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Trotzdem fortfahren

Reisen und Psyche:
Spiritualität, Selbstfindung und mentale Gesundheit

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„Ich muss mal wieder raus, reisen, den Kopf frei bekommen!“ Dieser Gedanke wird euch zweifelsohne bekannt vorkommen. Schon Wochen vorher fiebern viele auf die nächste Reise hin, die eine Abwechslung zum Alltag bietet. Doch nicht nur als Flucht aus dem täglichen Leben wird das Verreisen gern genutzt: Reisen zur Selbstfindung und achtsames Reisen sind im Trend, jedes Jahr pilgern hunderttausende Menschen zu wichtigen religiösen Orten und nicht wenige sagen, dass das Reisen ihren Blick auf die Welt verändert hat. In diesem Artikel wollen wir umreißen, was das Reisen mit unserer Psyche zu tun hat und wie vielfältig dieses Thema betrachtet werden kann.

Reisen und Spiritualität

Kloster Lluc - Mallorca

Spirituelle Reisen unternehmen Menschen schon seit Jahrtausenden. Was mit Pilgerfahrten und dem Besuch von Orakeln begann, hat sich zu einem Trend entwickelt, der mittlerweile nicht nur rein religiös motivierte Reisen beinhaltet. Die Welttourismusorganisation geht zum Beispiel davon aus, dass derzeit etwa ein Drittel aller Reisen spiritueller oder religiöser Natur sind.


Pilgern und religiöses Sightseeing

Nach der Veröffentlichung des Reiseberichts „Ich bin dann mal weg“ des Komikers und Moderators Hape Kerkeling stieg die Zahl der deutschen Pilgerinnen und Pilger auf dem Jakobsweg merklich an. Pilgern war plötzlich nicht länger die Urlaubsgestaltung von strenggläubigen Menschen, sondern eine Aktivität, aus der alle viel ziehen können. Bekanntester Pilgerweg in Europa ist der Camino Francés, der zum System der Jakobswege gehört. Er führt vom französischen Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port bis nach Santiago de Compostela ganz im Nordwesten Spaniens. Mittlerweile sind die unterschiedlichsten Menschen aus unzähligen verschiedenen Gründen auf Pilgerwegen unterwegs. Beim Pilgern kommt ihr nicht nur mit euch selbst ins Gespräch, sondern findet Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, schließt Freundschaften und lernt spannende Menschen aus aller Welt kennen. Und egal, wie es um euren Glauben bestellt ist, ein prägendes Erlebnis ist ein solche Reise auf jeden Fall.

Ihr müsst jedoch nicht gleich für mehrere Wochen die Wanderschuhe schnüren, um auf Reisen spirituelle Erlebnisse zu sammeln. Fast alle von euch werden im Urlaub schon Kirchen besucht haben. Vielleicht habt ihr dort auch eine Kerze angezündet, ein kurzes Gebet gesprochen oder für einige Zeit innegehalten. Schon das sind spirituelle Erlebnisse auf einer kleineren Ebene, die uns Kraft geben können. Auch der Besuch des Vatikans oder Reisen nach Israel halten für jede und jeden, unabhängig von Konfession und religiöser Zugehörigkeit, besondere Momente bereit, die für die einen magisch, für die anderen bewegend und für wieder andere hochinteressant sind.


Urlaub im Kloster

Ein Aufenthalt im Kloster ist ein Erlebnis, das nicht nur für religiöse Menschen sehr eindrücklich sein kann. Hier taucht ihr in das Leben der Nonnen und Mönche ein und erlebt, wie der Alltag in einer solchen Gemeinschaft aussieht. Die Gründe dafür sind so vielseitig wie die Gäste: Von reinem Interesse über die Suche nach innerer Ruhe bis hin zum Wunsch, vielleicht selbst in ein Kloster einzutreten und vorher zu erproben, ob Vorstellung und Realität übereinstimmen. Wer einmal eine Auszeit im Kloster genommen hat, wird sich daran wahrscheinlich sein Leben lang erinnern.

Hier könnt ihr im Kloster übernachten: 

  • Kloster St. Marienthal: Die Zisterzienserinnen des Klosters St. Marienthal bei Görlitz begrüßen ihre Gäste in einer prächtigen Anlage aus dem Barockzeitalter. Ihr übernachtet in schlichten, aber komfortablen Zimmern und könnt die wundervolle Landschaft der Oberlausitz erkunden sowie die Stille im Kloster genießen. Zudem werden regelmäßig Workshops angeboten und ihr kommt mit den Schwestern ins Gespräch.
  • Kloster Ettal: Die Benediktinerabtei gehört zu den bekanntesten Klosteranlagen Deutschlands und wartet mit imposanten Barock-Gebäuden auf. Im Kloster selbst werden nur Männer beherbergt, die dann am Alltag der Mönche teilhaben können. Direkt neben der Anlage befindet sich das Hotel Klosterhotel Ludwig der Bayer, in dem jede und jeder unterkommen kann, um das Kloster zu besuchen.
  • Kloster Arenberg: Die freundlichen Räumlichkeiten dieses Dominikanerinnenklosters in Koblenz laden euch zu einem entspannten Aufenthalt ein. Neben einem kleinen Klosterpark findet ihr hier auch einen Wellnessbereich, Ausstellungs- und Tagungsräume sowie die Klosterbibliothek. Mit den Schwestern könnt ihr zudem jederzeit anregende Gespräche führen.
  • Abtei Königsmünster: In Meschede im Sauerland begrüßt das Benediktinerkloster seine Gäste zu Meditationsaufenthalten, Klosterführungen sowie zum Rückzug in die klösterliche Ruhe. Im Jahr 1995 zog sich Campino, Sänger der Band Die Toten Hosen, in das Kloster zurück und wurde dort zu einem Teil der Songtexte des Albums „Opium fürs Volk“ inspiriert.


Yoga und Meditation

Yoga-Retreats und Meditationsreisen boomen angesichts einer digitalisierten Welt, in der wir jederzeit erreichbar sein können. Da klingt es für viele verlockend, für einige Zeit Smartphone, Tablet und Co. beiseite zu legen und sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Yoga in Indien und Meditation auf Bali sind zwar häufig Traumvorstellungen, doch für inspirierende Reisen in die innere Mitte müsst ihr nicht unbedingt weit weg fliegen. Auch Yoga am Nordseestrand und innere Einkehr im buddhistischen Kloster im Allgäu bringen euch wieder mehr ins Gleichgewicht.

Unterkünfte für euren Yoga- und Meditationsurlaub: 

Ananda In The Himalayas

Dieses Luxusresort ist im ehemaligen Palast des Maharadschas von Tehri Garhwal im Norden Indiens untergebracht. Es liegt majestätisch auf 1.300 Metern Höhe am Fuß des Himalayas.

Strandgut Resort

Das Strandgut Resort in St. Peter-Ording bietet regelmäßig Meditationsseminare sowie Yogakurse an. Außerdem könnt ihr die wilde Natur Nordfrieslands genießen und in ihr Kraft tanken.

Hotel Schwarzschmied

Nicht ganz Himalaya, aber trotzdem atemberaubende Berglandschaft: Das Hotel Schwarzschmied liegt in Lana in Südtirol und ist der perfekte Rückzugsort für Wellness-liebende Yogis.


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Meditation
Meditation existiert bereits seit über 5.000 Jahren und stammt aus dem indischen und ostasiatischen Raum. Ziele der Meditation sind Entspannung sowie die Reduktion von Stress und Nervosität. Dies wird durch Konzentration auf die Gegenwart und allgemeine Achtsamkeit erreicht. Mithilfe bestimmter Atemtechniken könnt ihr innerer Unruhe gezielt entgegenwirken und so zum Beispiel schneller einschlafen oder euch in stressigen Situationen beruhigen. Eine der beliebtesten Techniken stellt dabei die „4-7-8-Methode“ dar:

Dafür atmet ihr vier Sekunden tief in den Bauch ein, haltet die Luft dort für sieben Sekunden und atmet acht Sekunden lang auf einen „Pfff-Laut“ durch die Lippen aus. Nach drei bis vier Wiederholungen werdet ihr einen Effekt spüren.

Für Anfängerinnen und Anfänger gibt es ein vielfältiges Angebot an Meditations-Podcasts, bei Netflix findet ihr zudem die Serie „Headspace“, die sich perfekt eignet, um erste Schritte in Richtung Achtsamkeit und Mediation zu gehen.

Reisen als Alltagsflucht und im Arbeitskontext

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Selbstverständlich bietet eine Reise jeder und jedem von uns Abwechslung zum Alltag. Anstelle unseres Lebens mit Arbeit, Studium oder sonstigen Verpflichtungen treten täglich neue Eindrücke und Erlebnisse. Im Zuge der Digitalisierung lässt sich die Arbeit sogar mit Reisen verbinden, wodurch sich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern neue und inspirierende Möglichkeiten eröffnen, ihrem Job nachzugehen.


Mentale Erholung auf klassischen Urlaubsreisen

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Ihr kennt es sicher auch: Steht der nächste Urlaub an, werden die Tage gezählt, Aktivitäten geplant und je näher der Abreisetag rückt, desto mehr Platz nehmen die Gedanken an die kommende Reise ein. Studien zeigen, dass Menschen, die mehrere Jahre lang auf Urlaub verzichten, anfälliger für Krankheiten werden. Durch eine Reise fühlen wir uns allgemein fitter und gesünder. Dafür müsst ihr nicht einmal unbedingt einen mehrwöchigen Trip ins Nirgendwo unternehmen, sondern könnt auch einfach bequem eine Pauschalreise buchen. Außerdem geht es nicht vordergründig darum, so weit weg wie möglich zu fliegen. Auch ein Urlaub in der Nähe bietet genug Erholung für die Psyche, solange ihr Sinnesreize, die euch stressen, auch nach kürzeren Distanzen hinter euch lassen könnt.

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Wichtiger als seine Entfernung oder Länge ist Qualität eures Urlaubs: Optimal ist ein Mix aus Entspannung und Aktivität. So bietet es sich neben Wellness und Spa-Besuchen an, etwas Wassersport zu treiben oder Wanderungen zu unternehmen. Allgemein hilft euch Sport (nicht nur im Urlaub) dabei, eure Stimmung zu verbessern, da körperliche Betätigung die Produktion des Glückshormons Endorphin fördert. Wenn ihr auf Reisen besondere Eindrücke sammelt, stimuliert das nicht nur euer Gehirn, ihr erlebt auch Momente, die euch noch Jahre danach im Gedächtnis bleiben und von denen ihr lange zehren könnt. Ebenso wichtig wie neue Eindrücke sind zwischenmenschliche Kontakte im Urlaub – sei es mit Freundinnen und Freunden, mit der Familie oder mit Locals.


Arbeit in einer Urlaubsumgebung

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Ihr sitzt mit dem Laptop an einem Schreibtisch, von dem aus ihr einen malerischen Sandstrand überblickt, das Fenster ist geöffnet, das Meer rauscht und exotische Vögel zwitschern in der Nähe. Ja, das klingt absolut verlockend. Workation heißt dieser Trend, der Arbeit (work) und Urlaub (vacation) miteinander verbinden möchte. Gerade im digitalen Zeitalter bieten immer mehr Unternehmen ihren Angestellten die Möglichkeit, außerhalb des Büros zu arbeiten. So könnt ihr euren Arbeitsplatz, wenn es euer Arbeitgeber erlaubt oder ihr selbstständig seid, für einige Tage oder Wochen ans Meer oder in die Berge verlegen. Die neue Arbeitsumgebung kann euch dabei helfen, eingefahrene Abläufe im Arbeitsalltag zu überwinden und neue Energie zu sammeln, fordert aber gleichzeitig auch eine ausreichende Vorbereitung und die Fähigkeit, Arbeit und Freizeit trennen zu können.

Gründe für Workations: 

  • Motivation und neue Impulse: Ein Tapetenwechsel kann dafür sorgen, dass ihr gewohnte Aufgaben mit neuem Elan angeht und damit produktiver arbeitet. Zudem bringen neue Impulse auch immer neue Blickwinkel und frische Inspirationen mit sich.
  • Alltag ohne Alltag: Arbeit in einer Urlaubsumgebung kann dazu führen, dass ihr euch in eurem Alltag wohler fühlt. Zwar habt ihr noch immer eure Arbeitsaufträge zu erfüllen, nach Feierabend wartet jedoch allerlei Abwechslung auf euch. Gerade, wenn ihr denkt, dass das Reisen bei durchschnittlich 29 Urlaubstagen im Jahr zu kurz kommt, stellt eine Workation eine spannende Alternative dar.
  • Kontaktpflege: Coworking-Spaces stellen die perfekte Möglichkeit zum Netzwerken dar. Vor allem, wenn ihr sonst vordergründig allein arbeitet, bringt das frischen Wind (nicht nur) in euer Arbeitsleben. So könnt ihr euch fachlich mit anderen Menschen austauschen, Kontakte knüpfen und euch international vernetzen.
  • Zusammenhalt im Team: Natürlich ist eine Workation nicht nur allein möglich. Einige Unternehmen nutzen die Vorteile der Arbeit in einer neuen Umgebung bereits, um Teams zusammenzuschweißen. Ihr verbringt dabei nicht nur eure Arbeitszeit mit Kolleginnen und Kollegen, sondern gestaltet ebenso große Teile eurer Freizeit gemeinsam. Das sorgt insgesamt für eine bessere Stimmung untereinander und eine höhere Arbeitszufriedenheit.


Der Traum vom Ausstieg auf Zeit

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Bei einem Sabbatical verabschiedet ihr euch für einige Monate von eurem Alltag und nutzt die Zeit für eure Bedürfnisse. Einen rechtlichen Anspruch auf den Ausstieg auf Zeit haben Beamtinnen und Beamte sowie Angestellte im öffentlichen Dienst, laut einer Studie unterstützt mittlerweile jedoch auch jedes fünfte privatwirtschaftliche Unternehmen Sabbaticals. Zur Finanzierung gibt es verschiedene Modelle: So ist es zum Beispiel möglich, das Arbeitsverhältnis für die Dauer der Auszeit ruhen zu lassen. Ihr könnt jedoch auch Arbeit in Teilzeit beantragen und trotzdem weiter Vollzeit arbeiten, bevor ihr anschließend genau dieselbe Zeitspanne über gar nicht arbeitet und trotzdem euer Teilzeitgehalt bezieht. Wichtig ist jedoch, dass ihr eure Pläne rechtzeitig mit dem Arbeitgeber absprecht.

Gründe für Sabbaticals sind vielfältig: Während einige ihren eigenen Interessen folgen oder sich beruflich neu orientieren wollen, möchten andere einem Burnout vorbeugen – ein großer Teil verbringt die gewonnene Zeit aber mit längeren Reisen. Nach einem Sabbatical habt ihr wieder neue Energie, die ihr, gemeinsam mit euren gesammelten Erfahrungen, in euer Privatleben sowie den Job reinvestieren könnt. Zudem seid ihr nachgewiesenermaßen weniger anfällig für stressbedingte Erkrankungen und ihr könnt euch dank der Auszeit lange gehegte Träume erfüllen, wovon eure psychische Gesundheit profitieren wird.

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Reiseideen für das Sabbatical:

  • Weltreise: Ein Traum, den sich die wenigsten erfüllen (können), ist eine Reise um die Welt. Auf einem einzigen Trip könnt ihr so mehrere Kontinente erkunden, Natur vom Hochgebirge bis hin zu tropischen Küsten genießen und spannende Kulturen kennenlernen. Den Planungsaufwand für die Reise eures Lebens solltet ihr jedoch nicht unterschätzen!
  • USA-Roadtrip: Eine Fahrt von Küste zu Küste durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist nicht weniger als spektakulär. Besorgt euch einen Camper und startet einen Roadtrip der Extraklasse von Ost nach West und wieder zurück. Tipp: Nehmt für die Rückreise nicht dieselbe Strecke, sondern fahrt einmal durch den Norden und einmal durch den Süden.
  • Neuseeland: Genießt die Hügel des Auenlandes, besteigt den Schicksalsberg oder erkundet malerische Fjordlandschaften am anderen Ende der Welt. Eine Reise nach Neuseeland mit seiner faszinierenden Kultur und der einmaligen Natur solltet ihr so lange wie möglich auskosten, denn gerade aus Nachhaltigkeitsgründen solltet ihr die über 18.000 Kilometer nicht zu häufig fliegen.
  • Reisen in die Einsamkeit: Manchmal kann es sehr heilsam sein, wenn an eurem Reiseziel keine großen Städte oder Menschenmengen warten. Nur ihr, die Natur und eure Gedanken. So könnt ihr, sofern ihr der Typ für solche Reisen seid, den Kopf klar bekommen. Empfehlenswerte Ziele für diese Art der Auszeit sind abgelegene Unterkünfte in Norwegen, Häuschen in Schwedens Traumlandschaften oder Berghütten im Allgäu.

Reisen für die psychische Gesundheit

Reisen können dazu beitragen, unsere psychische Gesundheit zu verbessern. Bei ersten Burnout-Symptomen stellt eine Auszeit beispielsweise eine effektive Möglichkeit dar, diesen entgegenzuwirken. Auch bei größeren Einschnitten im Leben hilft es, den Alltag hinter sich zu lassen, um mit der neuen Situation besser umgehen zu können. Zudem helfen uns Reisen dabei, in diesen Momenten Halt zu finden.


Burnout-Prävention auf Reisen

Wenn ihr euch häufig gestresst und erschöpft fühlt oder denkt, dass euch eure Aufgaben allgemein über den Kopf wachsen, sind das erste Anzeichen dafür, dass ihr euch auf dem Weg zum Burnout befindet. Ihr solltet diese daher nicht nur auf „zu viel Stress“ schieben und einfach weitermachen, denn so könnte sich die Symptomatik weiter verschlimmern. Hört lieber auf euren Körper und schaltet ein paar Gänge nach unten. An diesem Punkt könntet ihr beispielsweise über eine Reise zur Burnout-Prävention nachdenken.

Wichtig, um einem Burnout vorzubeugen, ist ein gewisser Abstand zum Alltagsstress. Wenn ihr euch eine kurze Auszeit nehmt, solltet ihr die Arbeit deswegen komplett hinter euch lassen und euch an Digital Detox versuchen. Schaltet euer Handy mindestens stumm, schaut nicht in euer E-Mail-Postfach und konzentriert euch ganz auf eure Freizeit. Achtet auf eure Bedürfnisse, wie ihr die Zeit nutzen wollt. Schon ein verlängertes Wellness-Wochenende kann für erste Besserung sorgen.

Noch besser sind jedoch ausgeschriebene Präventionsurlaube, die zwischen ein und drei Wochen lang sind. Auf einer solchen Reise nehmt ihr an verschiedenen Workshops teil, die von Expertinnen und Experten angeleitet werden. Dabei bewegt ihr euch in der Natur, lernt Entspannungstechniken, genießt köstliches sowie ausgewogenes Essen und kommt mit anderen Betroffenen ins Gespräch. Fragt gern auch bei eurer Krankenkasse nach, ob sie Teile des Aufenthalts übernimmt.

Eine Präventionsreise bei ersten Burnout-Symptomen ist durchaus empfehlenswert, solltet ihr jedoch schwere psychische Probleme entwickelt haben, ist es unumgänglich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine erste Möglichkeit dafür ist die Telefonseelsorge, die ihr rund um die Uhr unter den Telefonnummern 0 800/111 0 111 sowie 0 800/111 0 222 erreichen könnt. Solltet ihr nicht telefonieren wollen oder können, gibt es auch die Möglichkeit, mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern zu chatten.

Reisen nach einem Verlust

Es gibt Ereignisse im Leben, auf die kann man sich kaum vorbereiten, bis sie passieren. Zum Beispiel haben Todesfälle im Familien- oder Freundeskreis das Potenzial, uns für einige Zeit komplett aus der Bahn zu werfen. Um mit solchen Erlebnissen besser umzugehen, will manch eine oder einer erst einmal einfach nur raus aus dem Alltag. Eine Reise kann Trauernden nachweislich dabei helfen, ihren Verlust annehmen zu lernen und trotz allem auch weiterhin ein erfülltes Leben zu führen.

Besonders gut dafür geeignet sind Reisen eigens für trauernde Personen, die von Menschen organsiert werden, die in der Vergangenheit selbst Verluste erlitten haben. Unterstützung auf diesen Reisen bieten in der Regel Psychologinnen und Psychologen oder Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter. Durch Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie anderen Betroffenen erlernen Trauernde dabei Verarbeitungsstrategien für ihren Verlust. Außerdem sorgen die Urlaubsumgebung sowie Ausflüge für etwas Ablenkung. Ferner kann es helfen, bewusst Orte zu bereisen, die ihr bereits mit der verstorbenen Person besucht habt, um besser Abschied nehmen zu können.


Reisen nach einer Trennung 

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Ebenfalls kann eine Auszeit nach einer schmerzhaften Trennung helfen, neuen Mut zu fassen und den Liebeskummer zu überwinden. Expertinnen und Experten empfehlen dabei jedoch, ein paar Wochen zu warten und den Schmerz zuzulassen, bevor ihr in die Welt hinauszieht. Dann sind Reisen eine der besten Möglichkeiten, um nachzudenken, euren Bedürfnissen zu folgen und zu sehen, dass ihr auch als Single glücklich sein könnt.

Zudem gibt es einige Reiseziele, die wie für eure neue Lebenssituation gemacht sind: Auf dem Matchmaking Festival im irischen Lisdoonvarna an der malerischen Westküste der Grünen Insel, das gleichzeitig mit dem Erntedankfest gefeiert wird, trefft ihr zum Beispiel auf tausende andere Singles. Im bittersüßen Museum of Broken Relationships in Kroatiens Hauptstadt Zagreb könnt ihr hingegen sehen, dass ihr nicht die einzigen seid, deren Beziehung nicht für die Ewigkeit war und euch in der bewegenden Ausstellung verlieren.

Reisen zur Selbstfindung und persönlichen Veränderung

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Durch Reisen haben wir die Möglichkeit, zu erkennen wer wir sind und wer wir sein wollen. Besonders gut gelingt das, wenn wir es schaffen, die eigene Komfortzone bewusst zu verlassen oder auf Reisepartnerinnen und -partner zu verzichten und allein aufzubrechen. Andererseits lernen wir auf längeren Reisen als Paar oder unter Freundinnen und Freunden Neues übereinander und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen.


Allein auf großer Reise

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Das Reisen ohne Begleitung stellt uns vor ganz neue Herausforderungen und verändert unsere Perspektive. Wer auf Reisen auf sich allein gestellt ist, kommt früher oder später zu dem Punkt, seine eigenen Grenzen zu übertreten. Der erste Solo-Trip ist ein gewaltiger Schritt aus der Komfortzone hinaus, vor allem für eher introvertierte Menschen. Ihr werdet ohne Zweifel mit Ängsten konfrontiert, die ihr überwinden müsst, um euch an eurem Reiseziel zurechtzufinden. Schon die Alltagsgestaltung wird für viele etwas völlig Neues sein. Der Einkauf oder ein Restaurantbesuch sind damit aber schon kleine Erfolge und ihr werdet schnell merken, dass ihr auch allein gut klarkommt.

Ihr befindet euch beim Reisen ohne Begleitung automatisch in einer Situation, in der ihr euer Denken und Handeln hinterfragt, da die Gegebenheiten an eurem Reiseziel anders sind, als ihr es für gewöhnlich kennt. Dabei kann es durchaus sein, dass ihr euch Verhaltensweisen aneignet, über die ihr vorher gar nicht nachgedacht hättet. Wenn ihr vor Problemen steht, entwickelt ihr zudem schnell eigene Lösungsstrategien, die euch später im Alltag helfen können – und wenn sie euch „nur“ zeigen, dass ihr dazu in der Lage seid, mit neuen Herausforderungen umzugehen. Außerdem erlebt ihr Sinneseindrücke ohne Begleiterinnen und Begleiter viel intensiver und ihr seid nicht auf Mitreisende angewiesen. Daher kann die Urlaubsgestaltung ohne Kompromisse und ganz nach euren Wünschen erfolgen.

Wenn ihr euch auf einer Solo-Reise mit anderen Personen unterhalten wollt oder Hilfe benötigt, ist es unumgänglich, auf Menschen zuzugehen. Das ist anfänglich eine Überwindung, ihr werdet aber merken, dass ihr gerade beim Alleinreisen schnell mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch kommt. So entstehen internationale Bekanntschaften und vielleicht findet ihr sogar neue Freunde auf der ganzen Welt. Am Ende eurer ersten Reise, die ihr allein bestritten habt, werdet ihr euer Selbstvertrauen enorm gesteigert und neue Seiten an euch entdeckt haben. Darüber hinaus werdet ihr stolz darauf sein, dass ihr diese Herausforderung bezwungen habt. Wenn ihr als Frau darüber nachdenkt, allein zu verreisen, stellen wir euch hier die besten Reiseziele für alleinreisende Frauen vor.

Einige Ziele zum Alleinreisen: 

Sächsische Schweiz - Sächsische Schweiz
Deutschland

Eure erste Reise ohne Begleitung muss nicht sofort in die Ferne führen. Für einen sanften Einstieg bietet sich ein Trip innerhalb Deutschlands an, auch hier gibt es viel zu entdecken.

Thailand: Krabi - Railay-Beach - Strand
Thailand

Spannende Städte wie das pulsierende Bangkok, tropische Traumstrände und eine gute Infrastruktur sorgen dafür, dass Thailand auch bei Alleinreisenden hoch im Kurs steht.

Japan: Yokohama - Fuji
Japan

Japan und seine Kultur sind absolut faszinierend und das Land lockt darüber hinaus mit köstlichem Essen und toller Natur. Dazu ist der Inselstaat ein überaus sicheres Reiseland.

Neuseeland: Tongariro
Neuseeland

Neuseeland ist ein absolutes Traumziel! Atemberaubende Landschaften, freundliche Menschen und eine hohe Sicherheit machen das Land zu einem Top-Ziel für Alleinreisende.


Eine Reise in die Geschichte

Zu den spannendsten Reisen gehören solche in die Vergangenheit. Zwar sind Zeitreisen nach wie vor nicht möglich, aber um in die Geschichte eurer Familie zu reisen, benötigt ihr keine Zeitmaschine. Ahnenforschung boomt derzeit generationenübergreifend, dabei wird Familiengeschichte aufgearbeitet und ihr erfahrt mitunter spannende Details über eure Wurzeln. Wenn ihr dann an Orte aus eurer Familiengeschichte reist, fühlt ihr euch nicht nur wie Detektive, ihr besucht damit gewissermaßen auch einen Ursprungsort eurer Identität. Auch der Besuch von Reisezielen, die ihr aus den Urlauben eurer Kindheit kennt, kann Erinnerungen hervorbringen, die ihr eigentlich schon lange vergessen hattet.


Geruchsgedächtnis
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Tom Wilde CHECK24 Reise-Redaktion
Den Einfluss des Geruchsgedächtnisses auf unsere Wahrnehmung habe ich lange unterschätzt. Bis zu dem Tag, an dem ich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder in einer spanischen Kleinstadt war. Als Kind verbrachte ich viele Urlaube in Spanien, offenbar hatte ich mir in dieser Zeit vor allem den Abgasgeruch in den engen Straßen eingeprägt – wie romantisch. Knappe 20 Jahre später stand ich zwar in einer anderen Stadt, der Geruch war jedoch derselbe. Sofort stellte sich ein Gefühl von Geborgenheit ein, etwas Vertrautes, Euphorisierendes. Dadurch habe ich gelernt, dass dieser (definitiv ganz und gar nicht gesunde) Abgasgeruch irgendwie auch zu meiner Geschichte gehört.

Alle von uns hatten als Kind Reiseziele, von denen wir geträumt haben und die unerreichbar erschienen. Sei es nach einem faszinierenden Tierfilm gewesen, nach einem Zoobesuch oder nachdem wir ein spannendes Buch über ferne Welten gelesen haben. Wenn wir es dann als Erwachsene tatsächlich schaffen, Löwen in Tansania in freier Wildbahn zu sehen, Wälder wie in Jurassic Park zu durchstreifen oder auf Hawaii Lava dabei zuzuschauen, wie sie ins Meer fließt, kommt das kindliche Staunen in uns wieder hervor. Diese Momente sorgen für Hochgefühle, die wir unser Leben lang nicht vergessen und für deren Erinnerung wir keine Fotos brauchen werden.


Langzeitreisen mit Partnerinnen und Partnern

Ibiza: Paar - Sonnenaufgang - Sonnenuntergang

Wenn ihr in einer Beziehung seid und die erste gemeinsame Langzeitreise unternehmt, werdet ihr ohne jeden Zweifel neue Erkenntnisse über euer Zusammenleben sammeln. Schon vor der Abreise müsst ihr eure Erwartungen an die Reise klar kommunizieren und Kompromissbereitschaft bei der Reiseplanung an den Tag legen. Eine längere Reise als Paar ist ein Erlebnis, das euch unvergessliche gemeinsame Erinnerungen geben wird. Ihr werdet sehen, dass ihr gemeinsam aus ungünstigen Situationen das Beste machen könnt, und merken, dass eure Schwächen von den Stärken eures Gegenübers ausgeglichen werden und umgekehrt.

Einige Tipps für lange Reisen als Paar:

  • Probleme ansprechen: Wenn euch etwas beschäftigt oder stört, sprecht den Punkt sofort an und arbeitet gemeinsam an einer Lösung des Problems.
  • Rücksicht aufeinander nehmen: Es wird auf jeden Fall Reibungspunkte zwischen euch geben. Nehmt diese an, redet darüber und bringt Verständnis füreinander auf.
  • Zeit allein nehmen: Ihr könnt nicht mehrere Monate lang die ganze Zeit zusammen verbringen. Gesteht euch gegenseitig Zeit für Ausflüge allein zu und tauscht euch über sie aus, wenn ihr wieder zusammen seid.
  • Kommunikation nach der Reise: Genauso wichtig wie die Kommunikation vor und während der Reise ist die danach. So könnt ihr euch, wenn der Post-Travel-Blues zuschlägt, gemeinsam stützen.
Reise mit Freundinnen und Freunden
Wer mit Freundinnen und Freunden verreist, hat es oft besonders leicht, den Alltag hinter sich zu lassen. In diesem Kontext macht ihr häufig Dinge, die ihr allein oder mit euer Familie nicht machen würdet. Die Vernunft kurz vergessen, in der Öffentlichkeit rumblödeln oder sich gegenseitig zu Adrenalinkicks antreiben – schon denkt ihr nicht mehr an Routinen.

Mental Health auf Reisen

Neuseeland: Port Chalmers - Emotion

Seien wir ehrlich, auf Reisen, gerade auf längeren und individuell organisierten Reisen, kann es zu Problemen kommen. Es ist nicht immer alles nur toll – und das ist auch gut so. Scheitern gehört zum Reisen, wie auch zum Leben, dazu. Die Konfrontation mit anderen Lebensumständen oder zerstörter Umwelt öffnet zwar einerseits die Augen, kann auf der anderen Seite aber auch überfordern. Doch was könnt ihr auf Reisen für eure psychische Gesundheit tun?

Was tun bei Flugangst?
Ihr plant die Reise eures Lebens, müsst dafür aber in ein Flugzeug steigen und habt allein beim Gedanken daran ein mulmiges Gefühl? Damit seid ihr nicht allein, etwa 15 Prozent der Deutschen teilen eure Flugangst. Bei Flugangst-Seminaren erklären euch Expertinnen und Experten nicht nur, dass Fliegen die sicherste Reiseart darstellt, sondern bringen euch auch die psychologischen Hintergründe eurer Angst nahe und zeigen, wie ihr sie überwinden könnt.

Meistens kommt es anders

Alles ist perfekt geplant, alle Häkchen auf der Checkliste sind gesetzt – und dann kommt plötzlich ein unvorhersehbares Ereignis dazwischen. Auch auf Reisen solltet ihr darauf vorbereitet sein, dass eure Planung aus verschiedenen Gründen nicht perfekt aufgeht. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn so eröffnen sich euch neue Möglichkeiten. Vielleicht fällt ein Ausflug wegen des Wetters aus, vielleicht ist die Zufahrtsstraße zu dem Traumstrand, den ihr auf Instagram gesehen habt, gesperrt, vielleicht habt ihr verschlafen – alles kein Problem. In eurer Umgebung könnt ihr sicher noch anderen Aktivitäten nachgehen. Der Sonnenuntergang am Strand oder die Wanderung auf den Hausberg eures Reiseziels sind dann auf jeden Fall Erlebnisse, an die ihr euch erinnern werdet, gerade, weil nicht alles nach Plan lief. Nehmt die Situation einfach an, geht gelassen mit ihr um und erwartet auch im Urlaub nicht zu viel.


Nebel, Regen, Mufflonjagd
Eine der denkwürdigsten Wanderungen meines Lebens war keinesfalls geplant:

Ort: Teneriffa, Teide-Nationalpark

Wettervorhersage: 18 Grad, leichte Bewölkung

Wetter-Reality-Check: 6 Grad, Regen und Nebel

Ausgestattet für frühlingshafte Temperaturen, ging es mit dem Bus frühmorgens auf den Berg. Die Wanderung für diesen Tag hatte ich bereits vorher herausgesucht, da ich auf der Suche nach tollen Fotospots war. Da der nächste Bus erst Stunden später kommen würde, ging es trotz Regen, Nebel und Kälte los – bis ein Schild mit der Aufschrift „Mufflonjagd“ der Tour ein Ende setzte, bevor sie richtig startete. Im Nationalparkzentrum wurde mir jedoch gesagt, dass die Jagd aufgrund des Wetters ausfallen würde, also ignorierte ich das Schild und fand mich auf einem Weg wieder, auf dem den ganzen Tag über keine Menschenseele unterwegs war. Die Belohnung: eine verwunschene Vulkanlandschaft im Nebel und immer wieder kurz aufreißende Wolkenfetzen, die einen magischen Blick auf den Teide-Gipfel gestatteten.

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Spanien-Kanaren-Teneriffa-Nationalpark_Teide1-twi© CHECK24/Wilde


Reisen ist kein Allheilmittel

Angesichts hübscher Instagram-Bilder und inspirierender Wandtattoo-Sprüche vergessen wir leider manchmal, dass Selbstfindungsreisen nicht für jede und jeden geeignet sind. Wir sollten also nicht aus gesellschaftlichem Zwang aufbrechen, um uns selbst zu finden. Es kann einfach sein, dass wir nicht für solche Reisen gemacht sind. Ja, Reisen bildet, erweitert unseren Horizont und ist ein kostbares Gut. Es wird auf sozialen Medien jedoch ebenso häufig verklärt, die schönen Momente werden festgehalten, Schwierigkeiten ausgeblendet: Von ökologischen oder sozialen Problemen vor Ort über die organisatorischen Reiseabläufe, die anstrengend und demotivierend ausfallen können, bis hin zum Frust, wenn man unterwegs krank wird.

Wenn ihr euch auf einer Reise, die eigentlich zur Selbstfindung gedacht war, einsam und überfordert fühlt, ist es nicht schlimm, darüber nachzudenken, die Reise abzubrechen. Das ist keine Niederlage, sondern eine wichtige Erkenntnis und eine Entscheidung, die ihr für eure psychische Gesundheit trefft. Reisen ist nicht zwingend das Heilmittel bei Sinnkrisen oder der Schlüssel zum persönlichen Glück. Geht achtsam mit euch selbst um und schätzt ab, ob ihr der Typ dafür seid, auf Reisen zu euch selbst zu finden.


Was tun für Mental Health auf Reisen?

In erster Linie ist es am wichtigsten, dass ihr auf Reisen immer auf euer Gefühl hört. Setzt euch nicht mit großen Erwartungen selbst unter Druck und gönnt euch zwischen neuen Erlebnissen genügend Ruhe zum Durchatmen. Um die unzähligen neuen Eindrücke und Reisemomente verarbeiten zu können, hilft es beispielsweise, ein Reisetagebuch zu führen. Das ist nicht nur toll, um Jahre später in Erinnerungen zu schwelgen, es ist auch eine Möglichkeit, um eure Gefühle und Gedanken, die ihr während der Reise habt, zu ordnen.

Wenn ihr eure Gedankenwelt auf Papier bringt, erhaltet ihr einen neuen Blickwinkel auf Erlebnisse und Gefühle. Probleme, die ihr vorher als kaum überwindbar angesehen habt, füllen plötzlich nur ein paar Zeilen und schon kommt euch eine Lösung in den Sinn – sei es eine notwendige Änderung der Reiseroute oder der Umgang mit Heimweh. Eurer Fantasie sind bei der Gestaltung eures Reisetagebuchs dabei keine Grenzen gesetzt. Darüber könnt ihr zum Beispiel schreiben:

  • Was fällt mir an meinem Reiseziel auf?
  • Was war heute besonders schön oder eindrucksvoll?
  • Was lief nicht so gut und was habe ich daraus gelernt?
  • Was habe ich in einem bestimmten Moment gefühlt?
  • Was geht mir gerade beim Schreiben durch den Kopf?
  • Was nehme ich aus Reiseerlebnissen mit nach Hause?
  • Welcher Song passt zu meiner aktuellen Stimmung?
  • Welche Begegnung oder welches Gespräch hat mich beeindruckt?
Buchtipps zu Mental Health und Selbstfindung auf Reisen
  • P – Trauriges Reisen: Jochen Schliemann, einer der Hosts des Podcasts „Reisen Reisen“, erzählt in seinem Debütroman von Tim, der statt zur Arbeit zu gehen einfach durch die Welt reist. Das Buch erzählt einerseits von der Faszination des Reisens, spart aber auch die düsteren Momente nicht aus und beleuchtet die Gedankenwelt seines Protagonisten so detailliert wie einfühlsam.
  • Dschungel: In Friedemann Karigs erstem Roman verschwindet Felix, der beste Freund des namenlosen Erzählers, auf einer Reise nach Kambodscha. Zwischen Rückblenden in ihre gemeinsame Kindheit und Jugend wächst der Erzähler auf seiner Suche nach seinem Freund über sich hinaus und begibt sich dabei auch auf die Suche nach sich selbst.
  • In die Wildnis: 1992 wurde die Leiche von Christopher McCandless in Alaska gefunden, nachdem er aus seinem privilegierten Leben ausgebrochen und quer durch die USA gereist war. Jon Krakauer rekonstruiert die letzten zwei Jahre des jungen Mannes auf mitreißende Art und Weise. Die Verfilmung „Into the Wild“ begeistert neben atemberaubenden Naturaufnahmen mit dem mitreißenden Soundtrack von Eddie Vedder.
  • Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte: Rosa, Frank und David bereisen nach dem Abitur Australien und lernen dabei nicht nur das Land, sondern auch sich selbst besser kennen. Anne Freytag vermischt in ihrem Roman Reiseliteratur mit einer wundervollen Coming-of-Age-Geschichte, die bei Leserinnen und Lesern sofort für Aufbruchsstimmung sorgt.
  • Ein deutsches Klassenzimmer: Jan Kammann ist Lehrer für Geographie und Englisch unterrichtet eine Internationale Vorbereitungsklasse, deren Mitglieder aus 22 Ländern stammen. Um seine Schülerinnen und Schüler besser verstehen zu können, nimmt er sich ein Sabbatjahr und bereist 14 Herkunftsländer anhand von Reiseführern, die die Schülerinnen und Schüler selbst gestaltet haben.
  • Eat, Pray, Love: Der Klassiker, wenn es um Selbstfindung auf Reisen geht. Nach ihrer Scheidung reist Elizabeth Gilbert um die Welt. Dabei genießt sie das Dolce Vita in Italien, begibt sich in Indien auf die Suche ihrer Spiritualität und verliebt sich schließlich auf Bali. Das Buch wurde mit Julia Roberts, James Franco und Javier Bardem unter gleichem Namen verfilmt.
  • Der große Trip: Als Cheryl Strayed mit 26 Jahren das Gefühl bekommt, alles verloren zu haben, entscheidet sie sich, den Pacific Crest Trail auf einer Länge von über 1.500 Kilometern zu erwandern. Allein und ohne Erfahrung will sie die Backpacking-Tour bestreiten und kommt dabei an ihre Grenzen. Auch dieser Bestseller wurde verfilmt und kam unter dem Namen „Der große Trip – Wild“ mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle in die Kinos.
Fazit
Reisen sind großartige Möglichkeiten, um dem Alltagstrott zu entfliehen und den Kopf frei zu bekommen. Die Suche nach spiritueller Erleuchtung zieht uns genauso in die Welt wie neue Inspirationen für die Arbeit oder die Verarbeitung einschneidender Erlebnisse. Eine Reise kann euch sogar dabei helfen, euch selbst besser kennenzulernen.

Doch setzt euch nicht unter Druck, jeder Mensch ist anders und was einer Person guttut, kann für eine andere nicht der perfekte Weg sein. Irgendeine Spur hinterlässt jedoch jede Reise bei uns, sei es der Weg zur inneren Mitte oder einfach „nur“ Entspannung und Abwechslung vom Alltag. Dabei ist es gar nicht so wichtig, wie ihr reist: Ob ihr nun am Strand chillt, anstrengende Wanderungen unternehmt, die Einsamkeit sucht oder mit neuen Freunden feiert – Hauptsache ihr geht achtsam mit euch und euer Umwelt um.

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Wer schreibt hier?

Tom Wilde_Quadrat
Tom Wilde

In einem meiner Lieblingslieder heißt es "In my head I am already gone" – Diese Textzeile trifft meinen Bezug zum Reisen ziemlich genau. Wann immer ein Urlaub geplant ist, denke ich schon lange vorher an nichts anderes und freue mich auf die Reise, wie ein Kind sich auf Weihnachten freut. Dabei ist es ganz egal, wie weit mich der nächste Trip von Zuhause fortbringen wird. Mit dieser Begeisterung möchte ich die Leser meiner Texte anstecken.