! Die nordöstlichste der Kanaren bekommt zudem die volle Breitseite des Passatwinds ab, weshalb sie nahezu perfekte Bedingungen für Surfer bietet. Die Anreise ist einfach, der internationale Flughafen wird von einigen deutschen Airports aus angesteuert.

La Palma

Grüne Oase der Ruhe
Inselguide Kanaren: La Palma - Gebirge - Wandern

Wer mit der trockenen und schroffen Schönheit der östlichen Kanaren nichts anfangen kann, für den ist La Palma das perfekte Ziel. Denn die Insel macht ihrem Namen alle Ehre, und hat neben der (groben) Form des gleichnamigen Gewächses auch die entsprechende Farbe: strahlend Grün! Doch auch hier fällt relativ wenig Regen. An den steilen Berghängen im Nordosten der Insel filtern die kanarischen Kiefern mit ihren extrem langen Nadeln jedoch das Zwei- bis Dreifache der Niederschlagsmenge aus den feuchten Wolken. Dieser stetigen Wasserzufuhr verdankt die Insel ihre üppige und abwechslungsreiche Natur und Pflanzenwelt.

Natürlich gibt es auch auf La Palma ein paar wunderschöne Strände mit schwarzem Vulkansand, doch aufgrund der extrem steilen Küsten, ist die nordwestlichste der Kanaren nur bedingt zum Baden. Vielmehr zieht die Insel Urlauber an, die einige ruhige Tage einem wunderschönen Naturidyll verbringen wollen und auf einem dichten Netz gut ausgebauter Wanderwege die Wälder, Schluchten und Ausblicke aufs Meer in sich aufsaugen. Viele der schönsten Orte auf der Insel sind nur zu Fuß und nicht mit dem Auto erreichbar. Doch auch Taucher finden hier einzigartige Bedingungen vor. Da La Palma nicht nur über Wasser sehr steil ist, fällt der Meeresboden hier sehr schnell in große Tiefen ab. Daher können hier selbst ungeübte Unterwassersportler in relativer Ufernähe auf Giganten der Ozeane treffen, wie Wale oder Walhaie.


La Palma im Urlaubscheck

Bewertung La Palma


Fazit: Wer exotische Pflanzen und Tiere erleben will, jedoch keine großen Umwege gehen möchte, ist auf La Palma goldrichtig. Die Insel heißt nicht umsonst auch das grüne Juwel oder die schöne Insel, denn die Feuchtigkeit, die der Kiefernwald dem Boden zuführt, macht aus dem Norden der Insel ein verzaubertes Naturparadies. Ideal für Wanderungen, Radtouren oder Ausflüge mit dem Mietwagen. Der Massentourismus, wie auf den größeren Inseln, hat sich hier nie durchgesetzt. Entsprechend könnt hier einen ruhigen Urlaub verbringen. Taucher begegnen hier den Riesen der Meere. Die Anreise zum internationalen Flughafen der Insel ist von einigen deutschen Städten aus möglich.

La Gomera

Exotischer Rückzugsort für Aktive
Inselguide Kanaren: La Gomera - Klippe

Raus und dem Flieger und rein ins Hotel ist auf der zweitkleinsten der sieben Hauptinseln der Kanaren nicht möglich. Denn die einstige Hippie- und Aussteiger-Hochburg verfügt erst seit 1999 überhaupt über einen Flughafen, der jedoch zu klein für große Urlaubsflieger ist. Wer das exotische Paradies abseits des Massentourismus entdecken will, muss in Teneriffa umsteigen. Entsprechend unberührt zeigt sich La Gomera auch seinen Besuchern. Statt riesiger Hotelburgen verteilen sich kleine Ferienhäuser und Fincas über die ganze Insel, die sich in üppige Wälder, farbenfrohe Gärten weite Palmenhaine schmiegen. Selbst in Vale Gran Rey, dem größten Touristenzentrum im Westen der Insel, findet sich kein Bau mit mehr als zwei Stockwerken, die sonst den atemberaubenden Blick auf die schroffen Berghänge verdecken würden.

Ähnlich wie Gran Canaria besteht auch La Gomera fast vollständig aus Gebirge, allerdings liegt hier im Zentrum ein fruchtbares Tal, in dem der größte, zusammenhängende Lorbeerwald der Erde gedeiht, der zu ausgiebigen Wanderungen einlädt. Wer La Gomera erkunden will, bekommt mit dem Mietwagen nur einen Bruchteil zu sehen, oder benötigt eine gute Kondition. Denn das stetige Auf und Ab verlangt Wanderern und Radfahrern einiges ab. Doch wer tapfer bleibt, wird belohnt: Neben der Handvoll Strände in den Badeorten gibt es rund um die Insel, versteckte, menschenleere Buchten, die nur zu Fuß erreichbar sind. Ähnliches gilt auch für den Atlantik, wo Taucher eine abwechslungsreiche Unterwasserwelt vorfinden. Während im ruhigen Süden und Westen auch Anfänger Papageienfischen, Delfinen, Walen und Schildkröten begegnen können, gelten die Reviere im Norden und Osten als traumhaft schön, aber anspruchsvoll.


La Gomera im Urlaubscheck

Bewertung La Gomera

Fazit: Wer raus aus dem Alltag und rein in die Natur will, ist auf La Gomera richtig. Da die Anreise per Umsteigen auf Teneriffa erfolgt, kommen deutlich weniger Touristen auf das Eiland. Entsprechend idyllisch und unberührt sind die Wälder, Buchten und Schluchten der Insel. La Gomera ist ein wahres Mekka für aktive und wanderlustige Urlauber. Einige Strände locken zum Planschen, für einen reinen Badeurlaub solltet ihr jedoch eine andere Insel ansteuern.

El Hierro

Geheimtipp zum Entschleunigen des Alltags und Tauchen
Spanien: Kanaren - El Hierro

Wer einen Fuß auf die kleinste der Kanarischen Insel setzt, versteht sofort, warum sie lange als äußerstes Ende der Welt galt. Und auch heute, scheint die moderne und vor allem hektische Zeit einen großen Bogen um das kleine Inselparadies gemacht zu haben. Größere Hotels gibt es nicht, stattdessen nächtigen Besucher in kleinen Casas oder Villen, meist mit traumhaftem Blick aufs Meer. Die Anreise erfolgt per Inselflieger ab Gran Canaria und Teneriffa. Von der größten Karareninsel aus verkehren auch regelmäßig Fährschiffe, die auch Tagestouren nach La Gomera ermöglichen. Dennoch ist man auf dem kleinen Eiland vor allem eins: für sich allein.

Bademöglichkeiten sind eher rar gesät. Die wenigen naturbelassenen Kies- und Sandstrände sind dafür wahre Kleinode, eingerahmt von beeindruckenden vulkanischen Felsformationen, mit buntem Sand oder Naturschwimmbecken. In Letzteren kann auch ohne Wellen entspannt und geplanscht werden. Denn sonst herrscht an den Stränden von El Hierro eine kräftige Brandung, was auch das Schnorcheln etwas erschwert. Tauchen ist dank des glasklaren Wassers und der abwechslungsreichen Unterwasserwelt ein Muss. Besonders beeindruckend ist der El Bajón, ein Unterwasservulkan, der sich nach seinem Ausbruch 2011 aus rund 100 Metern Tiefe bis auf 15 Meter unter die Oberfläche wölbte und heute einen der schönsten Tauchsports Spaniens bildet.


El Hierro im Urlaubscheck

Bewertung El Hierro

Fazit: In El Hierro scheint die Zeit stehen zu bleiben. Massentourismus ist ein Fremdwort, hier könnt ihr die Kanaren noch authentisch erleben. Die Natur auf der Hochebene, die praktisch die gesamte Insel bildet, ist daher ebenfalls nahezu unberührt. Da jedoch rund 90 Prozent der Küste steil ins Meer abfallen, ist Baden hier eher schwierig. Die starke Brandung tut ihr Übriges. Dafür gilt El Hierro bei Tauchern nach wie vor als Geheimtipp.


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Über den Autor

Holger Zehden

Egal ob neue Flugroute, skurrile Verkehrsregeln im Ausland oder Tipps für einen gelungenen Urlaub: Als Online-Redakteur im Reisebereich von CHECK24 bin ich für News und Blogbeiträge rund um die Themen Mietwagen, Urlaub, Flug und Hotel verantwortlich. Da ich privat wie beruflich bereits kreuz und quer durch Europa und die Welt reisen durfte, kann ich vieles aus persönlicher Erfahrung berichten.